Projekt zur Klimaanpassung: Bessere Bedingungen für Bäume im Straßenraum
| Stadtgrün
Auch an der Rolandstraße wurden Flächen entsiegelt und Baumstandorte saniert. Die nächsten Maßnahmen für eine klimaangepasste Umgestaltung des öffentlichen Raumes sind an der Dormagener Straße geplant.
Mehr Platz für Straßenbäume an der Remscheider Straße
An der Remscheider Straße wurde der ostseitige Gehweg zwischen Kirchfeld- und Gustav-Poensgen-Straße teilentsiegelt und mit einem stark wasserdurchlässigen Belag versehen. Bauschutt und Schotter im Untergrund wurden durch ein spezielles Substrat ersetzt, das Wasser und Nährstoffe besser speichert und zugleich die Belüftung des Wurzelraums optimiert.
Die sechs vorhandenen Baumgruben und Baumbeete wurden vergrößert und damit die Standortbedingungen der Straßenbäume deutlich verbessert: Dadurch können sie künftig größere Baumkronen entwickeln – in extrem heißen Sommermonaten sorgen diese für zusätzlichen Schatten. Über die offenen Fugen des Pflasters kann Regenwasser zudem besser versickern und verdunsten und steht den Bäumen länger zur Verfügung.
Ergänzend wurde das Angebot an Fahrradabstellanlagen erweitert. Die notwendigen Laufwege zu den Hauseingängen blieben dabei erhalten. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 166.000 Euro.
"Wir schaffen mit diesen Maßnahmen bessere Bedingungen für unsere Straßenbäume und sorgen gleichzeitig dafür, dass Regenwasser vor Ort versickern kann", sagt Umweltdezernent Jochen Kral. "Damit stärken wir das Stadtgrün und machen unsere Straßenräume Schritt für Schritt widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit. Denn jeder Baum, den wir auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten können, ist ein Gewinn für das gesamte Quartier."
Seltene heimische Wildpflanzen für mehr Artenvielfalt
Auch die neuen Baumbeete wurden ökologisch aufgewertet. Gemeinsam mit Platzgrün, einer Initiative des Vereins Pro Düsseldorf, und interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern wurden dort eigens vom Gartenamt kultivierte Rote-Liste-Arten gepflanzt. Dazu gehören der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), der Langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia), der Breitblättrige Thymian (Thymus pulegioides), die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) und das Kleine Mädesüß (Filipendula vulgaris).
Das Kleine Mädesüß etwa gilt in Düsseldorf mittlerweile als ausgestorben. Durch die Anzucht und Auspflanzung in Düsseldorfer Gärten und Baumscheiben sollen die bedrohten Arten wieder in die Stadt zurückkehren. Die mehrjährigen Stauden sind an heimische Standorte angepasst und bieten mit ihren Blüten zugleich Nahrung für Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten.
"Mit der Auspflanzung der Rote-Liste-Arten wollen wir selten gewordene Pflanzen wieder stärker in der Stadt verankern", erklärt Doris Törkel, Leiterin des Garten-, Friedhofs- und Forstamts. "So schaffen wir neue Standorte für die heimische Flora und geben den Arten die Möglichkeit, sich langfristig wieder in Düsseldorf auszubreiten."
Ausgenommen von der Pflanzaktion waren zunächst zwei Bereiche, in denen noch zwei Blumeneschen (Fraxinus ornus) von der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste gepflanzt werden. Der Verein Platzgrün freut sich über weitere Interessierte, die sich an der Pflege der Flächen beteiligen möchten.
Rolandstraße: Mehr als 300 Quadratmeter entsiegelt
Auch an der Rolandstraße wurden nach dem Vorbild der Remscheider Straße umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. Mehr als 300 Quadratmeter Fläche wurden entsiegelt, acht Baumscheiben saniert und ein Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum) als Baum aus der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste nachgepflanzt.
Auf dieser entsiegelten Fläche gegenüber der Rolandschule wurde im Zuge der Maßnahmen außerdem eine Blühwiese eingesät. Im kommenden Frühjahr sollen dort insgesamt 27 insektenfreundliche und frühsommerblühende Arten zur Blüte kommen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich voraussichtlich auf 114.000 Euro.
Weitere Projekte sind bereits geplant
An der Dormagener Straße wird bereits die nächste Maßnahme vorbereitet. Dort soll eine von Verkehrsflächen umgebene Grünfläche umgestaltet werden. Geplant sind ein ressourcenschonender Umgang mit Regenwasser, neue Baumpflanzungen und die Anlage einer Blühwiese.
Am Kolpingplatz sind ebenfalls Klimaanpassungsmaßnahme geplant und in der Vorbereitung. Im Bereich der Schwerin-, Pfalz- und Mauerstraße sollen insgesamt 28 vorhandene Baumstandorte vergrößert werden.
Stadtbaumkonzept bildet langfristigen Rahmen
Die Maßnahmen sind Teil der Klimaanpassungsstrategie, mit denen die Landeshauptstadt Düsseldorf auf die Folgen des Klimawandels reagiert und zugleich die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessert. Die Projekte an der Remscheider Straße und an der Rolandstraße werden daher aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz der KfW-Bank jeweils zu 80 Prozent gefördert. Ein wichtiger Baustein der Klimaanpassungsstrategie ist das Düsseldorfer Stadtbaumkonzept. Seit 2015 legt die Stadt damit einen Schwerpunkt auf die Pflanzung neuer sowie die Sanierung vorhandener Straßenbäume in klimatisch besonders belasteten Stadtteilen.
Ziel ist es, die Standortbedingungen der Straßenbäume langfristig zu verbessern und Baumarten einzusetzen, die besser an das veränderte Stadtklima angepasst sind. Dabei setzt das Gartenamt auf die Zukunftsbaumliste: Zukunftsbaumliste Düsseldorf - Landeshauptstadt Düsseldorf
Die bereits erfolgreich abgeschlossenen Maßnahmen zeigen beispielhaft, wie dies im Straßenraum umgesetzt werden kann: Größere Baumgruben schaffen bessere Wachstumsbedingungen, während entsiegelte und wasserdurchlässige Flächen dazu beitragen, Regenwasser vor Ort zu halten und den Bäumen verfügbar zu machen. Die Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktion ermöglich dabei auch eine Verdunstung und damit Abkühlung der direkten Umgebung.
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