Wasserversorgung anschaulich gemacht
Ein Bürgerfest rund um den frisch sanierten Trinkwasser-Hochbehälter in Düsseldorf-Gerresheim haben die Stadtwerke und die Landeshauptstadt Düsseldorf am Tag des Wassers auf die Beine gestellt. Besucher sind am Samstag, 22. März, 11 bis 15 Uhr, "Auf der Hardt" herzlich willkommen. Neben dem Gastgeber Stadtwerke ist die Stadtverwaltung mit Umweltamt, Stadtentwässerungsbetrieb und Gesundheitsamt vertreten. Außerdem mit dabei ist der Heimatverein Gerresheim.
Das Umweltamt präsentiert an einem Stand Informationen zum Grundwasser und den oberirdischen Gewässern. Grundwasser ist in Düsseldorf in großen Mengen leicht zugänglich verfügbar. Es wird seit jeher intensiv genutzt. 35 Prozent des Stadtgebietes sind als Wasserschutzzone für die Trinkwassergewinnung ausgewiesen. Sie dienen der langfristigen Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung.
Um schon früh Veränderungen des Grundwassers erkennen zu können, betreibt das Umweltamt ein Grundwassermessstellennetz von mehr als 4.500 Brunnen und Pegeln. Erkannte Grundwasserverunreinigungen werden mit hohem personellem und finanziellem Aufwand durch die Stadt und private Dritte saniert. Seit Mitte der achtziger Jahre konnten über 167 Millionen Kubikmeter verunreinigten Grundwassers abgepumpt und gereinigt werden. Bisher wurden so über 83,5 Tonnen Schadstoffe wie chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) aus dem Grundwasser entfernt.
Die Stadtwerke Düsseldorf versorgen über die drei Wasserwerke "Flehe", "Am Staad" und "Holthausen" sowie das kleine Wasserwerk "Lörick" mehr als 600.000 Menschen in Düsseldorf, Erkrath und Mettmann im Jahr mit rund 50 Millionen Kubikmetern Trinkwasser. Täglich sind das durchschnittlich 140.000 Kubikmeter oder 140 Millionen Liter Trinkwasser. Das entspricht dem Volumen von 700.000 Badewannen mit je 200 Litern Inhalt. Das öffentliche Leitungsnetz zur Trinkwasserversorgung ist 1.800 Kilometer lang.
Die gerade sanierte Behälterkammer IV der in ihren Ursprüngen rund 100 Jahre alten Speicheranlage in Gerresheim "Auf der Hardt" wird dazu genutzt, einen Druck von 3 bis 5 bar im Leitungsnetz aufrecht zu erhalten. Das geschieht allein durch die Höhe des Speichers von 87 Metern über Normalnull und hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Druckerhöhungsanlagen vorgehalten werden müssen. Das Fassungsvermögen des Hochbehälters beträgt 121.000 Kubikmeter, das ist beinahe der Trinkwasser-Tagesbedarf der Landeshauptstadt. Am Tag des Wassers können die Besucher für einen Tag durch eine Plexiglastüre in das Innere des komplett mit Spezialbeton ausgekleideten Behälters hineinsehen.
Aufgabe des Gesundheitsamtes ist die Überwachung der Einhaltung der gesetzlichen Pflichten für Betreiber von Trinkwasserversorgungsanlagen. So wird sichergestellt, dass das zur Verfügung gestellte Trinkwasser vom Wasserwerk bis hin zum Verbraucher den Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Dies geschieht zum einen durch die Kontrolle der Wasseranalysen, die der Betreiber in festgelegten Abständen dem Gesundheitsamt vorzulegen hat, aber auch durch regelmäßige Besichtigungen der Trinkwasserversorgungsanlagen. Das Gesundheitsamt berät zu Fragen der Trinkwasserhygiene und bei Beanstandungen des Trinkwassers. Dazu präsentieren die Mitarbeiter am Tag des Wassers ausführliche Informationen. Zusätzlich stehen sie den Besuchern zu allen Fragen der Trinkwasserhygiene und der Umsetzung der Trinkwasserverordnung zur Verfügung.
Das Pendant der Wasserversorgung ist die Abwasserbeseitigung. Der Stadtentwässerungsbetrieb sorgt für die Sammlung und eine Reinigung der Abwässer. Dazu betreibt er ein öffentliches Kanalisationsnetz von rund 1.600 Kilometer Länge und zwei große Kläranlagen: Düsseldorf- Nord und Düsseldorf-Süd. Das Klärwerk im Norden in Meerbusch-Ilverich reinigt jährlich etwa 34 Millionen Kubikmeter, das Klärwerk Süd in Düsseldorf-Hamm rund 40 Millionen Kubikmeter.
Auch den so genannten Mikroschadstoffen im Wasser, die erst in jüngerer Zeit als Problem erkannt wurden, widmet sich die Landeshauptstadt. So führt zum Beispiel der Stadtentwässerungsbetrieb seit 2013 Untersuchungen durch, wie nachhaltig Mikroverunreinigungen durch den Einsatz reaktivierter Pulverkohle entfernt werden können. Dieses Projekt wird in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf und der Ruhr Universität Bochum ausgeführt und vom Land mit Fördermitteln unterstützt.
Der Heimatverein Gerresheim ergänzt das Veranstaltungsangebot am Tag des Wassers mit Informationen zur Geschichte der Wasserversorgung in der damaligen Stadt Gerresheim am Ende des 19. Jahrhunderts.
Hintergrund "Tag des Wassers"
Seit 1993 wird der Tag des Wassers jährlich am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. An diesem Tag soll auf das Problem aufmerksam gemacht werden, dass weltweit viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.