Zehn Jahre Teilzeitberufsausbildung

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v.l.: Ferdinand Nett, Regionalagentur Düsseldorf/Kreis Mettmann, Lisa Graffe, Auszubildende, Maike Herrmann, Firma Gustav Herrmann & Sohn GmbH, Karl Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, besucht die Firma Gustav Herrmann & Sohn GmbH, Foto: Joe Kramer.

Seit zehn Jahren gibt es das Programm "Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP), gefördert mit Mitteln des Landes NRW und des Europäischen Sozialfonds. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann informierte sich jetzt beim Besuch der Düsseldorfer Firma Herrmann & Sohn GmbH darüber, wie das Programm in der Praxis funktioniert.

Junge Menschen mit Familien- und Pflegeverantwortung haben es oft besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. Das Ziel des Ministers und des Programms ist es, jungen Menschen, die aufgrund von Familien- und Pflegeverantwortung keine Vollzeitausbildung beginnen können, eine Ausbildung in Teilzeit zu ermöglichen. Die Teilnehmenden werden bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit in Düsseldorf von dem Träger AWO unterstützt und während der ersten Ausbildungsmonate individuell begleitet.

Gabriele Schmitz, Abteilungsleiterin im Berufsbildungszentrum der AWO, konkretisiert, wie umfassend die Unterstützung der Teilzeitberufsausbildenden durch den jeweiligen Träger ist: "In der maximal sechs Monate dauernden Vorbereitungsphase gehören etwa die Hilfe bei der Berufswahlorientierung, das Bewerbungstraining und die Suche nach einem Ausbildungsplatz dazu." Weiterer Bestandteil der Vorbereitungsphase ist die Qualifizierung. Dazu zählen EDV-Kurse, Trainings zur Verbesserung von Schlüsselkompetenzen, aber auch die Unterstützung bei der Frage, wie Teilzeitauszubildende ihre Lernarbeitszeit trotz Kinderbetreuung effektiv gestalten können.

Die Auszubildende Lisa Graffe, 24 Jahre alt, Mutter einer vierjährigen Tochter, absolviert bei der Firma Herrmann & Sohn eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Sie ist im ersten Lehrjahr und ihre Arbeitszeit beginnt morgens eine Stunde später und endet am Nachmittag eine Stunde früher als regulär. Damit kommt sie auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden - ausreichend Zeit, alle im Ausbildungsplan vorgesehenen Arbeiten zu erlernen.

Meike Herrmann, Geschäftsführerin von Herrmann & Sohn GmbH, Elektromeisterin und stellvertretende Obermeisterin der Elektro-Innung, hat viel Verständnis für die Schwierigkeiten junger Menschen mit Familienverantwortung beim Einstieg in den Beruf: „Ich habe selbst viele Freundinnen in dem Alter mit kleinen Kindern, die oft vergeblich versuchen, in den Beruf einzusteigen. Da habe ich gedacht: Wir bilden seit mehr als 30 Jahren aus. Also könnte ich doch einer jungen Frau mit Kind die Chance auf eine Teilzeitausbildung bieten.“

Gefragt, ob Lisa Graffe nach Abschluss ihrer Ausbildung die Chance auf Übernahme in ein Vollzeitarbeitsverhältnis hat, antwortet Geschäftsführerin Meike Herrmann kurz und prägnant: "Selbstverständlich. Deshalb bilden wir ja aus." Das steht im Einklang mit den mittelfristigen Berufswünschen der Teilzeitauszubildenden: "Später in Vollzeit zu arbeiten, das wäre ideal!"