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Kultur

100 Jahre GeSoLei: Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum

GeSoLei aus heutiger Sicht/Forschungsergebnisse bilden Grundlage/Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität


Erstellt:
Redaktion: Velten, Falk

Das Stadtmuseum Düsseldorf und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veranstalten anlässlich des 100. Jubiläums der GeSoLei eine gemeinsame Sonderausstellung. Unter dem Titel "Forschen, Entdecken, Verstehen" ist die Ausstellung ab Sonntag, 20. September 2026, bis zum 3. Januar 2027 im Stadtmuseum, Berger Allee 2, zu sehen. Die Eröffnung findet am Sonntag um 11 Uhr statt.

Im Mai 1926 eröffnete die Große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, kurz GeSoLei, auf einem 400.000 Quadratmeter großen Gelände in Düsseldorf. Mit rund 7,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland war sie die größte Ausstellung der Weimarer Republik und setzte Maßstäbe für die kulturelle und architektonische Entwicklung Düsseldorfs. Zahlreiche Dauerbauten der "GeSoLei" prägen bis heute das Stadtbild.

Die Sonderausstellung nimmt die GeSoLei aus heutiger Perspektive in den Blick und widmet sich den zentralen gesellschaftlichen Themen, die damals auf der Ausstellung verhandelt und inszeniert wurden. Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien, Filme und Archivalien zeigen, wie eng Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kunst bei der Gestaltung der GeSoLei zusammenwirkten. Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche. Sie beleuchtet unter anderem die Bedeutung von Gesundheit und Hygiene, Vorstellungen von Körper und Gesellschaft sowie Fragen von Geschlechterrollen, Sexualität und Behinderung. Auch jüdisches Leben in der Weimarer Republik und die Rolle jüdischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden thematisiert.

GeSolei als frühe Form des "Infotaiments"
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis von Kolonialismus und Antiimperialismus. Die GeSoLei präsentierte koloniale Vorstellungen und verstand sich zugleich als Schaufenster des deutschen Kolonialrevisionismus. Gleichzeitig werden Menschen und Bewegungen sichtbar gemacht, die koloniale Politik und Rassismus kritisierten oder eigene Strategien der Sichtbarkeit und Selbstbehauptung entwickelten.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung die GeSoLei als Erlebnisraum und frühe Form des "Infotainments". Neben wissenschaftlichen Kongressen und klassischen Exponaten gehörten Vorführungen, inszenierte Erlebnisräume und ein umfangreiches Vergnügungs- und Konsumangebot zum Konzept. Musterhäuser, Gartenanlagen und Präsentationen von Unternehmen machten Vorstellungen von Arbeit, Wohnen und Freizeit anschaulich.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt ist die Grundlage
Grundlage der Ausstellung sind die Ergebnisse eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten interdisziplinären Forschungsprojekts. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Kunstgeschichte, der Zeit- und Medizingeschichte sowie der Globalgeschichte. Sie untersuchen die GeSoLei und ihre Quellen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Ein eigener Bereich der Ausstellung widmet sich dieser Forschungsarbeit. Die "Forschungswerkstatt" macht nachvollziehbar, wie historische Erkenntnisse entstehen, welche Quellen zur Verfügung stehen und welche Entscheidungen mit der wissenschaftlichen und kuratorischen Arbeit verbunden sind. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Verbindungen zwischen den gesellschaftlichen Fragen der Weimarer Republik und aktuellen Herausforderungen herzustellen und zu diskutieren, was sich aus der "GeSoLei" für die Gegenwart lernen lässt.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Stadtmuseums mit der Heinrich-Heine-Universität. Gefördert vom LVR-Dezernat Kultur.

Fotos zum Download und zur redaktionellen Verwendung unter https://duesseldorf.canto.de/b/SUIUD

 

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