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Veranstaltungen

35 Jahre Feuerwehrzentrum Garath

Alle interessierten Bürger sind anlässlich des Jubiläums zum Tag der offenen Tür eingeladen


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael, Paulat, Volker und Robl, Julia

Die Feuerwehr feiert das 35-jährige Jubiläum des Feuerwehrzentrums Garath. Zur Feier des Tages öffnet das Feuerwehrzentrum in der Frankfurter Straße 245 am Samstag, 8. Juli, von 10 bis 18 Uhr seine Tore. Alle interessierten Bürger sind an diesem Tag dazu eingeladen, dass Brandschutzzentrum - das aus der Feuer- und Rettungswache 6, der großen Feuerwehrschule, der Freiwilligen Feuerwehr Garath und deren Jugendgruppe besteht - zu erkunden.

Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies eröffnet offiziell mit Feuerwehrchef Peter Albers und Wachvorsteher Marc Vogel den Aktionstag. Den Besuchern wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben zahlreichen Spielen für Kinder, Infoständen und vorgeführten Übungen von den Einsatzkräften zum Alltag der Feuer- und Rettungskräfte, kommen auch technikinteressierte Besucher - durch eine Ausstellung der Einsatzfahrzeuge - auf ihre Kosten.

Geschichte des Feuerwehrzentrums Garath
Die Planungsgeschichte des Feuerwehrzentrums geht zurück bis ins Jahr 1969. Die Wache wurde damals konzipiert, da der Stadtteil Garath stetig anwuchs. Nachdem der Rat der Stadt 1977 grünes Licht für den Bau gegeben hatte, begannen im Dezember 1978 die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrzentrum.

Der Rohbau des Feuerwehrzentrums Garath war bereits 1,5 Jahre später fertig gestellt und der damalige Oberbürgermeister Josef Kürten ließ es sich nicht nehmen am 18. Juni 1980 zum Richtfest einzuladen. Im November 1981 konnten die Berufs- und die Freiwillige Feuerwehr das Gebäude beziehen. Kurze Zeit später nahm die Feuerwehrschule ihren Betrieb auf. Der erste Grundausbildungslehrgang begann im April 1982. Rund 22 Millionen Mark kostete das 8.314 Quadratmeter große Projekt. 15 Millionen flossen in die Feuer- und Rettungswache und fast 7 Millionen Mark wurde in die Feuerwehrschule investiert.

Am 11. September 1982 wurde mit einem Tag der offenen Tür die Wache von Oberbürgermeister Josef Kürten offiziell an die Feuerwehr Düsseldorf übergeben. Mit 55 Feuerwehrmännern wurde die Feuerwache 6 in Betrieb genommen. Sie deckte damals die südlichen Stadteile Garath, Hellerhof, Benrath, Urdenbach und Hassels mit insgesamt rund 90.000 Einwohnern ab.

Zu dieser Zeit war die Feuerwache 6 mit zwei Rettungswagen und elf Fahrzeugen für die Brandbekämpfung sowie die technische Hilfeleistung ausgestattet. Als besondere Aufgabe hatten die Feuerwehrmänner den Schutz der südlichen Stadteile Düsseldorfs sowie der Autobahn 59 und des Garather Wald- und Forstgebiet. Auch die Industrieteile in Hassels und Reisholz zählten zum Einsatzgebiet.

Feuerwehrzentrum Garath im Jahr 2017
Heute verrichten im Zentrum täglich 13 Feuerwehrmänner sowie zwei Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes ihren Dienst. Insgesamt liegt die Personalstärke bei 70 Männern und Frauen; Zwölf Fahrzeuge sind in der Frankfurter Straße stationiert. Neben dem normalen Dienstgeschäft und einem Einsatzgebiet, das sich von der Stadtgrenze zu den Städten Monheim, Langenfeld und Hilden sowie über die Stadtteile Garath, Hellerhof, Urdenbach und Hassels zieht, sind die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache 6 und der Freiwilligen Feuerwehr Garath im städtischen Gesamtkonzept auch für den Massenanfall von Verletzten (MANV) zuständig.

Die im Jahre 1982 eröffnete Feuerwehrschule bietet bis heute Übungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung sowie in atomaren, chemischen und biologischen Gefahrensituationen. Die Schule verfügt unter anderem über ein neues modernes Atemschutzübungszentrum, modern eingerichtete Unterrichtsräume, Sozialräume, Tauchbecken, Tiefbaugruben, U-Bahnhof-Nachbauten, Brandcontainer, Freigelände und Trümmergelände. Diese Möglichkeiten stehen nicht nur Angehörigen der Feuerwehr Düsseldorf zur Verfügung; auch öffentliche Feuerwehren anderer Kommunen und Gemeinden sowie Werk- und Betriebsfeuerwehren können dort den Ernstfall erproben.

Die Löschgruppe Garath der Freiwilligen Feuerwehr ist seit 1982 in der Feuerwache 6 beheimatet. Die 40 ehrenamtlichen Feuerwehrleute haben im letzten Jahr 167 Brände gelöscht und 55 mal Technische Hilfe geleistet. Ausgestattet ist die Freiwillige Feuerwehr in Garath mit einem neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20), einem Löschfahrzeug LF 20/6-TS, einem Gerätewagen GW-L2 SW 2000 und einem Mannschaftstransportfahrzeug MTF.

Die Jugendfeuerwehr Garath besteht seit September 2001 und hat zurzeit zwölf Mitglieder, davon zwei weibliche. 2002 erwarben die Mitglieder erstmals die Jugendflamme, ein bundeseinheitliches dreistufiges Leistungsabzeichen der Jugendfeuerwehr.

Einsätze aus 30 Jahren Feuer- und Rettungswache 6
Das bis dahin größte Feuer für die Einsatzkräfte der Feuerwache 6 entstand am 6. Juli 1987 im Reisholzer Hafen. Gegen 12 Uhr mittags stieg eine mehrere hundert Meter hohe Rauchwolke auf und zog langsam in Richtung Nordwesten quer über die Stadt. Es brannte eine 3.000 Quadratmeter große Lagerhalle eines Außenlagers der Firma Henkel. In einem Hallenteil waren 1.100 Tonnen geschuppter Fettalkohol gelagert, in einem anderen Hallenteil 40 Tonnen Polyurethan-Schaum in Kartuschen. In Spitzenzeiten wurden bis zu 30.000 Liter Löschwasser pro Minute auf den Brandherd abgegeben. Der Sachschaden betrug 5 Millionen Mark.

Weihnachten 1993 und rund 13 Monate später, am 31. Januar 1995, war die Stadt Düsseldorf von einem Jahrhunderthochwasser betroffen. Am 24. Dezember 1993 erreichte der Rheinpegel mit 10,32 Metern den zweithöchsten Stand dieses Jahrhunderts. Teile Himmelgeists, des Hafens und des Rheinufers wurden großflächig überschwemmt. Auf Wache kam in dieser Zeit eine besondere Aufgabe zu: Die Feuerwehrleute organisierten tagelang das Befüllen, Verladen und Ausliefern der Sandsäcke; sämtliche Wachen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren unterstützen die Garather Kollegen dabei.

Ein seltenes und lebensgefährliches Ereignis überraschte die Wehrmänner der Feuerwache Garath am 4. Juli 1993. Mit Schüssen aus dem Dachfenster gefährdete ein 71-jähriger Mann die Löschmannschaft, die seine brennende Scheune löschen wollte. Während von der Löschfahrzeugbesatzung der Löschangriff aufgebaut wurde, peitschten dem Einsatzleiter plötzlich Schüsse entgegen. Er bemerkte den Rentner mit einem Gewehr im Anschlag in einem Fenster. Die Feuerwehrleute gingen hinter einem Tanklöschfahrzeug in Deckung und spritzten von dort Wasser auf die brennende Scheune. Umgehend forderte der Einsatzleiter die Polizei an. Insgesamt fielen drei Schüsse, mit der letzten Kugel erschoss sich der Mann selbst. Das SEK der Polizei konnte nicht mehr eingreifen.

Auch in den folgenden Jahren wurden die Einsatzkräfte der Garather Wache zu zahlreichen anspruchsvollen Einsätzen gerufen und die Einsatzzahlen erhöhten sich stetig. Das letzte größere Ereignis fand in der Nacht vom 17. Dezember auf den 18. Dezember 2016 im Hotel Achteck statt. Bei dem Feuer wurden zwei Menschen verletzt. Insgesamt mussten elf Menschen von den Einsatzkräften versorgt werden. Drei wurden über Fenster mittels Drehleiter gerettet und ein Bewohner war vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Fenster gesprungen. Es entstand ein Sachschaden von zirka 40.000 Euro.

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