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Kultur
Stadtmuseum Düsseldorf
95 Fragen zu den Themen Religion und Gesellschaft
Anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation präsentiert das Stadtmuseum vom 8. September bis zum 3. Dezember die Ausstellung "Reformation"
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Anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation präsentiert das Stadtmuseum vom 8. September bis zum 3. Dezember eine Ausstellung nach den Grundsätzen von Diversity. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zu den Themen Religion und Gesellschaft, die - angelehnt an die Thesen Luthers - Künstlerinnen und Künstler sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler formuliert haben. Die eigentliche Ausstelliung entsteht dadurch erst in den Köpfen der Besucherinnen und Besucher.
Gemäß der 95 Thesen Martin Luthers haben sie 95 Fragen an die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung formuliert. Diese Fragen finden sich kreativ gestaltet von Meyer Voggenreiter an den Wänden wieder. Als Plattform für Bürgerinnen und Bürger ist die Ausstellung so Ausgangspunkt der Diskussion um Religion und Gesellschaft.
Dabei stellte das Konzept die Beteiligten beim Formulieren vor eine interessante Herausforderung. So betont der mehrfach ausgezeichnete Choreograph Ben J. Riepe: "Ich bin bei den Fragen ganz bei mir gewesen und habe mir überlegt, was mich bewegt und beschäftigt. Anschließend habe ich diese Fragen in Unterhaltungen gestellt und geschaut, ob sie zu wirklich tiefen, aufregenden, existenziellen Gesprächen führen." Ben J. Riepe stellt den Besucherinnen und Besuchern Fragen, mit denen er sie direkt anspricht und auffordert, in sich hineinzuhorchen. Eine der von ihm gestellten Fragen lautet: "Kann man ein Bild, was andere sich machen, neu malen?"
Auch die Autorin Marlene Streeruwitz hat sich über die Möglichkeit, an dieser Ausstellung mitzuwirken, gefreut. Sie hat sich zu dem Thema Reformation einen ganz eigenen Zugang erarbeitet: "Für mich aus dem gegenreformatorisch bestimmten Wien war es vor allem interessant, die Reformation anhand der Geschichte der Düsseldorfer Gemeinde fast bis heute verfolgen zu können. Damit wurde dieser überbordend beladene Begriff 'Reformation' zur faßbaren Geschichte von handelnden Personen. Besonders beeindruckend an diesem Zugang ist es damit begreifen zu können, wie ernsthaft und wichtig Glaubensfragen für die einzelnen Leben genommen wurden. Gleichzeitig wird einmal mehr offenkundig, wie grundlegend bedeutend und gesellschaftsstiftend die Entscheidung war, die Gemeinde zum Zentrum gesellschaftlicher Entscheidungen zu machen und nicht wie im Katholizismus die Gestaltung der Gesellschaft der kirchlichen Hierarchie in Zusammenwirken mit dem feudalen Staat zu überlassen." Die bekannte Autorin geht noch einen Schritt weiter und sagt, dass sie sich für die heutigen Umstände die damalige Ernsthaftigkeit in persönlichen und gesellschaftlichen Dingen wünschen würde: "Eine Erneuerung der Demokratie müsste sicherlich einen solchen Weg der Gegenseitigkeit entlang führen, wie er uns in der reformatorischen Gemeinde zu Beginn der Reformation in Erinnerung gebracht wurde." In ihren 12 Fragen stellt Marlene Streeruwitz oft zwei Bilder einander gegenüber und hinterfragt gesellschaftliche, politische und religiöse Mechanismen wie zum Beispiel: "Gelebte Demokratie oder Kontrolle. Gemeindearbeit?"
Der Diskurs wird auch online verbreitet: Von den 95 Fragen steht täglich eine im Netz zum Kommentar bereit. Veranstaltungen (mit Gebärdensprachdolmetscher) begleiten die 95 Künstler- und Wissenschaftsbeiträge.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie Bruno Braun (Architekt), Robert Hartmann (Maler), Thomas Leander (Pianist), Ben J. Riepe (Choreograf), Joachim Schröder (Historiker), Marlene Streeruwitz (Autorin), Henrike Tetz (Theologin), Fabian Virchow (Sozialwissenschaftler), Yvonne Wasserloos (Musikwissenschaftlerin).
Ein Ausstellungsführer mit allen 95 Fragen steht in den Sprachen Deutsch, Englisch, Hebräisch und Arabisch zur Verfügung. Sehbeeinträchtigte und erblindete Besucherinnen und Besucher können Hörstationen und Audioguides nutzen.
Zur Eröffnung der Ausstellung "Reformation?" - lädt das Stadtmuseum in Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf am Donnerstag, 7. September, 19.30 Uhr in das Museum, Berger Allee 2, ein.
Weitere Informationen und den Link zum Blog und den Social Networks gibt es unter: www.duesseldorf.de/stadtmuseum

