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Kultur Veranstaltungen
Kunstraum Düsseldorf
"A Liquid Star Of Boiling Water"
Die Ausstellung, kuratiert von Sabine Maria Schmidt, ist vom 2. Juni bis 9. Juli zu sehen
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Wie lässt sich schildern, was zwischen den Bildern passiert, wie lässt sich das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren erzählen? "Jedes Bild ist ein leeres Bild" heißt ein Film von Christoph Faulhaber, der den Ausgangspunkt eines offenen Ausstellungsparcours von künstlerisch formulierten Erfahrungsfeldern in und mit öffentlichen und medialen Räumen im Kunstraum Düsseldorf, Himmelgeister Straße 107E, beginnt. Wie haben sich Reise- und Bewegungsformen in öffentlichen Räumen verändert, wie stark definieren und reflektieren mediale Räume Narrative von Freiheit, Kontrolle, Macht und Anarchie?
Mit Werken von Jimmie Durham (Berlin), Adela Goldbard (Mexiko D.C./Chicago), Christoph Faulhaber (Hamburg), Andrea Winkler (Berlin), Jan Bonny und Alex Wissel (Köln/Düsseldorf) sind Positionen aus unterschiedlichsten künstlerischen Kontexten eingeladen. Provozierend, poetisch oder konfrontierend: Alle künstlerischen Arbeiten der Ausstellung verbinden Momente filmischer, fotografischer, szenischer und theatralischer Inszenierung. Die Eröffnung der Ausstellung "A Liquid Star Of Boiling Water" ist am Donnerstag, 1. Juni, 19 Uhr. Interessierte können die Ausstellung bis zum 9. Juli im Kunstraum Düsseldorf sehen.
Jan Bonny und Alex Wissel
"Es geht um die Kunst. Es geht um Ideale." Mit ihren filmischen Skizzen für ihren mehrteiligen "Rheingold"-Zyklus gehen Jan Bonny und Alex Wissel neben großen und kleinen Geschichten des rheinischen Kunstbetriebes der noch größeren Geschichte des Neoliberalismus nach. Ihre als mehrteilige Gesellschaftssatire angelegte (Fernseh-)Serie fragt, was aus den Idealen der Kunst und der Sozialpolitik geworden ist, den Hoffnungen der 1968-ern Jahre und einer autonomen Künstlergeneration, die nicht mehr frei sein will. Für und im Kontext ihres Filmprojektes entstehen zahlreiche künstlerische Kooperationen, Vorträge, Texte und künstlerische Arbeiten. In der Ausstellung werden neue Zeichnungen und aktuelle filmische Arbeitsskizzen vorgestellt.
Christoph Faulhaber
Mit ungewöhnlichen Aktionen tastet der in Hamburg ansässige Künstler, Performer, Filmemacher und Autor Christoph Faulhaber den Handlungsspielraum des Individuums vor sich ständig verändernden Machtstrukturen in öffentlichen und medialen Räumen ab. Christoph Faulhabers autobiographisch angelegter Film "Jedes Bild ist ein leeres Bild" (2014) verknüpft die Aktionen des Künstlers aus fünfzehn Jahren in einer Mischung aus Dokumentation, Reisebericht, Fiktion- und Experimentalfilm. Als Alter Ego des Künstlers, das immer wieder das Geschehen reflektiert und kommentiert, nutzt er dafür den vom Spiele-Hersteller entwickelten Avatar Niko Bellic aus dem Videospiel "Grand Theft Auto". Im August 2015 inszenierte Christoph Faulhaber das Erfolgsmusical "Phantom der Oper" als Freiluft-Aufführung neu und zwar genau vor dem Gebäude, das einst wegen dieses Musicals besetzt worden war, die "Rote Flora" in Hamburg. Der zweite Film des Künstlers reflektiert und rekonstruiert in einer Montage aus eigenen Aufnahmen, Interviews und Medienberichten den langen Weg zur Durchführung dieses Großprojektes und kommt dabei neuen Phantomen auf die Spur, wie dem der "postsouveränen Macht".
Jimmie Durham
Jimmie Durham begann 1963 als Bildhauer zu arbeiten und war gleichzeitig seit den frühen 1960er-Jahren in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung politisch aktiv. 1987 verließ er die USA, ließ sich zuerst in Mexiko und 1994 schließlich in Europa nieder. In einer Vielzahl seiner Werke beschäftigt sich Durham insbesondere mit der Geschichte Europas sowie deren Einfluss auf die Welt, so 2012 in seinem Beitrag "The History of Europe" für die dOCUMENTA (13). In seinem Künstlerbuch In Europe versammelte Durham Porträt-Fotografien von sich an verschiedenen Orten und in Situationen, die den Schriftzug "Europe" zeigen. Die Fotografien heben die Alltäglichkeit des Eurobegriffs und seiner Verwendung in verschiedenen textuellen und kontextuellen Ausprägungen hervor.
Andrea Winklers
Andrea Winklers szenisch-fiktionale Arrangements aus Absperrungssystemen, Abfallspuren und hybriden Taschen-Skulpturen vermitteln auf den ersten Blick etwas noch Unabgeschlossenes oder Abgebrochenes. Sie rücken ihr eigenes Hergestelltsein in Szene und entwickeln Bezugspunkte zu abstrahierten, ästhetischen Systemen. Das imaginierte Kommen und Gehen in ihren begehbaren dreidimensionalen Collagen rückt Vorstellungen von Ordnung und Sicherheit einer instabil gewordenen Alltagswelt ins Bild. Was hier wie beiläufig aufeinandertrifft, entfaltet dabei ein materiell prägnantes und spekulatives Eigenleben.
Adela Goldbard
Die sorgfältige Konstruktion und Zerstörung temporärer Skulpturen in öffentlichen und filmischen Performances ist Ausgangspunkt der Serie "Para-Allegories" (2013-2015) von der aus Mexiko stammenden Künstlerin Adela Goldbard. Jedes der aus Karton rekonstruierten Abbilder lebensgroßer Fahrzeuge, Geldautomaten, oder Fassaden von Tankstellen und Geschäften ist in Mexiko unweigerlich mit spezifischer Symbolik und allgegenwärtiger Gewalthaftigkeit aufgeladen. Goldbards filmische Re-Enactments als metaphorischer Protest zielen zugleich auf die Korrumpierbarkeit von Bildern, deren Herkunft und Instrumentalisierung (durch Regierung, Drogenkartelle oder Medienvertreter) kaum mehr zu fixieren ist.
Sonderveranstaltung
Die Ausstellung "A Liquid Star Of Boiling Water", kuratiert von Sabine Maria Schmidt, ist vom 2. Juni bis 9. Juli im Kunstraum Düsseldorf, Himmelgeister Str. 107 E, zu sehen. Öffnungszeiten: donnerstags und freitags von 15 bis 20 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr. Im Rahmen der Ausstellung wird zudem zu einer Sonderveranstaltung am Donnerstag, 6. Juli, 20 Uhr geladen. Unter dem Titel "Wunschpublikum für hypothetische Diskussionen" findet ein Gespräch in der Ausstellung moderiert von Sabine Maria Schmidt statt.