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Kultur
Architektur und Film: Auf die Plätze - Stadt braucht Räume
Filmreihe im Filmmuseum Düsseldorf vom 8. bis 29. November
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Der öffentliche Raum ist das Thema der 22. Ausgabe der Reihe Architektur und Film, die das Filmmuseum Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW vom 8. bis zum 29. November präsentiert. Zwei Dokumentationen schildern die Herausforderungen, denen zeitgenössische Architekten bei der Verwirklichung urbaner Raumplanung gegenüber stehen. Der städtische Platz als Bühne öffentlichen Lebens steht im Mittelpunkt zweier Spielfilme.
Die Reihe wird von Einführungen begleitet, die die Hintergründe und Besonderheiten der jeweiligen Filme im Kontext der Reihe thematisieren.
Öffentliche Räume sind seit jeher prägende Elemente einer Stadt, sie geben ihr Antlitz und Identität. Sie sorgen für Lebensqualität der Bewohner und sind ein wichtiger Garant für demokratische Stadtkultur und Orte der Begegnung. Seit den 1960er-Jahren rückt die Bedeutung des öffentlichen Raumes bei der Stadtplanung stärker in den Vordergrund. Städtebaukritiker wie Jane Jacobs und Wolf Jobst Siedler wenden sich gegen die zunehmende Verdrängung freien Raumes in den Städten durch Bauprojekte sowie die strikte Trennung von Arbeit und Leben und fordern demgegenüber vielfältig gestaltete urbane Plätze, die zum Ort der Kommunikation, Integration und Identität werden. Nur so könne im Zeitalter virtueller Räume die Stadt wieder zum Schauplatz realer Begegnungen werden, und diese Belebung innerstädtischer Plätze werde zum wichtigen Mittel im Kampf gegen deren Verwahrlosung.
Ein Höhepunkt der Reihe ist der Spielfilm "Jour de Fête" (1949), der in einer selten gezeigten restaurierten 35mm-Farbfassung vorgeführt wird. Weiter auf dem Programm steht Federico Fellinis berühmtes Werk "La Dolce Vita" (1960) sowie die beiden Dokumentationen "Urbanized" (2011) in Erstaufführung und "The Human Scale" (2012).
Filmprogramm
Mittwoch, 8. November, 20 Uhr
"The Human Scale"
DK 2012, 83 Min., OmU, digitalDCP, FSK 0. Regie und Drehbuch: Andreas Dalsgaard; Kamera: Manuel Alberto Claro, Heikki Färm u.a.; Darsteller: Jan Gehl, Rob Adams, Robert Doyle u.a.
Seit über 40 Jahren steht für den Architekten und Städteplaner Jan Gehl das Leben der Menschen in Großstädten im Mittelpunkt seiner visionären Arbeit. Er zielt auf die Optimierung der Beziehung zwischen gebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner. Eine Absage an die Überflutung durch Autos, stattdessen die Rückeroberung öffentlicher Plätze für Fußgänger und Fahrradfahrer.
Vorfilm: "Butterfly † 1975"
NL 1973; 4 Min., OF, digital, ab 18 Jahren, Regie: Gerrit van Dijk, Peter Brouwer
Einführung: Matthias Knop (Filmmuseum)
Mittwoch, 15. November, 20 Uhr
"La Dolce Vita" - "Das süße Leben"
I/F 1960, 174 Min., DF, digital1080p, FSK 12, Regie: Federico Fellini; Drehbuch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli; Kamera: Otello Martelli; Darsteller: Marcello Mastroianni, Anita Ekberg, Anoul Aimée, Lex Barker u.a.
Einführung: Ramona Stuckmann (Kunsthistorikerin, Dortmund)
Mittwoch, 22. November, 20 Uhr (Erstaufführung)
"Urbanized"
USA 2011, 85 Min., OF, digital1080p, ab 18 Jahren, Regie und Drehbuch: Gary Hustwit; Kamera: Luke Geissbuhler, Darsteller: Oscar Niemeyer, Rem Koolhaas, Michael Sorkin u.a.
Dass "Urban Design" nicht nur ein leeres Schlagwort ist, sondern als Vernetzung verschiedener Designdisziplinen grundlegenden Strategien folgt, zeigt dieser Film. Er beleuchtet die "Sprache der Stadt" und lässt Akteure der Branche zu Wort kommen, um sich über die Möglichkeiten des Urban Designs zu äußern. Er beleuchtet dabei auch historische Entwicklungen sowie soziologische und umweltbezogene Kräfte, die auf Weltstädte einwirken.
Einführung: Matthias Knop (Filmmuseum)
Mittwoch, 29. November, 20 Uhr
"Jour de Fête" - "Tatis Schützenfest"
F 1949, 77 Min., DF, 35mm, FSK 6, Regie: Jacques Tati; Drehbuch: Jaques Tati, Henri Marquet, René Wheeler; Kamera: Jacques Marcanton, Jacques Sauvageot, Darsteller: Jacques Tati, Guy Decomble, Paul Frankeur u.a.
Das Filmmuseum zeigt die selten gezeigte restaurierte 35mm-Farbfassung.
Einführung: Ramona Stuckmann (Kunsthistorikerin, Dortmund)