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Stadtgrün
Baum des Jahres 2020: Robinie zieht in Feldmühlepark ein
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Es gibt viele Gründe, Bäume zu pflanzen: Sie verbessern das Stadtbild, das Stadtklima und die Lufthygiene. Sie sorgen für Entspannung und ein höheres Wohlempfinden inmitten der Stadt, was insbesondere in diesen schwierigen Zeiten angesichts der Situation rund um das Coronavirus wertvoll und wichtig ist. Der Tag des Baumes am 25. April ist ein ganz besonderer Anlass dafür, einen Baum zu pflanzen. Mit der Robinie (Robinia pseudoacacia) hat das Kuratorium in diesem Jahr eine Art zum Baum des Jahres gekürt, die polarisiert.
"Die Robinie wird unter anderem von Naturschützern, Städteplanern und Forstleuten kontrovers diskutiert", erklärt Doris Törkel, Leiterin des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes. "Zwar bedroht der 'Baum des Jahres 2020' als invasive Art einerseits heimische Naturkleinode; zugleich ist er jedoch Hoffnungsträger im klimabedingten Waldumbau. Die Robinie ist weiterhin auf ihre Eignung als Zukunftsbaum zu testen. Es wird sich zeigen, ob sie sich als anpassungsfähige Baumart bewährt, die besonders gut mit den zu erwartenden klimatischen Veränderungen zurechtkommt."
Anlässlich dieses besonderen Tages erhält Düsseldorf eine neue Robinie, die das Gartenamt im Feldmühlepark gepflanzt hat. In Düsseldorf gibt es insgesamt rund 10.300 Robinien: Davon sind 3.500 Bäume an Straßen, 1.800 in Grünanlagen sowie 5.000 im Stadtwald zu finden. Insbesondere bei den Robinien an Straßen ist in den letzten Jahren aufgefallen, dass sie ab dem 30. Standjahr anfällig für Astbrüche sind und überdurchschnittlich oft Wurzel- und Stammfäule aufweisen. Aufgrund dieser Nachteile und vor dem Hintergrund der Biodiversität und dem Klimawandel wird in Düsseldorf ein Wechsel hin zu anderen Baumarten der Zukunftsbaumliste vollzogen.
Robinie: Zugleich invasive Baumart und Hoffnungsträger für die Zukunft
Zarte Fliederblätter und duftend weiße Blütenstände, die von bizarr verzweigten Kronen herabhängen und helle Tupfer in die sommerlichen Wälder zaubern - wer könnte von dieser Schönheit etwas Schlechtes denken. Dennoch ist die vor über 300 Jahren in Mitteleuropa eingeführte Robinie für die heimische Flora eine Konkurrenz; denn sie ist eine Meisterin im Besiedeln der unwirtlichsten Lebensräume. Das Geheimnis ihres Erfolges steckt unter der Erde: Bakterien, die an der Wurzel leben, fixieren Luftstickstoff. Dieser reichert sich im Boden an - für stickstoffarme Naturräume wie Magerrasen bedeutet dies meist das Ende. Zwar ist der Anteil von Robinien in deutschen Wäldern mit etwa 0,1 Prozent gering. Doch wo die Baumart sich etabliert hat, ist sie nahezu unverwüstlich. Die Robinie steht daher auf der Liste der invasiven Baumarten.
Dennoch könnte die kontrovers diskutierte Art bei fortschreitender Klimaerwärmung Hoffnungsträgerin werden: Da sie salz- und immissionstolerant ist, kommt die Robinie gut mit dem Klima und den schwierigen Bodenverhältnissen in der Stadt zurecht. Als Bienenweide ist sie in Zeiten des Insektensterbens eine bedeutende Protagonistin in der Gewinnung von Honig und spielt so eine wichtige Rolle bei der Bestäubung anderer Arten. Ihr zähes Holz weist eine hohe Witterungsbeständigkeit auf und stellt im Außenbereich eine ideale Alternative zu Tropenhölzern dar. Damit die Robinie bei der Mischung klimastabiler Wälder eine Rolle spielen kann, ist weitere intensive forstwissenschaftliche Forschung notwendig.
Hintergrund: Robinie
Die häufig mit der Akazie verwechselte Robinie - daher ist sie auch als "Scheinakazie" bekannt - zierte im 17. Jahrhundert zunächst Barockgärten und Parks. Bald fand sie aufgrund ihres ungewöhnlich harten Holzes Verwendung im Grubenbau, und Forstleute wagten die ersten Versuche sie im Wald einzubringen. Als Pionierbaumart beeindruckt sie durch ungewöhnlich schnelles Wachstum in den ersten Lebensjahrzehnten, enttäuscht aber bei der Stammqualität. Nichtsdestotrotz lässt sich das Holz vielfach verwenden: Es ist zäh, witterungsbeständig und auch heute noch beliebt für den Bau von Brücken, Spielplatzgeräten und Terrassenmöbeln.
Hintergrund: Tag des Baumes
Der Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück (1872) und wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmals am 25. April 1952 begangen; seit 1989 wird jährlich ein "Baum des Jahres" ernannt. Am Tag des Baumes werden jedes Jahr Feierstunden und Baumpflanzaktionen organisiert, um die Bedeutung der Bäume für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein zu halten. Die Robinie ist nun der 32. Jahresbaum. Die Liste der Jahresbäume von 1989 bis heute findet sich online unter www.baum-des-jahres.de.

