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Verwaltung Stadtentwicklung
Bezirksvertretung 6 befasste sich mit Verkehr und Bebauungsplan
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Die Bezirksvertretung 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath, Mörsenbroich) hat sich in ihrer Sitzung am 24. Mai unter anderem mit einer Vielzahl von Themen, insbesondere Bauangelegenheiten und aus aktuellem Anlass mit der Verkehrssituation in der Gartenstadt Reitzenstein, befasst:
Verkehrssituation "Gartenstadt Reitzenstein"
Die Bezirksvertretung 6 hat in Gegenwart vieler Anwohnerinnen und Anwohner aus der Gartenstadt Reitzenstein sowie der Ludwig-Beck-Straße im Rahmen eines Interfraktionellen Antrages die Verwaltung gebeten, die Bürgerinnen und Bürger über die geplante Verkehrsführung in der Gartenstadt Reitzenstein und die vorgesehene Evaluierung derselben zu informieren und eine für die Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohner tragfähige Lösung abzustimmen. Bis die im Bebauungsplan ausgewiesenen Poller rechtsverbindlich werden, soll auf den mittleren Poller vorerst verzichtet werden.
Bebauungsplan-Vorentwurf Nr. 06/004 - Nördlich Westfalenstraße (Nordteil) -
Der Investor, der bereits Bauherr beim Südteil war, beabsichtigt nun, auch den Nordteil zu entwickeln. Nach mehreren Abstimmungsgesprächen mit der Verwaltung handelt es sich bei dem vorgelegten Entwurf des ebenfalls wiederum beteiligten Büros "pinkarchitektur" um eine Überarbeitung des letzten Planungsstandes. Die Grundzüge der bisherigen Planung (Blockrandbebauung mit grünen Innenhöfen) wurden im Wesentlichen beibehalten. Die Erschließungsstraße des Südteils, die derzeit in einem Wendehammer endet, kann als Ringstraße fortgeführt werden.
Als weiterer Unterschied zu der Planung des damaligen Siegerentwurfs ist zu vermerken, dass kein Bestandsgebäude erhalten bleibt. Dies hat zum Hintergrund, dass nach eingehender Prüfung durch Fachgutachter festgestellt werden musste, dass die Belastung der für den Erhalt vorgesehenen Halle und des Bunkers mit Chemikalien zu groß ist (Eindringung der Schadstoffe auch in die Bausubstanz).
Die im Südteil neu entstehende Fußgängerzone zwischen Quartiersplatz und Einkaufszentrum wird Richtung Norden fortgesetzt und weitet sich zu einem zweiten öffentlichen Platz aus. Um diesen gruppiert der Investor nun - als wesentlichen Unterschied zur bisherigen Planung - drei Hochpunkte mit neun, elf und zwölf Geschossen. Der Investor bietet an, die geforderte Quote aus dem Handlungskonzept Wohnen vollständig zu erfüllen, das heißt, er beabsichtigt 20 Prozent geförderte und 20 Prozent preisgedämpfte Wohneinheiten zu errichten.
Die Bezirksvertretung 6 lehnt den vorgelegten Bebauungsplan-Vorentwurf ab und bittet die Verwaltung, die Planung an dieser Stelle zu überarbeiten, die Hochpunkte auf maximal vier bis sechs Etagen zu begrenzen und die Vorlage dann überarbeitet neu vorzulegen. Bezüglich dem gemäß Handlungskonzept Wohnen vorgesehenen Bau von 20 Prozent geförderten Wohnungen, bittet die Bezirksvertretung 6 diese Wohnungen auf Auszubildende, Studenten und Senioren zu beschränken.
Workshopverfahren ehemalige Fashion-Häuser
Die beiden im Bereich der Danziger Straße ansässigen Fashion-Häuser sind als solche langfristig wirtschaftlich nicht mehr erhaltenswert. Die Firma CR Immobilien GmbH als Vertreter des Eigentümers der Liegenschaften plant diesbezüglich, die notwendigen Schritte zur Umnutzung des Areals an der Danziger Straße durchzuführen. Nach Abriss der beiden Gebäude soll an dieser Stelle ein hochwertiges nutzungsgemischtes Wohnquartier entwickelt werden. Im Zuge eines partizipativ angelegten Workshop-Verfahrens soll durch eine umfassende Einbindung aller relevanten Verfahrensbeteiligten und der Öffentlichkeit ein nachhaltiges und qualitätvolles Konzept für die zukünftige Nutzung erarbeitet werden, dass als Grundlage für die anstehende Bebauungsplanung dienen soll. Unter intensiver Mitwirkung der Öffentlichkeit soll eine dem Ort angemessene, qualitätsvolle Lösung zur zukünftigen Nutzung der Flächen gefunden werden.
Es liegen erste konzeptionelle Überlegungen von "msm Architekten, Düsseldorf/Köln/Frankfurt" zu einer möglichen Nachnutzung der beiden Teilflächen und einer möglichen Entwicklung des Quartiers vor. Sie sollen als Diskussionsgrundlage für das Workshop-Verfahren dienen. Allen Entwurfsvarianten liegen gemeinsame Überlegungen zugrunde:
- Um den erheblichen Verkehrslärm der Danziger Straße effektiv einzudämmen, werden im Westen entlang der Danziger Straße geschlossene Lärmschutzbebauungen in ausreichender Größe vorgesehen.
- Im Osten nehmen die unterschiedlichen Varianten Bezug auf das angrenzende Wohngebiet und entwickeln sich entsprechend ihrer Höhe und einer dem städtebaulichen Kontext angepassten Maßstäblichkeit.
- Hochpunkte bilden den Auftakt und wichtige Identifikationspunkte für eine Quartiersentwicklung.
- Ziel ist ein lebendiges Wohnquartier, bei dem Erdgeschosszonen an dafür günstigen Stellen mit Einzelhandel oder Gastronomie aktiviert werden können. Dies bietet sich insbesondere an den Quartiersplätzen an. Im Gesamt-Nutzungsmix ist durchaus auch ein Hotel denkbar.
- Angestrebt ist eine hohe Qualität der Außenanlagen. Ebenso wie bei den Gebäuden, ist die Gestaltung des Freiraums elementar für eine gelungene Quartiersentwicklung.
Die Bezirksvertretung 6 nimmt ablehnend Kenntnis und weist darauf hin, dass das im Stadtbezirk 5 liegende Projekt "Fashion House" im Sinne der Bezirkssatzung - durch die verkehrliche Erschließung, aber auch durch die von den Hochpunkten ausgehende Verschattung - die Interessen des Stadtbezirks 6 ganz wesentlich berührt. Vor diesem Hintergrund fordert die Bezirksvertretung 6 in gleichem Maße in das Projekt sowie die Entscheidung eingebunden zu werden, wie die Bezirksvertretung 5. In diesem Zusammenhang lehnt die Bezirksvertretung 6 die vorgesehenen Hochpunkte ab und bittet diese, auf maximal vier bis sechs Etagen zu begrenzen.
Bebauungsplan-Vorentwurf Nr. 06/007 Öffentlichkeitsbeteiligung - Theodorstraße - Am Hülserhof –
Ziel des Bebauungsplanverfahrens "Theodorstraße - Am Hülserhof" ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung eines Bau- und Gartenfachmarktes zu schafen. Dieser soll über ein Drive-In (= befahrbare Baustoffhalle) verfügen und eine Verkaufsfläche von rund 19.000 Quadratmeter sowie die dazugehörigen Frei- und Stellplatzflächen und eine Bürobebauung im Eckbereich erhalten. Die Entwicklung von großflächigem Einzelhandel soll im Anschluss an den vorhandenen Fachmarktstandort nördlich der Straße Zum Gut Heiligendonk erweitert werden.
Im südlichen Bereich des Plangebiets wird ein Bürostandort an der Theodorstraße entwickelt. Im Kreuzungsbereich der Theodorstraße zur Straße Am Hülserhof ist ein 15-geschossiger Gebäuderiegel geplant. Der Hochpunkt soll zusammen mit zwei benachbarten siebengeschossigen Baukörpern als städtebauliche Landmarke für den Gewerbestandort an der Theodorstraße dienen und stadträumliche Funktion übernehmen. Mit den jetzt vorgesehenen 15 Geschossen (Gebäudehöhe rund 55 bis 60 Meter über Grund) kann dies gewährleistet werden. Die drei senkrecht zur Theodorstraße stehenden geplanten Gebäude sollen durch zweigeschossige Zwischentrakte miteinander verbunden werden. Am westlichen hohen Gebäude ist ein öffentlicher Fuß- und Radweg geplant, der den bestehenden Radweg an der Theodorstraße mit dem Radweg am Rather Broicher Grenzgraben verbindet. Die Erschließung des geplanten Fachmarktes erfolgt über die Straßen Am Hülserhof und Zum Gut Heiligendonk.
Die Bezirksvertretung 6 empfiehlt dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung einstimmig eine vorlagegemäße Beschlussfassung. Ferner beauftragt sie die Verwaltung, die Öffentlichkeitsbeteiligung in Form einer öffentlichen Versammlung (Stadtplanung zur Diskussion) durchzuführen. Die Bezirksvertretung 6 bittet, den vorgesehenen Hochpunkt nicht höher als das benachbarte Van der Valk Airporthotel zu planen und zu bauen.
Bauanträge
Die Bezirksvertretung 6 genehmigte einstimmig die folgenden Bauvorhaben:
- Nordteil "Nördlich Westfalenstraße": Am Gatherhof 19, 21, 23, 25 - BG 4 + BG 7 - Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses
- Recklinghauser Straße 95: Neubau eines sechsgeschossigen Wohn- und Parkgebäudes mit 27 Wohneinheiten und zwei Parkgeschossen
- Bauantrag Recklinghausener Straße 75, 77, 79, 79a, 81, 83, 85, 85a, 87, 89, 91, 93 und Gelsenkirchener Straße 1, 3, 5, 7, 9, 11, 11a, 13, 15, 17, 17a: Aufstockung von 18 Wohngebäuden (Erweiterung um jeweils zwei Wohneinheiten) beziehungsweise an fünf Zeilenbauten Anbau jeweils eines weiteren Wohngebäuds.
Flughafenparker
Die Bezirksvertretung 6 hat die Verwaltung im Rahmen eines Interfraktionellen Antrages gebeten, die im Gewerbegebiet Lichtenbroich aufgestellte Beschilderung gegen Flughafenparker auch in folgenden Bereichen dauerhaft aufzustellen:
- im Quartier "n",
- der gesamten Wanheimer Straße,
- Kürtenstraße zwischen Hamborner Straße und Lichtenbroicher Weg,
- Wahlerstraße ab Haus-Nr. 32 bis Theodorstraße,
- Am Gatherhof ab Bochumer Straße bis Wittener Straße,
- Bochumer Straße ab Recklinghauser Straße bis Am Gatherhof,
- Tiefenbroicher Weg nördlich der A44, insbesondere die Parkplätze am Baggersee.
Darüber hinaus soll im Bereich Lichtenbroicher Weg Haus-Nr. 29-95 die aktuelle Beschilderung "Quartiersparkplätze" durch eine Parkscheibenregelung, beispielsweise von 10 bis 15 Uhr, ersetzt werden.
Finanzierung von Projekten
Darüber hinaus hat die Bezirksvertretung 6 die Finanzierung der nachfolgenden Projekte aus ihren Mitteln beschlossen:
- Ehemaliger Kinderspielplatz Damaschkestraße: Die Umgestaltung zu einer Boule-Fläche mit Sitzgelegenheiten wird mit bis zu 12.000 Euro aus den Bauunterhaltungsmitteln finanziert.
- Bezirkssportanlage Ammerweg, Verbindungsweg zum Gehweg der östlich anschließenden Grünanlage: Für die Befestigung des bisherigen Trampelpfades stellt die Bezirksvertretung 6 Bauunterhaltungsmittel in Höhe von bis zu 6.000 Euro zur Verfügung.
- Seniorenclub St. Maria unter dem Kreuze: Einen Festbetragszuschuss für den Ausflug nach Cochem an der Mosel in Höhe von 350 Euro.
- Bürger-Schützenverein 1925 e.V. Düsseldorf-Rath: Einen Festbetragszuschuss für die Ersatzanschaffung eines Aufsitzrasenmähers in Höhe von 700 Euro.
- SG Unterrath 1912/24 e.V.: Einen Festbetragszuschuss für den defizitär verlaufenen 3. Internationalen Ostercup am 15. April 2017 in Höhe von 2.500 Euro.
- Antrag Jüdische Gemeinde Albert-Einstein-Gymnasium: Anschaffung eines Spielgerätehauses für den Schulhof des neuen Jüdischen Gymnasiums auf der Theodorstraße 297 in Höhe von 1.749 Euro aus Mitteln "Förderung Dritter 2017".