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Kultur
Hetjens - Deutsches Keramikmuseum
Bürgermeister Friedrich G. Conzen stellt Sammler Norbert Blaeser vor: Porträt mit Kurzführung
Die Sommerausstellung "Apulia Incognita - auf Spurensuche in Süditalien" ist vom 13. Juli bis 22. Oktober zu sehen
Erstellt:
Im Rahmen der Sommerausstellung "Apulia Incognita - auf Spurensuche in Süditalien", die vom 13. Juli bis 22. Oktober stattfindet, hat Bürgermeister Friedrich G. Conzen am Freitag, 14. Juli, den Sammler Norbert Blaeser im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, vorgestellt.
Der Galerist Norbert Blaeser führte jahrzehntelang auf der Bilker Straße eine Galerie mit Skulpturen und Gemälden der Klassischen Moderne. Seine private Sammlung daunisch-messapischer Keramik, über 40 Jahre sorgfältig zusammengetragen, ist im Hetjens zum ersten Mal ausgestellt und zeigt vom 13. Juli bis 22. Oktober faszinierende Artefakte dieser noch teilweise unerforschten Zivilisation Süditaliens.
Bürgermeister Friedrich G. Conzen: "Mit großer Leidenschaft hat der Galerist Norbert Blaeser 60 antike Keramiken der Daunier zusammengetragen. Ich freue mich sehr, dass seine private Sammlung erstmals im Hetjens ausgestellt wird. Sie wird sicher viele Menschen begeistern."
Hintergrund:
Apulien lag in der Antike strategisch günstig an einer wichtigen maritimen Handelsroute zwischen dem adriatischen und ionischen Meer. Die fruchtbare Landschaft wurde seit Jahrtausenden besiedelt. Über die Lebenswelt und Abstammung der indigenen Bewohner - die Illyrer, Daunier, Peuketier und Messapier - war lange Zeit nur wenig bekannt. Die erhaltene daunische Keramik ermöglicht durch ihre Form und Bemalung jedoch Rückschlüsse auf Bestattungssitten, Handelsbeziehungen und Siedlungsgebiete.
Die Abstammung der frühen Bewohner ist in der Wissenschaft aufgrund fehlender schriftlicher Aufzeichnungen noch nicht endgültig geklärt. Erst die Griechen, die dort im 8. Jahrhundert vor Christus Kolonien gründeten, mutmaßten über deren Herkunft und mythologischen Ursprung auf der griechischen Insel Kreta oder die Einwanderung aus Illyrien, jenseits der adriatischen Küste. Sie nannten sie je nach Siedlungsgebiet Illyrer, Daunier, Peuketier und Messapier.
Zahlreiche archäologische Funde stammen aus Gräbern: Die in beachtlicher Qualität und Anzahl erhaltenen keramischen Artefakte nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Geometrische Muster ab dem 8. Jahrhundert vor Christus und in der Folge figürliche Darstellungen an flachen Trinkschalen mit lang gezogenen Henkeln zierten die typischen Formen. Einzelne Gefäße wurden bis zur endgültigen Eroberung durch die Römer im 1. Jahrhundert vor Christus herkömmlich mit der Hand geformt und nicht auf der längst gebräuchlichen Töpferscheibe gefertigt - wohl ein bewusster Umgang mit eigenen Traditionen.
Mit den griechischen Einwanderern kamen aber auch technische Neuerungen in die lokalen Werkstätten: Die apulisch rotfigurige Keramik, die mit feinem Pinselstrich und mythologischen Szenen bemalt ist, orientierte sich an griechischen Vorbildern; die Gnathiakeramik zeigt auf dunklem Grund leuchtende Szenen in kontrastreichen Farben.

