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Kultur Veranstaltungen

Filmmuseum Düsseldorf

Die Welt des Trickfilms

Letzter Monat der Lotte-Reiniger-Ausstellung


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Noch bis Sonntag, 30. April, kann man die Sonderausstellung "Lotte Reiniger und der absolute Film" im Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, erleben. Die Ausstellung widmet sich dem Werk der Trickfilmmacherin Lotte Reiniger und stellt dieses der deutschen Filmavantgarde gegenüber. Reiniger gilt als Pionierin des Trickfilms – und zwar vor Walt Disney. Denn sie brachte mit "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" im Jahr 1926 den ersten abendfüllenden Silhouetten-Animationsfilm der Welt ins Kino. Die Geschichte rund um den Prinzen Achmed greift Motive aus der Märchenwelt von "Tausend und eine Nacht" auf. Mithilfe seines Zauberpferds reist Achmed zu den exotischsten Orten der Welt und muss dabei gegen Dämonen, Riesenschlangen und den bösen Zauberer kämpfen.

 

Die Besucher der Ausstellung erwarten Szenen aus Lotte Reinigers fabelhaften Silhouetten-Filmen auf Großleinwänden. Formale Bildvergleiche mit effektvoll hinterleuchteten Szenenfotos des Achmed-Films mit Werken des Expressionismus und der Avantgarde zeigen verblüffende Berührungspunkte, denn Reiniger erstellte ihre Filme unter dem Einfluss dieser beiden Strömungen. Es entsteht ein faszinierendes Bild der kreativen Atmosphäre im Berlin der 1920er-Jahre: Reiniger war befreundet mit Künstlern wie László Moholy-Nagy, Karl Schmidt-Rottluff, Carl Zuckmayer, Bert Brecht, Fritz Lang oder Kurt Weill.


Ein wichtiges Thema der Ausstellung ist auch die liebevolle Machart, mit der Reiniger die Silhouetten-Filme herstellte. Ihre feinst ausgearbeiteten Scherenschnitt-Figuren erweckte sie mittels zahlreicher Gelenke zum Leben. Reinigers weltweit noch einzig erhaltenen Original-Figuren sowie ihr Original-Tricktisch Reinigers können bewundert werden. Für die Ausstellung hat das Filmmuseum sogar einen interaktiven Tricktisch nachgebaut. An diesem können die Besucher, wie Lotte Reiniger selbst, Scherenschnitt-Figuren animieren und so ihr eigenes Märchen erstellen – ein besonderer Spaß für Kinder aber auch Erwachsene. Der entstandene Film kann auf einem USB-Stick mit nach Hause genommen werden.


Lotte Reiniger ist dem Filmmuseum in besonderer Weise verbunden: Im September 1980 gestaltete Reiniger anlässlich der Filmausstellung "Lichtträume und Schattenbilder" im Filminstitut Düsseldorf, dem Vorläufer des Filmmuseums, ihren letzten Film "Die vier Jahreszeiten" live vor Publikum.

Die Ausstellung entstand in Kooperation des Filmmuseums Düsseldorf mit dem Stadtmuseum Tübingen. In beiden Häusern werden Teile des Nachlasses Lotte Reinigers aufbewahrt.

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