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Düsseldorfer Feuerwehrchef in den Ruhestand verabschiedet
Peter Albers scheidet nach 36 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus
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Der Leiter des Amtes Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Peter Albers geht nach 36 Jahren Feuerwehrdienst in den wohlverdienten Ruhestand. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies sowie weitere Beigeordnete und zahlreiche Gäste haben Peter Albers am Donnerstag, 24. August, im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus offiziell verabschiedet. Im Rahmen dieser Feierstunde bekam Peter Albers das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen.
Oberbürgermeister Thomas Geisel bedankte sich persönlich bei Peter Albers: "Düsseldorf hat Ihnen viel zu verdanken. Mit Ihrem Wissen, Ihrer Erfahrung und Führungsstärke halfen Sie der Stadt, Krisensituationen wie den Flughafenbrand 1996, den Pfingststurm ELA 2014 oder den Brand der Flüchlingsunterkunft auf dem Messegelände 2016 zu meistern. Sie stärkten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Rücken und gingen mit gutem Beispiel voran. So war es für Sie als 'Feuerwehrchef' eine Selbstverständlichkeit, an Heiligabend Ihre Mannschaften auf den Wachen zu besuchen und sich auf diesem Wege für den Einsatz zu bedanken. Im Namen der Landeshauptstadt bedanke ich mich nun für Ihr außergewöhnliches Engagement und wünsche Ihnen einen schönen Ruhestand in Ihrer Heimat Niedersachsen, in die sie nun zurückkehren werden."
Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies betonte: "Durch seine bemerkenswerten Leistungen verschaffte sich Peter Albers hohen Respekt und Vertrauen innerhalb als auch außerhalb des Amtes. Sein über drei Jahrzehnte währender Einsatz hat die Feuerwehr Düsseldorf zu der modernen und profesionellen Institution gemacht, die sie heute ist."
Der studierte Physiker startete im Jahr 1981 als Brandreferendar bei der Berufsfeuerwehr Düsseldorf. Nach zahlreichen Führungspositionen innerhalb der Feuerwehr übernahm er ab 2006 die Leitung der Feuerwehr Düsseldorf.
Albers, der 1957 in Schüttorf, Niedersachsen, geboren wurde, ging nach dem Abitur nach Darmstadt, um Physik zu studieren. Nach dem Abschluss seines Studiums, 1981 begann seine Feuerwehrkarriere. In Ausbildungsabschnitten - unter anderem bei den Feuerwehren Dortmund, Köln und Duisburg sowie der Bezirksregierung Köln - konnte der junge Brandreferendar viele Einblicke sammeln und sein gutes Strategiewissen bei Prozessen der Gefahrenabwehr und der Verwaltungsorganisation weiter vertiefen.
Zwei Jahre später, nach erfolgter Prüfung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst, startete er 1983 als Leiter der Abteilung Personalentwicklung, Aus- und Fortbildung in Düsseldorf. Schnell gelang es ihm seine Vorgesetzen von seinem Sachverstand, seiner Zielstrebigkeit und seinem Führungsgeschick zu überzeugen, sodass er 1990 als damals 33-Jähriger zum stellvertretenden Amtsleiter bestellt wurde. Am 1. November 2006 trat Peter Albers dann die Nachfolge von Armin Harbort an und wurde somit Leiter der zweitgrößten Feuerwehr Nordrhein-Westfalens.
Größere Einsätze während Peter Albers' Feuerwehrdienst
Albers hat in seiner Zeit bei der Feuerwehr viele größere Einsätze miterlebt. Zu den sicherlich in Erinnerung bleibenden Ereignissen zählen der Wohnhauseinsturz an der Krahestraße nach einer Gasexplosion im Juli 1997, der Brand der St. Peter-Kirche 2006, das Busunglück mit 20 verletzten Kindern im Jahr 2010 an der Rotterdamer Straße und die Kesselwagenentgleisungen 2013 im Derendorfer Güterbahnhof. Im Dezember 2014 kam es zu einem Brand im Evangelischen Krankenhaus und im Juni 2016 zu einem Brandereignis, als eine Flüchtlingsunterkunft in der Nähe der Messe vollkommen ausbrannte.
Das für Peter Albers längste Einsatzgeschehen ist zugleich auch in der Geschichte der Düsseldorfer Feuerwehr das längste und größte Einsatzszenario: Nach dem Pfingststurm ELA im Juni 2014 galt es schnell die Infrastruktur der Landeshauptstadt wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Über zehn Tage koordinierten Albers und sein Führungsteam aus dem Lagezentrum an der Hüttenstraße die über 8.000 Schadensmeldungen und führten teilweise gleichzeitig über 1.500 Einsatzkräfte in der Landeshauptstadt.
Den Flughafenbrand am 11. April 1996 wird Peter Albers nie vergessen. Er koordinierte als ranghöchster Feuerwehrmann am Flughafen die Rettungs- und Löscharbeiten. Der Flughafenbrand zeigte, dass die Feuerwehr noch leistungsfähiger aufgestellt werden musste, wofür sich Albers einsetzte. Dieser Einsatz hat bis heute maßgeblich seine Arbeit geprägt.
In der Zeit vom 7. September 2015 bis zum 6. März 2016 erreichten rund 42.000 Flüchtlinge das Drehkreuz am Düsseldorfer Fernbahnhof. Der Aufbau, die Infrastruktur und die Arbeitsabläufe sowie die Organisation von Weiterreisen wurden gerade zu Beginn im städtischen Krisenstab organsiert. Neben der Sozialverwaltung galt für die Feuerwehr, die die Geschäftsführung im Krisenmanagement inne hat, die entsprechenden strukturellen Voraussetzungen zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Peter Albers war während dieser Zeit durch seine Routine und Erfahrungen ein wertvolles Mitglied dieser Organisationseinheit.
Peters Albers' Einsatz für die Feuerwehr
In seine Amtszeit fiel unter anderem der Neubau der Feuer- und Rettungswache 5 an der Flughafenstraße. Sie wurde für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erforderlich.
Weiterhin setzte sich der Amtsleiter für die Modernisierung der Berufsfeuerwachen Hüttenstraße, Quirinstraße, Münsterstraße, Behrenstraße, Frankfurter Straße und Gräulinger Straße sowie der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr ein.
Die Feuer- und Rettungswache in Garath mit angeschlossener Feuerwehrschule bekam im Februar 2016 eine neue, hochmoderne Atemschutzübungsstrecke mit Brandsimulationsanlage. Rund 4,6 Millionen Euro investierte die Stadt an diesem Feuerwehrstandort. Peter Albers wurde nicht müde immer wieder daran zu erinnern, dass leistungsfähige und fitte Feuerwehrleute unabdingbar für eine starke Feuerwehr sind und diese auch Brandübungen in solchen Anlagen absolvieren müssten.
Um die körperliche Fitness bei den Feuerwehrleuten aufrechtzuerhalten und den Teamgeist zu fördern, führte Albers im Jahr 2012 das Deutsche-Feuerwehr-Fitness-Abzeichen ein. Hier werden die für den Einsatzdienst erforderlichen sportlichen Tätigkeiten der Feuerwehr mehr berücksichtigt als es zuvor beim Deutschen Sportabzeichen der Fall war. Albers war der erste Leiter einer Feuerwehr in Deutschland, der die höchste Stufe für sehr gute körperliche Leistungsfähigkeit erbrachte.
Diplom-Physiker Albers wirkte seit 2006 als festes Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in NRW (AGBF NRW) und konnte Akzente bei der Entwicklung des nordrhein-westfälischen Rettungsdienst- und Feuerwehrwesens setzen. Dies wurde am 13. Dezember 2013 in Köln bei der Vollversammlung unterstrichen, wo Albers in den Vorstand des Feuerschutzbeirates gewählt wurde. Damit erhielt die Feuerwehr der Landeshauptstadt Düsseldorf erstmals ein Vorstandsmandat in diesem Gremium. Albers gab das Mandat Mitte 2017 wegen der anstehenden Pensionierung wieder ab.
Respekt und Vertrauen für Albers' Leistungen
Peter Albers wurde 2006 der neunte Leiter der Berufsfeuerwehr Düsseldorf. In seiner fast 11-jährigen Amtszeit verschaffte er sich durch seine Leistungen Respekt und Vertrauen innerhalb als auch außerhalb des Amtes. Seine unangefochtene, exzellente fachliche Kompetenz und seine sehr hohe soziale Verantwortung trugen dazu erheblich bei. Die über 1.800 Feuerwehrleute von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, der Jugendfeuerwehr und den Angehörigen der Düsseldorfer Werkfeuerwehren schätzen den Feuerwehrchef, stehen hinter ihm und respektieren seine Entscheidungen.
Albers selbst spricht davon, dass ihm immer eine offene Kommunikation unter den Kollegen wichtig war. "Viele gute Ideen und Impulse kamen an Einsatzstellen und auch in der Branddirektion zusammen; so galt es für mich diese aufzugreifen, miteinander zu verknüpfen und verlässliche, zukunftweisende Entscheidungen für die Feuerwehr und somit für die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt zu treffen", führt Peter Albers aus.
Er führte einen zeitgemäßen Führungsstil in der Feuerwehr ein. Der Direktor der Feuerwehr war für 1.379.942 Handlungen von Feuerwehr und Rettungsdienst verantwortlich (Stand 18. Juli 2017): darunter 35.188 Brände, 64.276 Technische Hilfeleistungen, 1.280.478 Notfalleinsätze und Krankentransporte.
Als Privatmann wird es Peter Albers wieder in seine Heimat ziehen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau zieht er nach Schüttorf und widmet sich seinen Hobbys: seinem Garten und dem Schwimmsport.

