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Jugend Gesundheit
Düsseldorfer Kitas erhalten "SunPass-Zertifikat"
Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen schult Kindergärten: Großes Engagement zum Schutz der Kinder(haut)
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Sieben Düsseldorfer Kindertagesstätten haben sich in diesem Jahr ins Zeug gelegt und aktiv etwas dafür getan, dass die Kinder ohne Sonnenbrand durch den Sommer kommen. Das klingt selbstverständlich, ist aber nicht immer leicht umzusetzen. Denn obwohl die Sonnentage Spaß machen und auch gut tun, ist unbestritten, dass die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung die Haut schädigen kann. Kinder sind besonders gefährdet. Ihre Haut ist sehr dünn und hat nur einen sehr geringen natürlichen Eigenschutz. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht deutlich das Risiko, im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken. Daher ist es wichtig, schon frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit der Sonne zu erlernen.
Dieses Anliegen verfolgt die Aktion "SunPass" der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. in Kooperation mit der IKK classic, die im Frühjahr in den Düsseldorfer Kindertagesstätten (Kitas) begonnen hatte. Im Rahmen einer feierlichen Stunde im Jugendamt Düsseldorf überreichten die Initiatoren nun die "Sonnenschutz-Zertifikate" an die sieben beteiligten Kitas. Ausgezeichnet wurden folgende städtische Tageseinrichtungen: Sterntaler Weg, Weberstraße, Oberkasseler Straße, Wittlaerer Kirchweg, Cloppenburger Weg, Marie-Curie-Straße und Braunsberger Straße.
"Seit dem Projektstart im April haben die Kitas den Sonnenschutz zielstrebig umgesetzt - mit Spaß und großem Engagement. Dies bedeutete zusätzliche Arbeit: Schulungen, Ortsbegehungen sowie die Installation von Sonnensegeln in den Tagesstätten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krebsgesellschaft NRW und der IKK classic, Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern und nicht zuletzt die Kinder haben gemeinsam beraten, diskutiert und das getan, was es braucht, um die Kitas 'sonnenschutz-fit' zu machen", erläutert Klaus Kaselofsky, stellvertretender Leiter des Jugendamtes und zuständig für die Kindertageseinrichtungen. Festgehalten sind alle wichtigen Punkte in einer Sonnenschutzvereinbarung. Diese wird konsequent umgesetzt, um die Kinder vor UV-Strahlen zu schützen. Kindertagesstätten, die alle Punkte der vorgegebenen Vereinbarungen erfüllen, erhalten die Auszeichnung "Sonnenschutzkindergarten".
Sonnenbrand - die unterschätzte Gefahr
Professor Dr. med. Eggert Stockfleth ist Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am St. Josef-Hospital Bochum und Vorsitzender der Europäischen Hautkrebsstiftung (European Skin Cancer Foundation, kurz ESCF), die das Konzept "SunPass" entwickelt hat und seit 2009 mit Partnern in ganz Europa durchführt. Insbesondere stellt die Firma Pierre Fabre Avène-Sonnenschutzprodukte für alle teilnehmenden Kinder zur Verfügung. "Es ist essentiell und von nachhaltiger Wirkung, den Umgang mit der Sonne so früh wie möglich zum Thema zu machen", betont Prof. Stockfleth. Kindergärten sind dafür geeignete Orte. Jedes fünfte Kind im Kindergartenalter hatte schon einmal einen Sonnenbrand. Das zeigt eine ESCF-Umfrage bei rund 3.400 Familien. "Viele Eltern unterschätzen offenbar die Gefahr der Sonne. In der Umfrage gaben nur 14 Prozent der Eltern an, ihren Kindern Mützen zum Spielen im Freien mitzugeben. Lediglich jeder fünfte Elternteil achte darauf, dass ihre Kinder Kleidung tragen, die sie vor der Sonne schützt", so Prof. Stockfleth.
Um das Bewusstsein in Sachen Hautschutz zu schärfen, ist es den "SunPass"-Initiatoren wichtig, die Kitas nicht einfach "nur zu informieren", sondern den aktiven Austausch der Erzieherinnen und Erziehern mit den Eltern anzuregen. "Das große Interesse und die Lust, die Vorgaben auch kreativ umzusetzen haben uns dabei sehr begeistert", berichtet Cornelia Jamin, Gesundheitsexpertin der IKK classic in Düsseldorf: "Die Kinder haben Sonnenecken gestaltet, Bilder gemalt und gebastelt." All dies hat zum Gelingen der Aktion beigetragen und wird nun zu Recht mit dem "Sonnenschutz-Zertifikat" belohnt. "Wir wollen dieses Engagement unbedingt hervorheben, da es keine Selbstverständlichkeit ist", ergänzt Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft NRW: "Dennoch bedeutet die Auszeichnung nicht, dass sich die Kitas nun nicht mehr kümmern müssen. Das Zertifikat ist eigentlich erst der Anfang, mit dem sich die Kitas verpflichten, die festgelegten Maßnahmen kontinuierlich fortzuführen und, wenn nötig, jedes Jahr zu überarbeiten." Denn so viel ist sicher: Der nächste Sommer kommt bestimmt!
"Sun Pass" zum Schutz junger Haut
Die Aktion "SunPass" basiert auf einem Konzept der Europäischen Hautkrebsstiftung, das für Kindertagesstätten in ganz Europa entwickelt wurde. Partner des Projektes ist in der Bundesrepublik die Deutsche Krebsgesellschaft mit ihren 16 Landesgesellschaften - darunter die Krebsgesellschaft NRW.
Daten und Fakten: Hautkrebs in Deutschland
Die Anzahl der Menschen, die in Deutschland an Hautkrebs erkranken, steigt nach Angaben der ESCF jährlich um sieben bis zehn Prozent und liegt derzeit bei rund 228.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Dabei wird bei etwa 20.800 Menschen "Schwarzer Hautkrebs" (Malignes Melanom) diagnostiziert. Der größte Risikofaktor für Hautkrebs ist die unsichtbare Strahlung der Sonne. Mit jedem Sonnenbrand steigt somit die Gefahr, später an Hautkrebs zu erkranken.
Die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.
Seit 65 Jahren setzt sich die Krebsgesellschaft NRW mit Sitz in Düsseldorf für die Verbesserung der onkologischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen ein. Bedeutende Aufgabenfelder sind die Vorbeugung und Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehört der wissenschaftliche und gesundheitspolitische Diskurs, welche Maßnahmen als sinnvoll und empfehlenswert einzustufen sind, ebenso wie die öffentliche Aufklärung darüber.
Die IKK classic
Die IKK classic ist mit rund 3,3 Millionen Versicherten die sechstgrößte deutsche Krankenkasse und das führende Unternehmen der handwerklichen Krankenversicherung. Die Kasse mit Hauptsitz in Dresden ist mit rund 7.000 Beschäftigten an bundesweit mehr als 250 Standorten tätig. Ihr Haushaltsvolumen beträgt über 10 Milliarden Euro.
