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Kultur

"Ein Unzeitgemäßer": Am 25. August jährt sich der Todestag von Karl Leberecht Immermann zum 180 Mal

Heinrich-Heine-Institut erinnert an den Autor und Kunstschaffenden, der die Kultur in Düsseldorf in den 1830er-Jahren prägte


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

"Welch einen großen Dichter haben wir Deutschen verloren ohne ihn jemals recht gekannt zu haben! Wir, ich meine Deutschland, die alte Rabenmutter!" Mit diesen Worten reagierte Heinrich Heine auf die Nachricht vom Tode Karl Immermanns, der vor 180 Jahren, am 25. August 1840, in Düsseldorf starb. Der 1796 in Magdeburg geborene Immermann war 1827 als Landgerichtsrat in die Stadt gekommen – ein Schritt, dem Düsseldorf eine Bereicherung seines kulturellen Lebens verdanken sollte. Denn der vielfältig begabte Immermann, der parallel zu seiner juristischen Karriere auch als Romancier, Dramatiker und Lyriker hervorgetreten war, entfaltete hier enorme Wirkung auf einem Gebiet, das eigentlich noch gar nicht erfunden war: Kulturmanagement. 1829 gehörte er zu den Begründern des "Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen", 1832 rief er den "Theaterverein" ins Leben, 1834 wurde er Intendant des Düsseldorfer Stadttheaters. Dabei verfolgte er ein großes Ziel: eine "Musterbühne" für ein neues Nationaltheater zu schaffen. Dieses Reformvorhaben machte Düsseldorf zeitweilig zu einem Brennpunkt für Theaterinteressierte aus ganz Deutschland, doch schon 1836 war es gescheitert: an Geldmangel und Widerständen in der Stadtgesellschaft, die der wenig diplomatische Immermann nicht überwinden konnte.


Das schriftstellerische Werk Immermanns stand im Zeichen der Spannungen seiner Zeit; vor allem in seinen beiden wichtigsten Romanen – "Die Epigonen" (1836) und "Münchhausen" (1839) – erwies er sich als scharfsichtiger Beobachter der untergehenden Feudalgesellschaft und des aufkommenden Industriezeitalters. Wie seine Gegenwart stand auch er selbst zwischen Alt und Neu: Modern war sein kritischer, satirischer Blick, konservativ seine Ästhetik, die klassischen Vorbildern verhaftet blieb. Weder dem Alten noch dem Neuen fühlte er sich ganz zugehörig; diese Position als "Unzeitgemäßer" macht den Reiz seines Werkes aus, mag aber auch der Grund dafür gewesen sein, dass "Deutschland, die alte Rabenmutter", ihn kaum "recht gekannt" hat, wie Heinrich Heine beklagte.


Das Haus in der Ratinger Straße, in dem Karl Immermann am 25. August 1840 starb, steht nicht mehr, ebenso wenig wie das "Collenbachsche Gut" in Pempelfort, das er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Elisa von Ahlefeldt zu einem Treffpunkt der Düsseldorfer Intellektuellen- und Kunstszene gemacht hatte. Doch sein Denkmal an der Goltsteinstraße, seine Büste im Schauspielhaus, sein Grabmal auf dem Golzheimer Friedhof und nicht zuletzt die Lebenszeugnisse und historischen Dokumente von und über ihn, die das Theatermuseum und das Heinrich-Heine-Institut bewahren, zeugen von der Erinnerung Düsseldorfs an eine der wichtigsten Persönlichkeiten seiner Kulturgeschichte.

(Text: Christian Liedtke/Heinrich-Heine-institut)

 

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