Pressedienst Einzelansicht
Stadtgrün Umwelt
Elbsee: Erholung mit Rücksicht auf die Natur
Beim Aufenthalt im Natur- und Landschaftsschutzgebiet sind Regeln einzuhalten/OSD kontrolliert
Erstellt:
Gerade in Zeiten, in denen coronabedingt viele ihre Freizeit heimatnah verbringen, kommt den Flüssen und Seen zur Naherholung große Bedeutung zu. Einer davon ist der Elbee, der in mehrfacher Hinsicht besonders ist. Er ist bei Erholungsuchenden sehr beliebt, gleichzeitig aber auch als Rückzugsraum für viele Tiere ein Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet.
Dem nördlichen Teil des Elbsees kommt eine außerordentlich hohe Bedeutung für die Biotopfunktionen zu. Dies resultiert auch aus dem besonderen Wert des nährstoffarmen Wassers, das sich deutlich vom älteren Südteil des Sees unterscheidet. Vor allem aus ornithologischen Gründen sind einige Uferzonen und eine Insel als Naturschutzgebiet festgesetzt worden. Dort kommen weitere seltene Tier- und Pflanzenarten vor, zum Beispiel Uferschwalbe, Kiebitz und Dünen-Sandlaufkäfer. Darüber hinaus ist das Nordufer mit einer Flachwasserzone und angrenzendem Schilfröhricht als gesetzlich geschütztes Biotop ausgebildet. Es ist Brutgebiet seltener Vogelarten und Lebensraum weiterer seltener Tier- und Pflanzenarten.
Aufgrund der Größe und Tiefe des Elbsees kommt dem Gewässer eine herausragende Bedeutung für durchziehende, rastende und überwinternde Wasservogelarten zu. Die Liste der am Elbsee beobachteten Wasservogelarten umfasst über 70 Arten.
Dies macht nachvollziehbar, warum das Baden, ein Befahren mit einem Boot und Grillen oder offenes Feuer am Elbsee verboten sind. Im Naturschutzgebiet dürfen die Wege nicht verlassen werden. Daher dürfen auch die Ufer oder die im Norden gelegenen Wiesen und der Wald nicht betreten werden. Im Bereich des Landschaftschutzgebietes sind Abschnitte freigegeben, an denen das Ufer betreten werden darf. Als ehemaliges Kiesgewässer ist der Elbsee zudem nicht für einen Badebetrieb hergerichtet. Die Ufer fallen sehr steil ab.
Aktuelle Lage
Da viele Menschen durch die Corona-Pandemie ihren Urlaub zu Hause verbringen, hat sich die Problemlage in diesem Jahr verschärft. Beschwerden von Anwohnern, Nutzern des Elbsees (Sportvereine) und von Naturschützern nehmen zu. Dies zeigt sich auch durch die letzten Einsätze des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD), bei denen Verstöße in großer Zahl festgestellt wurden.
So wurden bei Kontrollen am 31. Juli insgesamt 72 Verstöße gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen erfasst. Die Feststellungen wurden bei der "Unteren Naturschutzbehörde" beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt zur Anzeige gebracht und werden von dort aus verfolgt und geahndet. Hierbei gelten in den Teilen, die als Landschaftsschutz geschützt sind, andere Regeln als im etwa 80 Hektar großen Naturschutzgebiet. Dort angetroffene Bürgerinnen und Bürger müssen mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro oder mit Strafanzeigen rechnen, sofern nachgewiesen werden konnte, dass etwa Hausfriedenbruch oder Sachbeschädigung erfolgt ist.
Müllentsorgung
Wo viele Menschen Erholung suchen, ist leider auch der zurückgelassene Müll immer ein Thema. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf reinigt gemeinsam mit beauftragten Firmen die Flächen rund um den Elbsee und leert die Mülleimer. Im Jahr 2020 entstehen dadurch Kosten von rund 50.000 Euro. Das Reinigungsintervall wurde bereits erhöht und zusätzliche Saisontonnen aufgestellt. Es ist geplant, weitere Mülleimer aufzustellen, beispielsweise am Parkplatz Schalbruch.
Ein gutes Miteinander von Mensch und Natur kann es nur geben, wenn man sich an die Regeln hält, innerhalb des Naturschutzgebietes auf den Wegen bleibt und Rücksicht auf Tiere und Pflanzen nimmt. Wenn dies jedoch gelingt, steht einer Erholung, unter der Tiere und Pflanzen nicht leiden müssen, nichts im Wege.
Weiterführende Informationen rund um den Elbsee gibt es online unter https://www.duesseldorf.de/stadtgruen/landschafts-und-naturschutz/naturschutzgebiete/elbsee.html