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Stadtgrün Umwelt
Erfolge bei vorbeugendem Schutz gegen Eichenprozessionsspinner
Gartenamt hat 2019 erstmals vorbeugende Maßnahmen gegen gesundheitsgefährdende Raupen ergriffen/890 Eichen an kritischen Standorten wurden prophylaktisch behandelt/780 Bäume wurden von 1.700 Nestern befreit
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Bei den Eichen hat in den letzten Jahren, begünstigt durch das warme und trockene Wetter, der Befall durch Eichenprozessionsspinner kontinuierlich zugenommen. Waren es im Jahr 2017 noch 140 Fälle, so mussten 2018 bereits 481 Bäume von Eichenprozessionsspinnern befreit werden. Um diesem steten Anstieg entgegenzutreten, besonders hohen Populationen vorzubeugen und somit die Bürgerinnen und Bürger vor den gefährlichen Brennhaaren der Raupen zu schützen, hat das Gartenamt in diesem Jahr erstmals vorbeugende Maßnahmen ergriffen.
Rund 890 der insgesamt rund 7.500 Eichen im Düsseldorfer Stadtgebiet wurden im Zeitraum vom 6. bis zum 24. Mai 2019 gezielt mit dem Biozid "NeemProtect" besprüht. Dabei handelt es sich um Bäume, die in den Vorjahren immer wieder stark von Eichenprozessionsspinnern befallen waren und um Bäume in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen, Kindergärten, Hauptwegen auf Friedhöfen sowie an stark begangene Straßen – also Orten, wo Eichenprozessionsspinner besonders vielen Menschen schaden können. Das verwendete Biozid besteht aus Margosa. Dieses natürliche Extrakt aus Neemsamen mit dem Wirkstoff "NeemAzal" ist sehr umweltverträglich und wird seit Jahren im ökologischen Landbau eingesetzt.
Dieser vorbeugende Schutz hat Erfolge gezeigt und die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners eingedämmt: Von den insgesamt rund 890 prophylaktisch behandelten Eichen haben rund 595 Bäume keinen Befall aufgewiesen. Der Erfolg hängt auch von der Witterung während und nach der Mittelausbringung ab. Regnete es nicht, war der Einsatz des Biozids erfolgreich: Ein erneuter Befall des Baumes konnte stark verringert oder sogar komplett verhindert werden.
Zusätzlich haben durch das Gartenamt beauftragte Firmen von Mitte Mai bis Mitte August 2019 insgesamt rund 780 Bäume zügig von rund 1.700 Nestern befreit. In diesem Zeitraum ist die dritte Verpuppungsphase der Raupen erfolgt. Erst dann können die Nester vollständig abgesaugt werden. Vorher haben sich die Raupen entweder in sogenannten Nachtnester oder in die Baumkrone zurückgezogen.
Neue Wege, den gesundheitsgefährdenden Raupen entgegenzutreten, werden etwa an niederländischen Universitäten gesucht. Versuche, bei denen der Einsatz von Vögeln als natürlichen Fressfeinden der Raupen oder von chemisch hergestellten eichenprozessionsspinnereigenen Pheromonen, die die Laufwege der Raupen umleiten sollen, werden auch von der Düsseldorfer Stadtverwaltung mit Interesse verfolgt. Sofern derartige Versuche erfolgversprechende Ergebnisse zeigen, werden diese Methoden auch für Düsseldorf geprüft.
Hintergrund "NeemProtect":
Bei den Raupen stellt sich nach der Aufnahme des Margosa-Extraktes in kürzester Zeit ein Fraß- und Entwicklungsstopp ein. Die gefährlichen Brennhaare können sich nach der Behandlung nicht mehr ausbilden. Das Biozid schützt Menschen so vor den schädlichen Raupen, und ist nach dem Antrocknen vollkommen ungefährlich, hautverträglich und hat keine toxischen Wirkungen auf Menschen, Haustiere und Bienen.