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Kultur Veranstaltungen
Goethe-Museum Düsseldorf
Eröffnung einer Sonderausstellung und Vortrag
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Jüdische Avantgarde-Künstler illustrierten häufig jiddischsprachige Bücher und gestalteten Buch- oder Zeitschriftencover jiddischsprachiger Zeitschriften. Die Zeichnungen und Graphiken zeigten, wie oft die Künstler sich mit der Frage beschäftigten, wie eine "jüdische Kunst" beschaffen sein müsse. Prominente Vertreter auf der Suche nach einer national-kulturellen Identität waren unter anderem Marc Chagall und El Lissitzky. In der Sonderausstellung "Jüdische Künstler in jiddischen Büchern und Zeitschriften. Russische Künstler aus der Sammlung LS des Van Abbemuseum, Eindhoven" zeigt das Goethe-Museum, Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, vom 4. Juni bis zum 1. Juli solche Werke. In der Schau werden auch hierzulande weniger bekannte russisch-jüdische Zeitgenossen aus dem Beginn der Moderne vertreten sein, die es zu entdecken gilt. Die Sonderausstellung wurde in Kooperation mit der LS Collection des Van Abbemuseum Eindhoven und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konzipiert und realisiert.
Die Ausstellungseröffnung findet am Montag, 4. Juni, 18 Uhr im Goethe-Museum Düsseldorf, Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, um 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter der Rufnummer 0211-899 6262 oder per E-Mail an goethemuseum@duesseldorf.de.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung gibt es um 19.30 Uhr den Vortrag "Jiddischland – Verheißung einer Zugehörigkeit" von Frau Prof. Dr. Efrat Gal-Ed (Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). Im Warschau des Jahres 1922 reflektierten jiddische Dichter der avantgardistischen Zeitschrift Albatros ihr "Umherirren in verschiedenen Zentren ihrer jüdischen Exterritorialität". Damit beklagten sie, den Begriff wortwörtlich denkend, ihre zerstreute jüdische Existenz außerhalb eines eigenen Territoriums. Fünf Jahre später, als 1927 die staatenlose jiddische Literatur Mitglied des Internationalen PEN-Clubs wurde, erfuhr diese existenzielle Exterritorialität eine kühne aufwertende Umdeutung in der Wortschöpfung "Jiddischland". Die Bürger von Jiddischland teilten einen transnationalen Denk- und Lebensmodus und entwarfen ein völkerübergreifendes Bild von Europa, das nicht den Vorstellungen der herrschenden Nationalstaaten entsprach. Ihre Wortrepublik war ein kosmopolitischer Entwurf, der Jiddischsprechende weltweit vereinte.