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Kultur

Experten diskutieren über "Hate Speech"

Rund 200 Gäste beim landesweiten Fachtag "Kinder, Jugendliche und der Hass im Netz – Was tun gegen 'Hate Speech'? Medienkompetenz im Netzwerk"


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Die Verbreitung von Diskriminierung, Hass und Hetze im Internet, genannt "Hate Speech", wird zunehmend alltäglich. Vor allem in den Sozialen Netzwerken werden Personen oder Personengruppen gezielt online abgewertet, beleidigt, hasserfüllt angegriffen und bedroht. Bereits 91 Prozent der 14- bis 21-Jährigen haben Erfahrungen mit "Hate Speech" gemacht  (FORSA Studie 2016). Doch niemand muss diese rassistischen, antisemitischen oder sexistischen Kommentare akzeptieren.

Der landesweite Fachtag "Kinder, Jugendliche und der Hass im Netz – Was tun gegen 'Hate Speech'?" am Dienstag, 4. April, 10 Uhr im Weiterbildungszentrum am Bertha-von-Suttner-Platz wird Informationen und Anregungen für die praktische Arbeit zum Thema Hassbotschaften im Netz bieten. In Impulsvorträgen und Projektspots werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien zu "Hate Speech" sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Schule aufgezeigt. Unter anderem wird für die Amadeu Antonio Stiftung Johannes Baldauf über Erscheinungsformen von "Hate Speech" und wirkungsvolle Gegenstrategien in sozialen Netzwerken referieren und die junge Bloggerin Kim Salmon wird sich in einer unkonventionellen Form mit unqualifizierten Anfeindungen und sexistischen Kommentaren auseinanderzusetzen, indem sie fragt: "Wohin flieht ihr Gehirn, sobald sie eine Computermaus in die Hand nehmen?"

Der JIM-Studie 2016 zufolge hat jeder fünfte Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren bereits erlebt, dass jemand falsche oder beleidigende Sachen über sie per Handy oder Internet verbreitet hat. Und auch politische Agitatoren, Extremisten und Populisten setzen bei der Verbreitung ihrer Ideologie in hohem Maße auf soziale Netzwerke und jugendaffine Onlineportale. Einigkeit besteht bei den Fachleuten, dass junge Menschen auf die Diskussionskultur im Netz vorbereitet und ihr verantwortungsvolles Bewusstsein und Urteilsvermögen gestärkt werden müsse.

Rund 200 pädagogische Fachkräfte aus Schule, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulaufsicht, Schulpsychologie, der Polizei, den Erziehungsberatungsstellen und Bildungseinrichtungen werden erwartet.

In ihrem Grußwort betont Bürgermeisterin Claudia Zepuntke: "Lehrkräfte und Schulen brauchen Fachwissen und Unterstützungsmöglichkeiten, um fachgerecht gegen 'Hate Speech' vorzugehen. Dazu haben wir in Düsseldorf mit den Veranstaltern dieser Tagung ein kompetentes Angebot aufgebaut. Der Fachtag trägt dazu bei, gegen menschenverachtende Einstellungen, Vorurteile und Diskriminierungen vorzugehen und dazu zu ermutigen, kritisch mit Informationen umzugehen."

Parallel zum Fachtag "Hate Speech" werden ab 15.30 Uhr im Jugendinformationszentrum zeTT Jugendliche trainiert, sich gegen politische Hetze mit Zivilcourage und Argumenten zu wehren.

Ausrichter der Tagung ist das Zentrum für Schulpsychologie der Landeshauptstadt Düsseldorf in Kooperation mit der Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen in NRW, dem LVR-Zentrum für Medien und Bildung, dem Kriminalpräventiven Rat, der Volkshochschule Düsseldorf, dem Schulamt der Stadt Düsseldorf, dem Jugendinformationszentrum zeTT, dem Projekt Demokratie Lernen und der Landesanstalt für Medien NRW.


Hintergrund:
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz plant noch vor den Bundestagswahlen 2017 den Gesetzesentwurf vom 14. März 2017 zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG) zu verabschieden. Unternehmen wie Facebook, Twitter und Co. sollen verpflichtet werden, sofern die Rechtslage eindeutig ist, offensichtlich strafbare Inhalte wie Verleumdung oder Volksverhetzung innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde zu löschen oder zu sperren. Vorgesehen sind Bußgelder bei Verstößen gegen die Berichtspflicht oder bei mangelhafter Umsetzung des Beschwerdemanagements. Weitere Infos: netzpolitik.org/wp-upload/2017/03/1703014_NetzwerkDurchsetzungsG.pdf

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