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Stadtgrün Umwelt
Sommerserie: Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf
Folge 1: Der Blütenkönig
Warum der Trompetenbaum ein echter Hingucker ist – und nicht nur wegen seiner Optik zu den spannendsten Zukunftsbäumen Düsseldorfs zählt
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Mit Beginn der Sommerferien startet das Gartenamt eine sechsteilige Serie über ausgewählte Zukunftsbäume. Solche, die Hitze, Trockenheit und die besonderen Herausforderungen des Düsseldorfer Stadtlebens gut meistern. Den Auftakt macht der Trompetenbaum, der nicht nur durch sein auffälliges Erscheinungsbild ein Zeichen setzt.
Wer durch den Zoopark spaziert, entdeckt dort Bäume aus aller Welt, die sich längst in Düsseldorfs Stadt- und Parklandschaft eingefügt haben. Einer sticht dabei wohl besonders hervor: der Trompetenbaum. Mit seinen großen herzförmigen Blättern, den auffälligen weißen Blüten und langen bohnenartigen Früchten sieht er nicht nur außergewöhnlich eindrucksvoll aus. Tatsächlich gehört er zu den Baumarten, die mit den Herausforderungen des Klimawandels erstaunlich gut zurechtkommen und deshalb in der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste geführt werden.
"Bäume wie der Trompetenbaum sind für das Stadtklima unverzichtbar. Sie spenden Schatten, verbessern die Luftqualität und machen unsere Stadt auch an heißen Tagen lebenswert. Mit der Zukunftsbaumliste setzen wir gezielt auf Arten, die diese wichtigen Funktionen auch unter den Bedingungen des Klimawandels langfristig erfüllen können“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.
Ein Baum mit Signalwirkung
Der Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Europa hat er sich seit dem 18. Jahrhundert als attraktiver Park- und Straßenbaum etabliert. Seinen deutschen Namen verdankt er seinen weißen Blüten, deren Öffnung an den Schallbecher einer Trompete erinnert. Im Laufe des Sommers bilden sich daraus lange, schmale Fruchtkapseln, die oft bis weit in den Winter am Baum hängen bleiben und ihm auch dann, wenn viele andere Bäume ihr Laub verloren haben, noch ein markantes Erscheinungsbild verleihen.
Mindestens ebenso beeindruckend sind seine herzförmigen Blätter, die zu den größten aller Stadtbäume Mitteleuropas gehören. Sie bilden ein dichtes grünes Dach, das an heißen Sommertagen wohltuenden Schatten spendet. Gerade darin liegt auch eine seiner größten Stärken: Asphalt, Pflaster und Fassaden in stark bebauten Städten heizen sich dank seines Blätterdachs deutlich langsamer auf. Denn das an seinen Blättern durch Transpiration verdunstende Wasser kühlt die Umgebung spürbar ab – das macht den Trompetenbaum zu einer natürlichen Klimaanlage. So trägt er dazu bei, urbane Wärmeinseln abzuschwächen und das Mikroklima in Düsseldorf zu verbessern.
Schattenmacher für heiße Sommer
Der Trompetenbaum gilt als robust gegenüber den Belastungen des Stadtlebens. Er kommt mit Hitze und sommerlicher Trockenheit gut zurecht und bevorzugt sonnige Standorte. Sein kräftiges Wurzelsystem erschließt auch tiefere Bodenschichten und hilft ihm dabei, auch längere Trockenperioden zu überstehen. Das macht ihn zu einer geeigneten Baumart für urbane, versiegelte Standorte, an denen viele heimische Straßenbäume zunehmend unter Stress geraten. Zudem treibt der Trompetenbaum vergleichsweise spät im Frühjahr aus. Dadurch wird er deutlich seltener von Spätfrösten geschädigt – ein echter Pluspunkt in Zeiten milder Winter und plötzlicher Kälterückfälle.
Mit einer Höhe von zehn bis 15 Metern ist der Trompetenbaum zudem vielseitig einsetzbar und eignet sich sowohl für Grünanlagen wie den Zoopark als auch für Straßenstandorte. Wer ihn einmal in voller Blüte erleben möchte, kann eine ganze Allee des beeindruckenden Altbaumbestands im Sommer an der Lotharstraße in Niederkassel bestaunen.
"Gerade im urbanen Raum brauchen wir Baumarten, die mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen gut umgehen können und gleichzeitig einen Mehrwert für die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bieten. Der Trompetenbaum bringt diese Eigenschaften mit", erklärt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.
Ein Festmahl für Insekten
Auch für die Biodiversität im Stadtgebiet spielt der Trompetenbaum eine bedeutende Rolle: Seine Blüten erreichen ihren Höhepunkt erst im Juni und Juli – zu einer Zeit, in der viele andere Bäume und Pflanzen bereits verblüht sind. Damit ergänzen sie das Nahrungsangebot für verschiedene Insektenarten in den Sommermonaten. Der ökologische Wert des Trompetenbaums reicht aber noch weiter: Seine Blätter, Rinde und Äste bieten zahlreichen Insekten Lebensraum und Schutz.
Zukunftsbaum mit wachsender Bedeutung
Die Düsseldorfer Zukunftsbaumliste verdeutlicht, wie wichtig Vielfalt bei der Auswahl von Baumarten ist: Sie umfasst sowohl heimische als auch nicht-heimische Arten, die sich unter urbanen Bedingungen bewährt haben. Zukunftsbäume kommen nicht nur mit Hitze und Trockenheit zurecht, sondern tragen aktiv zur Abkühlung der Stadt bei. Genau hier spielt der Trompetenbaum seine Stärken aus: Seine enorme Blattfläche spendet Schatten, gleichzeitig verdunstet der Baum Wasser und kühlt damit seine Umgebung auf natürliche Weise. Zusammen mit seiner guten Anpassungsfähigkeit an Hitze und Trockenheit macht ihn das zu einer wertvollen Ergänzung für das Düsseldorfer Stadtgrün – und zu einem Baum, dessen Bedeutung in Zukunft weiter wachsen dürfte.
Der Trompetenbaum - heimliches Wahrzeichen des Zooparks
Sein alter Stamm erzählt von Vergänglichkeit, der Neuaustrieb von Anpassungsfähigkeit. Denn obwohl der Baum umgestürzt ist, lebt er weiter. Möglich macht das die so genannte Lebenslinie: ein schmaler Streifen intakter Rinde, in dem die Wasser- und Nährstoffbahnen des Baumes verlaufen. Solange diese Verbindung erhalten bleibt, kann dieser seine Krone weiter versorgen. Ein Beweis für seine Widerstandskraft, die – nicht nur den umgestürzten – Trompetenbaum zu einem echten Überlebenskünstler macht.
Der Trompetenbaum im Zoopark ist auch Zeugnis für die mittlerweile antiquierte Baumchirurgie: In seinem Stamm sind noch Fragmente der ehemaligen Betonfüllung erkennbar. Die Baumchirurgie ist eine historische Form der Baumpflege, bei der kranke Bäume ähnlich wie in der Humanmedizin operativ behandelt und Verletzungen im Stamm mit Beton verfüllt wurden. Heute gilt dieser Ansatz als antiquiert und schädlich, da man erkannt hat, dass mechanische Eingriffe in das Holz die natürlichen Abwehrmechanismen des Baumes zerstören und den Verfall beschleunigen.
Welche Bäume wie der Trompetenbaum das Potenzial haben, auch unter extremen Bedingungen erfolgreich zu wachsen, erfahren Interessierte bei einer Führung des Gartenamts durch den Zoopark. Am Freitag, 24. Juli, 13 Uhr, stellen Phil Pstrong und Lars Uebel den Baumlehrpfad und verschiedene Zukunftsbäume vor. Dabei erklären sie, warum die Wahl geeigneter Baumarten in Zeiten des Klimawandels für die Stadtentwicklung immer wichtiger wird. Treffpunkt ist das heimliche Wahrzeichen des Zooparks: der umgestürzte Trompetenbaum.
Baumdetektiv: Woran erkennt man einen Trompetenbaum?
- Sehr große, herzförmige Blätter
- Auffällige, trompetenförmige, weiße Blütenstände in aufrechten Rispen im Frühsommer (Juni/Juli)
- Lange, bohnenartige Fruchtstände, die oft bis in den Winter hängen bleiben und ihm den Zusatznamen "Zigarrenbaum" einbrachten
- Ausladende Krone
- Die unteren Äste älterer Bäume können sich bis auf den Boden absenken und dort neu austreiben
- Häufig in Parks und Grünanlagen zu finden
Ausblick: Die nächsten Folgen in der Sommerserie "Sechs Wochen – sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf"
Folge 2: Feldahorn
Folge 3: Ungarische Eiche
Folge 4: Gingko
Folge 5: Purpur Erle
Folge 6: Blasenbaum
Nicht jeder Zukunftsbaum kommt aus fernen Ländern. Im zweiten Teil der Serie steht ein echter Rheinländer im Mittelpunkt: der Feldahorn. Warum der zu den wichtigsten Bäumen für Wildbienen und andere Bestäuber zählt und gleichzeitig erstaunlich gut mit den Herausforderungen des Stadtklimas zurechtkommt, erklärt Folge 2.
Fotos mit Ansichten des Trompetenbaums stehen Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: https://duesseldorf.canto.de/b/IAST9