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Stadtgrün
Sommerserie: Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf
Folge 6: Die Königin der Lampions
Die Blasenesche verabschiedet den Sommer mit gelbgoldenen Blüten und begrüßt den Herbst mit ihren leuchtenden Lampions
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Die Blasenesche verabschiedet den Sommer mit gelbgoldenen Blüten und begrüßt den Herbst mit ihren leuchtenden Lampions. Die meisten Bäume zeigen ihre größte Pracht im Frühjahr. Die Blasenesche dagegen wartet geduldig auf ihren Moment. Erst wenn viele Gehölze ihre Blüte längst hinter sich haben, öffnet sie mitten im Hochsommer ihre leuchtend gelben Blüten. Wenig später schmücken auffällige, lampionartige Fruchtstände ihre Krone, bevor sie den Herbst schließlich in ein spektakuläres Gelb und Orange taucht. Gerade diese besondere Dramaturgie macht sie zu einer außergewöhnlichen Zukunftsbaumart. Sie ist anpassungsfähig, trotzt Hitze und Trockenheit und bringt genau dann Farbe, Leben und Nahrung für Insekten in die Stadt, wenn andere Bäume die Bühne bereits verlassen haben.
Last – but not least
Die Blasenesche beendet die sechsteilige Sommerserie des Gartenamts über Düsseldorfs Zukunftsbäume. Jeder der hier vorgestellten Bäume besitzt seine ganz eigenen Stärken: Der Trompetenbaum beeindruckt mit seinem kühlenden Blätterdach, der Feldahorn hat als Heimatheld große Bedeutung für die Biodiversität in Städten wie Düsseldorf, die Ungarische Eiche steht für außergewöhnlichen Langlebigkeit, der Ginkgo überzeugt mit seiner nahezu einzigartigen Widerstandskraft und die Purpur-Erle mit schnellem Wachstum und ihrer frühen Klimawirkung. Die Blasenesche vereint viele dieser Eigenschaften auf ihre ganz eigene Weise – und sie beendet die Sommerserie mit einem Feuerwerk in Gelb und Orange. "Eine klimaangepasste Stadt braucht Vielfalt. Unterschiedliche Baumarten übernehmen unterschiedliche Aufgaben – gemeinsam sorgen sie dafür, dass unsere Parks und Straßen auch in Zukunft lebenswert bleiben. Die Blasenesche zeigt, wie schön Klimaanpassung sein kann", sagt Umweltdezernent Jochen Kral.
Klein in der Größe – groß für das Stadtklima
Die Blasenesche (Koelreuteria paniculata) stammt ursprünglich aus Ostasien und wird in Europa seit dem 18. Jahrhundert als Zier- und Parkbaum geschätzt. Heute gewinnt sie vor allem als Zukunftsbaum für Städte zunehmend an Bedeutung. Ihren deutschen Namen verdankt sie ihren Blättern, die in ihrer Form an die Blätter einer Esche erinnern. Botanisch gehört die Blasenesche jedoch nicht zur Familie der Eschen-, sondern zu den Seifenbaumgewächsen. Auch der Name der Gehölzgattung hat eine Geschichte: Ihre botanische Bezeichnung Koelreuteria ehrt den Botaniker Josef Gottlieb Kölreuter (1733 – 1806), der mit seinen für die damalige Zeit wegweisenden Forschungen zur Fortpflanzung von Gehölzen und Pflanzen einen wichtigen Beitrag zur Botanik leistete. Mit einer Höhe von meist unter 15 Metern bleibt sie deutlich kleiner als viele klassische Straßenbäume – und zeigt, dass Klimaanpassung nicht von der Größe eines Baumes abhängt. Gerade deshalb eignet sie sich hervorragend für kleinere Plätze, Wohnquartiere und Privatgärten. Wo für große Baumarten oft zu wenig Platz bleibt, kann sie ihre Stärken ausspielen – so wie nördlich der Oper im Hofgarten. Die Blasenesche überzeugt auch durch ihre bemerkenswerte Widerstandskraft: Sie gilt als ausgesprochen hitze- und trockenheitsverträglich und kommt auch mit längeren sommerlichen Trockenperioden gut zurecht. Damit erfüllt sie genau die Anforderungen, die an einen modernen Stadtbaum zunehmend gestellt werden.
Ein Fest für Wildbienen
Ihren großen Auftritt hat die Blasenesche dann, wenn viele andere Bäume bereits verblüht sind. Im Juli und August erscheinen ihre lockeren, leuchtend gelben Blütenrispen und bringen noch einmal Farbe in Parks und Straßenräume. Für zahlreiche Wildbienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten sind die Blüten zugleich eine wertvolle Nahrungsquelle. Denn gerade im Hochsommer wird das Blütenangebot vieler Gehölze deutlich kleiner. Die Blasenesche schließt diese Lücke und trägt so dazu bei, die Artenvielfalt auch in dicht bebauten Stadtgebieten zu unterstützen. Nach der Blüte entwickelt sie ihre außergewöhnlichen Schmuckstücke: papierartige Fruchtkapseln, die wie kleine Lampions in der Krone hängen. Sie verleihen dem Baum bis weit in den Herbst hinein ein unverwechselbares Erscheinungsbild und machen ihn schon von Weitem leicht erkennbar. An der Beuthstraße etwa kann man in den kommenden Wochen die auffälligen lampionartigen Früchte bei gleich mehreren Exemplaren bestaunen.
Der Sommer endet mit einem Feuerwerk
Auch wenn die Tage kürzer werden, bleibt die Blasenesche ein Blickfang. Ihr Laub färbt sich im Herbst in leuchtenden Gelb- und Orangetönen und setzt einen eindrucksvollen Kontrast zu den noch immer dekorativen Fruchtständen. So verbindet sie gleich mehrere Qualitäten: Sie spendet Schatten, verbessert das Mikroklima, unterstützt Insekten in einer blütenarmen Jahreszeit und bereichert das Stadtbild über viele Monate hinweg. "Nicht jeder Zukunftsbaum muss riesig sein. Gerade kompaktere Arten eröffnen neue Möglichkeiten der Begrünung – dort, wo Platz knapp ist und gleichzeitig jeder Quadratmeter Schatten zählt. Die Blasenesche beweist, wie viel Potenzial auch in kleineren Baumarten steckt“, sagt Gartenamtsleiterin Doris Törkel. Farbenfrohes Finale Die Düsseldorfer Zukunftsbaumliste macht deutlich: Es gibt nicht den einen perfekten Zukunftsbaum. Vielmehr sind es unterschiedliche Arten mit ganz verschiedenen Stärken, die unsere Städte widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen.
Manche beeindrucken durch ihre enorme Lebenserwartung, andere durch ihre ökologische Bedeutung oder ihre außergewöhnliche Widerstandskraft. Die Blasenesche ergänzt dieses Spektrum mit ihrem ganz eigenen Portfolio: Sie verbindet Klimaresilienz mit hoher gestalterischer Qualität, unterstützt Insekten genau dann, wenn Nahrung knapp wird, und sorgt bis weit in den Herbst hinein für eindrucksvolle Farbakzente.
Vielleicht ist genau das das schönste Fazit dieser Serie: Zukunftsbäume haben viele Gesichter. Manche blühen spektakulär, andere wachsen besonders schnell oder trotzten seit Millionen Jahren den Veränderungen der Erde – und manchmal hängen ihre Früchte in Form auffälliger Lampions an den Zweigen. Zukunft wächst in vielen Bäumen. Entscheidend ist, dass wir sie schon heute pflanzen.
Baumdetektive
So erkennen Sie die Blasenesche
• Blüte: Leuchtend gelbe Blütenrispen erscheinen erst im Juli und August – deutlich später als bei den meisten anderen Bäumen.
• Früchte: Nach der Blüte bilden sich auffällige, papierartige Fruchtkapseln, die wie kleine Lampions aussehen und bis weit in den Herbst am Baum bleiben.
• Herbstfärbung: Das Laub leuchtet intensiv gelb bis orange und macht die Blasenesche zu einem echten Blickfang.
• Wuchs: Mit meist weniger als 15 Metern Höhe bleibt sie vergleichsweise kompakt und eignet sich ideal für schmale Straßen, kleinere Plätze und Privatgärten.
• Blätter: Die gefiederten Blätter verleihen der Krone eine leichte, elegante Wirkung und unterscheiden sie gut von den meisten heimischen Baumarten.
Unter dem Link https://duesseldorf.canto.de/b/GEQK1 stehen Fotos der Blasenesche im Internet zur Verfügung.