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Soziales
"Frauenzimmer gesucht – wenn psychische Erkrankungen in die Obdachlosigkeit führen"
Fachtag mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern veranstaltet von dem Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Kooperation mit dem Gesundheitsamt und der Deutschen Ärzte- und Apothekerbank
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In den letzten sechs Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Wohnungslosen in NRW um fast 60 Prozent auf über 25.000 erhöht. Das geht aus einem Bericht des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales hervor, der im Oktober 2017 vorgelegt wurde. Rund 38 Prozent der in Notunterkünften betreuten Obdachlosen sind weiblich, stellt der Bericht fest.
Was bedeutet nun Obdachlosigkeit für Frauen? Wie sieht das Leben auf der Straße für eine Frau aus? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag am Mittwoch, 31. Januar, zu dem sich rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Facheinrichtungen und der Politik der Stadt, aber auch aus Einrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes angemeldet haben.
Dabei steht insbesondere auch die Frage im Mittelpunkt, wie psychische Erkrankungen in die Obdachlosigkeit führen können.
Der Fachtag zeigt auf, dass Wohnungslosigkeit und das Leben auf der Straße der extremste Ausdruck gesellschaftlichen Lebens sind, den eine Frau erleben und den sie bewältigen muss. Sie ist schutzlos verbaler, körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Frauen versuchen sich davor zu schützen, indem sie ihre Situation durch entsprechendes Verhalten und Kleidung zu verbergen versuchen, aber auch durch die prekäre und häufig gefahrvolle Unterkunft bei Anderen. Wohnungslose Frauen leben meistens nicht öffentlich sichtbar auf der Straße, sondern ohne eigene mietrechtliche Absicherung bei Bekannten und Verwandten. In dieser Situation befinden sie sich unter hohem Anpassungsdruck und in großer Abhängigkeit.
Die Ursachen von Wohnungslosigkeit bei Frauen reichen von psychischen Erkrankungen, Gewalt in Beziehungen bis zu finanziellen Problemen aufgrund geringfügiger oder befristeter Beschäftigung sowie Armut im Alter.
In Düsseldorf bieten verschiedene freie Träger und die städtischen Ämter für Migration und Integration, Soziales und Gesundheit spezifische Angebote für diesen sehr heterogenen Personenkreis an. Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke: "Eine geschlechtsdifferenzierte und geschlechtssensible Perspektive im Sinne des Gender-Mainstreaming sollte weiter ausgebaut werden, um der unterschiedlichen Situation und den unterschiedlichen Bedürfnissen von wohnungslosen Frauen und Männern gerecht zu werden. Dazu soll der Fachtag beitragen."
Der Fachtag wird veranstaltet von dem Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und mit Unterstützung der Deutschen Ärzte- und Apothekerbank.
