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Kultur
Gedenken zu Yom HaShoah: "Jeder Mensch hat einen Namen"
Mahn- und Gedenkstätte startet auf ihren Social Media Kanälen Gedenkreihe
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In Israel ist Yom HaShoah ein nationaler Gedenktag, an dem öffentlich der sechs Millionen ermordeter Juden der Shoah gedacht wird. Auch in Düsseldorf erinnert die Stadtgesellschaft jedes Jahr gemeinsam am Gedenktag für die Märtyrer und Helden des Holocaust an die 2.587 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die während des NS ermordet wurden. Ihre Namen werden von Schülerinnen und Schülern, Politikerinnen und Politikern sowie Bürgerinnen und Bürgern der Stadt laut auf dem Heinrich-Heine-Platz verlesen. Auch in diesem Jahr war eine solche Gedenkveranstaltung geplant, sie sollte am heutigen Dienstag, 21. April, stattfinden.
Die aktuellen Umstände rund um die Entwicklungen und Maßnahmen durch das Coronavirus stellen jedoch auch das Gedenken vor Herausforderungen, sodass die geplante Veranstaltung nicht stattfinden konnte. Das Gedenken findet hingegen sehr wohl statt: Auf ihren Social Media-Kanälen erinnert die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf so in den nächsten Tagen mit kurzen Biografien und Bildern, stellvertretend für die Düsseldorfer Opfer, an die sieben viel zu kurzen Lebensgeschichten von Arthur Oppenheimer, Gitta Glücksmann, Edgar Vogelsang, Eduard Wolff, Hannelore Philipp, Kurt Lubascher und Stella Sondermann.
Die Reihe beginnt heute und morgen mit Hannelore Philipp und Edgar Vogelsang. Sie ist auf dem Facebook-Kanal (https://de-de.facebook.com/MahnundGedenkstaetteDuesseldorf) und beim Instagram-Auftritt (unter Mahn und Gedenkstätte DÜS bzw. mahn_und_gedenkstaettedus) der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zu finden.
Hintergrund: Hannelore Philipp und Edgar Vogelsang
Hannelore Philipp wurde am 26. Januar 1925 in Düsseldorf geboren. Ihre Eltern waren Louis Philipp und Erna Philipp (geb. Schartenberg). Seit März 1921 lebte die Familie in Düsseldorf in einer Vier-Zimmer-Wohnung auf der Zietenstraße. Hannelores Vater arbeitete als Handelsvertreter für die Steingutfabrik Grünstadt. Zum 31. Januar 1938 wurde ihm als Jude gekündigt. Hannelore Philipp war sportlich sehr aktiv und unter anderem in der Leichtathletikmannschaft des "Schild" Düsseldorf.
Ihr Bruder Werner konnte am 30. März 1939 mit einem sogenannten "Kindertransport" nach Großbritannien gerettet werden. Scheinbar versuchten ihre Eltern, auch Hannelore ausreisen zu lassen, aber es kam nicht dazu. Am 2. Juli 1940 musste Hannelore mit ihren Eltern in ein sogenanntes "Judenhaus" ziehen. In die Wohnung im Haus Fürstenwall zog am selben Tag auch ihre Tante Martha Gumpertz (geb. Schartenberg), mit ihrem Ehemann ein. Ihr Vater Louis musste ab diesem Zeitpunkt Zwangsarbeit für die Stadt Düsseldorf leisten. Hannelore Philipp wurde mit ihren Eltern und ihrer Tante am 10. November 1941 in das Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.
Edgar Vogelsang, geboren am 17. März 1913 in Köln, arbeitete als Schlosser und Portier in Düsseldorf. Am 22. Oktober 1941, fünf Tage vor ihrer Deportation in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź), heiratete er seine Frau Helga Vogelsang (geb. Neuburg). Angekommen in Łódź kamen sie in eine Kollektivunterkunft. Sie versuchten vermutlich, über Postkarten an eine gewisse Familie Siegfried Stefansky im Ghetto Minsk, ihre Familie zu kontaktieren, da sie diese mit "Meine lieben Eltern,…" begonnen. In diesen Postkarten baten sie um Geldsendungen, berichteten aber auch von gesundheitlichen Beschwerden.
Helga Vogelsang wurde am 14. September 1942 aus dem Ghetto ausgesiedelt und im Vernichtungslager Chełmno ermordet. Edgar Vogelsang selbst überlebte noch bis 1944 im Ghetto Litzmannstadt und wurde im August desselben Jahres nach Auschwitz deportiert. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

