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Kultur Veranstaltungen

"Gemeinsam jeck" - 600.000 feierten beim Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt


Erstellt:
Redaktion: Baumgarten, Malte Philipp und Buch, Michael

D'r Zoch kütt!

600.000 Jecken bejubelten in der Landeshauptstadt ihren Rosenmontagszug standesgemäß mit dreifachem Helau. Gegen 14.40 Uhr stieg die Stimmung am Rathaus, als der "Zoch" auf den Marktplatz einbog. Von der Zuschauertribüne vorm Rathaus jubelten da schon Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Gattin Vera - verkleidet als Fischer und Fischersfrau - den Zug-Akteuren zu.

Der "Zoch" setzte sich gegen 13.30 Uhr an der Corneliusstraße in Bewegung und erreichte um 14.40 Uhr das Düsseldorfer Rathaus in der Altstadt, wo tausende Jecken auf dem Marktplatz die Hauptdarsteller des Düsseldorfer Karnevals erwarteten. Aufgrund des angekündigten Sturmtiefs "Bennet" wurde der "Zoch" mit 90 Minuten Verspätung gestartet. Etwa 8.700 Jecken gingen dieses Jahr beim Zug mit, davon 6.000 in Fußgruppen. 124 Wagen wurden von 89 Traktoren gezogen.

Motto-Wagen von Jacques Tilly
Thematischer Höhepunkt des diesjährigen Düsseldorfer Rosenmontagszuges, der unter der Regentschaft des Prinzenpaares Venetia Sabine (Sabine Ilbertz) und Prinz Martin I. (Martin Meyer) stand, war das Motto "Düsseldorf - gemeinsam jeck". Zahlreiche Wagen der Karnevalsgesellschaften interpretierten das Motto auf eigene kreative Weise. Die Mottowagen wurden - wie in den vergangenen Jahren - von Wagenbaumeister und Künstler Jacques Tilly geschaffen. Diesmal zeigten die weltweit berühmten Mottowagen beispielsweise Theresa May, die die britische Wirtschaft aufspießt, Donald Trump und Wladimir Putin, die den Atomwaffensperrvertrag zerreißen oder Annegret Kramp-Karrenbauer und Andrea Nahles, die sich um die Ausrichtung der "GroKo" streiten. Auch Themen wie der Dieselskandal und der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche wurden in Szene gesetzt. Tillys humoristisch-bissiger Rundumschlag wurde mit Spannung erwartet und mit Applaus bedacht. Im Zug war erstmals auch ein gemeinsamer Karnevalswagen der Jüdischen, Christlichen und Muslimischen Gemeinden.

Der Vorbeimarsch der Karnevalisten dauerte rund drei Stunden. Mehrere hundert Polizisten sicherten den Zug. Für die Besucher am Wegesrand gab es tonnenweise Kamelle.

Zwischenbilanz des Ordnungsamtes und der Feuerwehr (Stand 15.30 Uhr)
Für das Ordnungsamt, das am Rosenmontag rund 260 (2018: 240) Kräfte – inklusive privater Sicherheitsdienste und Verwaltungskräfte – im Einsatz hatte, standen an diesem Tag Glasverbot und Jugendschutz im Vordergrund.

Wie in den Vorjahren seit 2011 hatte der OSD wieder 16 Sperrstellen in der Altstadt eingerichtet, um das Glasverbot zu überwachen. Die meisten Besucher an Rosenmontag waren jedoch bestens informiert und führten keine Glasflaschen, Gläser etc. mit. Diejenigen, die dennoch Glasflaschen mitführten, konnten deren Inhalt in (biologisch abbaubare) Plastikbecher umfüllen, die wie immer an jeder Sperrstelle zur Verfügung standen. Vereinzelt in der Glasverbotszone mitgeführte Glasbehätnisse wurden ebenfalls in Becher umgefüllt.

Im Rahmen des Jugendschutzes wurden am heutigen Rosenmontag bis 15.30 Uhr 54 Jugendschutzkontrollen durchgeführt. 37 Mal wurde der illegal mitgeführte Alkohol freiwillig vernichtet. 15 Minderjährige wurden beim Rauchen erwischt. Die noch mitgeführten Zigaretten wurden freiwillig von den Jugendlichen vernichtet. Insgesamt sind von Weiberfastnacht bis Rosenmontag 200 "positive" Jugendschutzkontrollen (2018: 570) zu verzeichnen. Das deutlich niedrigere Ergebnis führt der OSD darauf zurück, dass 2018 außergewöhnlich viele Jugendliche aus Nachbarregionen nach Düsseldorf kamen. Das war auch im Vergleich zu den Vorjahren äußerst ungewöhnlich und ist als absoluter Ausreißer anzusehen.

Die in diesem Jahr zahlreich zusätzlich aufgestellten Toiletten wurden gut angenommen. Am Rosenmontag wurden bis 15.30 Uhr lediglich zwei Verstöße des "Wildpinkelns" geahndet, insgesamt wurden an den Karnevalstagen 110 Wildpinkler erwischt (2018: 120). Dass die Zahl der erwischten Wildpinkler fast gleich wie im Vorjahr ist, muss laut OSD auf die veränderte Einsatzkonzeption zurückgeführt werden. Die Betroffenen bekommen in den nächsten Tagen per Post ein Schreiben übersandt, in dem die begangene Ordnungswidrigkeit des "Wildpinkelns" mit dem erhöhten Bußgeld von 70 Euro zzgl. Verwaltungsgebühren (2018: 35 Euro) geahndet wird.

Mobile Feuerwache am Stadtbrückchen

Die Feuerwehr trat mit 196 (2018: 164) Einsatzkräften den Dienst am Rosenmontag an. Bereits seit dem frühen Morgen hatten die Einsatzkräfte bei rund 86 wetterbedingten Einsätzen viele Gefahrenstellen zu beseitigen. Rund 230 zusätzliche, hauptsächlich ehrenamtliche Helfer vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfallhilfe, des Malteser Hilfsdienstes sowie des Arbeiter Samariter Bundes bezogen Stellung an den drei Unfallhilfestellen und zwei Erste-Hilfe Bereichen entlang des Zugweges. Zusätzliche Rettungswagen, Notärzte und Krankenwagen sorgten im Zusammenspiel mit vielen Erstversorgungstrupps dafür, dass schnelle medizinische Hilfe geleistet wurde.

Um im Bereich des Zugwegs auch bei Bränden schnell reagieren zu können, wurde für die Zeit des Umzugs ein Löschzug an der mobilen Feuer- und Rettungswache am Stadtbrückchen stationiert. Zusätzlich waren sechs Führungskräfte der Feuerwehr im Bereich der Veranstaltung eingebunden, um das Einsatzgeschehen rund um den Rosenmontagszug zu führen. Die Leitstelle wurde durch drei weitere Mitarbeiter unterstützt und die Freiwillige Feuerwehr des Technik- und Kommunikationszuges war mit weiteren fünf Einsatzkräften zur Führungsunterstützung den ganzen Tag vor Ort.

184 (2018: 178) Frauen und Männer der Hilfsorganisationen waren am Rosenmontag in Düsseldorf im Einsatz, darunter drei (2018: 3) Ärzte in den Unfallhilfestellen an der Strecke. Dazu standen sechs (2018: 10) Rettungswagen, zwei (2018: 2) Notarzteinsatzfahrzeuge und sechs (2018: 6) Krankenwagen zusätzlich bereit. Der Sanitäts- und Rettungsdienst hatte – wie bei Großveranstaltungen üblich – bis zum Zugende mit 187 (2018: 140) Einsätzen im gesamten Stadtgebiet zu tun.

Bis 15.30 Uhr gab es 24 (2018: 27) Hilfeleistungen in den Unfallhilfestellen am Rande des Rosenmontagszuges. Überwiegend handelte es sich dabei um kleinere Verletzungen, Herz-Kreislaufprobleme oder Unwohlsein durch zu viel Alkoholkonsum. Fünf (2018: 20) Patienten mussten aus dem Bereich des Rosenmontagszuges ins Krankenhaus transportiert werden. An Glasscherben verletzten sich dieses Jahr keine Person (2018: 2).

Die Bilanz zum Einsatz gegen Falschparker: 99 (2018: 102) behindernd parkende Fahrzeuge waren trotz ausreichender Beschilderung am Zugweg festzustellen, 78 Mal musste geschleppt werden.

Hinter den Jecken wird aufgeräumt
Einen Großeinsatz beschert der Rosenmontagszug den Mitarbeitern der Awista GmbH - genauso wie alle anderen "tollen Tage". Beim Rosenmontagszug setzte die Awista direkt hinter dem letzten Zugwagen an, weitere Reinigungstrupps nehmen ihre Arbeit etwas später an anderer Stelle entlang des Zugweges auf, beispielsweise an der Heinrich-Heine-Allee und am Carlsplatz. Die Reinigung der Altstadt beginnt in der Nacht zum Dienstag und dauert bis etwa 8 Uhr. Feinarbeiten dauern noch den gesamten Vormittag, insbesondere dort, wo noch Stände und Tribünen abgebaut werden müssen.

Närrischer Zapfenstreich am Rathaus
Beim "Närrischen Zapfenstreich" am Dienstagabend, 5. März, am Rathaus wird das Prinzenpaar Martin I. und Venetia Sabine von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Michael Laumen, Präsident des CC, offiziell verabschiedet. Beginn des "Närrischen Zapfenstreichs" auf dem Marktplatz ist gegen 18.30 Uhr.

Und am Aschermittwoch (6. März), wenn der Hoppeditz wieder beerdigt wird, ist bekannterweise wieder alles vorbei!

Ein Video zu diesem Thema wird im Laufe des Tages auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf

Fotos sind in der Fotoserie "Rosenmontag 2019 in Düsseldorf" bereitgestellt: https://www.duesseldorf.de/aktuelles/news/detailansicht/newsdetail/rosenmontag-2019-in-duesseldorf-1.html

Die Fotos können für journalistische Berichterstattung unter Nennung der Quelle "Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin" honorarfrei verwendet werden. Die Fotoauswahl wird sukzessive erweitert.

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