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Kultur

Heinrich-Heine-Institut gratuliert Jürgen Lodemann zum 85. Geburtstag


Erstellt:
Redaktion: Ilgenstein, Valentina

Der Schriftsteller, Journalist und Filmemacher Jürgen Lodemann feiert am Sonntag, 28. März, seinen 85. Geburtstag. 2018 schenkte Lodemann dem Heinrich-Heine-Institut seinen Vorlass. Dieser enthält beispielsweise veröffentlichte sowie unveröffentlichte Manuskripte, sämtliche Buchpublikationen und Artikel des Autors und Korrespondenzen mit Persönlichkeiten aus Literatur und Journalismus. Briefwechsel mit Heinrich Böll, Marcel Reich-Ranicki, Elke Heidenreich und Alfred Andersch sind Teil der Sammlung und geben einen Einblick in Jürgen Lodemanns Arbeit. "Diese Schenkung ist eine bedeutende Erweiterung der Sammlungsbestände des Instituts“, betont Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Die Publikationen und Vorlassmaterialien von Jürgen Lodemann werden häufig von Studierenden, die am Heinrich-Heine-Institut zum Thema Literaturkritik forschen, in Anspruch genommen. "Es freut mich sehr, dass sich so auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit den streitbaren und pointierten literaturkritischen Positionen von Jürgen Lodemann beschäftigen. Ich bin mir sicher, dass der Jubilar auch weiterhin produktiv schreiben und veröffentlichen wird“, sagt Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts.

Mit seinen TV-Sendungen "Literaturmagazin" und "Café Größenwahn" hat Jürgen Lodemann Literatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und bewiesen, dass Hochkultur und Unterhaltung sich auf beste Weise ergänzen können. Mit der SWR-Bestenliste schuf er 1975 eine Institution auf dem Büchermarkt, die Kritik und Leserschaft gleichermaßen bis heute gern als Kompass für gute Literatur verwenden.

Lodemann wurde 1936 in Essen geboren, wo er das Abitur an einem naturwissenschaftlich-mathematischen Gymnasium ablegte. Anschließend studierte er Philosophie, Geografie und Germanistik in Freiburg. Seine Promotion befasste sich mit den Spielopern des Komponisten Albert Lortzing (1801-1851). Nach einem Volontariat bei der Tageszeitung "Die Welt" war Lodemann ab Mitte der sechziger Jahre zunächst als freier Mitarbeiter, dann als Redakteur im Südwestfunk tätig. In dieser Funktion produzierte er eindrückliche Dokumentationen wie "Die Bagdadbahn. Eine Zugfahrt durch unbekannte Türkei". Parallel verfasste er Beiträge und Literaturkritiken unter anderem für die "Zeit" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", übernahm Lehraufträge im In- und Ausland. Für sein mehr als 40 Titel umfassendes Werk – Romane, Reisereportagen, Theaterstücke – wurde er etwa mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, dem Literaturpreis Ruhrgebiet und dem Literaturpreis der Stadt Stuttgart ausgezeichnet, 2005 wegen seiner Verdienste um die Literatur, insbesondere jener des Ruhrgebiets, zum Professor des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. Zu Lodemanns bekanntesten Publikationen zählen "Erinnerungen in der Zornigen Ameise an Geburt, Leben, Ansichten und Ende der Anita Drögemöller und Die Ruhe an der Ruhr", "Essen, Viehofer Platz" und "Siegfried und Kriemhild", das Ergebnis einer umwälzenden, bis heute andauernden Auseinandersetzung mit den ältesten Fassungen des Nibelungenlieds. Zuletzt erschien der Roman "Mars an Erde. Beschreibung eines Planeten".

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