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Kultur Veranstaltungen

Helmut Käutner und Ruth Leuwerik

Filmreihe im Filmmuseum Düsseldorf vom 13. bis 31. Mai


Erstellt:
Redaktion: Robl, Julia

Zum 110. Geburtstag von Helmut Käutner, den der Düsseldorfer Regisseur am 25. März gefeiert hätte, richtet das Filmmuseum in einer Filmreihe von Sonntag bis Donnerstag, 13. bis 31. Mai, den Blick auf die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen ihm und der Schauspielerin Ruth Leuwerik. Zusammen haben die beiden über einen Zeitraum von zehn Jahren vier Filme gedreht. Nur mit dem Schauspieler und Regisseur Wolfgang Liebeneiner arbeitete Leuwerik häufiger - und zwar sieben Mal - zusammen. Sie war im westdeutschen Kino der fünfziger Jahre eine Identifikationsfigur und verkörperte stets ein modernes Selbstverständnis. Mit dem Aufkommen des Autorenfilms zog sie sich entschieden aus der Filmwelt zurück. Auch Käutner distanzierte sich vom Kino, nachdem im Oberhausener Manifest 1962 der Willen zum "Neuen Deutschen Film" erklärt wurde. Später arbeitete er jedoch für das Fernsehen und am Theater.

"Das Haus von Montevideo" aus dem Jahr 1963 war für beide einer der letzten Kinofilme. Gezeigt werden ihre gemeinsame Arbeiten - "Bildnis einer Unbekannten" (1954), das Königsporträt "Ludwig II - Glanz und Elend eines Königs" (1955) sowie der deutsch-italienische Spielfilm "Die Rote", der 1962 im Wettbewerb der Berlinale lief - gezeigt.

Filmprogramm
Sonntag, 13. Mai, 11 Uhr
"Bildnis einer Unbekannten"
BRD 1954, 100 Minuten, DF, 35mm, ab 18
Regie: Helmut Käutner, Drehbuch: Hans Jacoby, Helmut Käutner, Kamera: Werner Krien, Darsteller: Ruth Leuwerik, O.W. Fischer, Erich Schellow u. a.
Leuwerik spielt die junge Diplomatengattin Nicole, die durch Intrigen das Vertrauen ihres Mannes verliert. Bei einer Ballettaufführung sieht der Maler Jan Maria Keller, gespielt von O.W. Fischer, ihr Gesicht und ist sofort fasziniert. Er setzt dieses Gesicht auf einen nackten Körper eines anderen Models und es kommt bei einer Versteigerung zum Skandal. Fischer und Leuwerik als Spitzenstars des BRD-Kinos prägen den Film. Sie singt die von Franz Grothe geschriebenen Chansons selbst.

Sonntag, 20. Mai, 15 Uhr
"Ludwig II - Glanz und Elend eines Königs"
BRD 1955, 115 Minuten, DF, 35mm, ab 18
Regie: Helmut Käutner, Drehbuch: George Hurdalek, Peter Berneis nach einer Vorlage von Kadidja Wedekind, Kamera: Douglas Slocombe, Darsteller: O.W. Fischer, Ruth Leuwerik, Marianne Koch u. a.
In atemberaubendem Technicolor beginnt der Film mit Ludwigs Leichenzug, um dann zurück auf seine Lebenszeit zu blenden. Jung und mit guten Vorsätzen ist Ludwig, gespielt mit hoher Intensität von O.W. Fischer, auf dem bayrischen Thron. Von Beginn an ist der Blick auf die Zerrissenheit des Königs gerichtet, die sich zwischen seiner Begeisterung für Kunst, Musik und Schönheit des Lebens einerseits und seinen Aufgaben, Kriegsentscheidungen und politischen Zerwürfnissen auf der anderen Seite bewegt. Er zieht sich mehr und mehr zurück, bis seine Leiche nachts am Starnberger See gefunden wird.

Donnerstag, 31. Mai, 20 Uhr
"Das Haus in Montevideo"
BRD 1963, 123 Minuten, DF, digitalDCP, ab 18
Regie: Helmut Käutner, Drehbuch: Curt Goetz, Helmut Käutner nach einer Vorlage von Curt Goetz, Kamera: Raoul Coutard, Darsteller: Heinz Rühmann, Ruth Leuwerik, Paul Dahlke u. a.
Nach dem gleichnamigen, satirischen Bühnenstück von Curt Goetz inszeniert Helmut Käutner seinen letzten Film mit Ruth Leuwerik. Darin spielt sie die Frau des Professors Nägler - von Heinz Rühmann dargestellt -, die mit ihren zwölf Kindern ein kleinbürgerliches Leben führt. Die Moralvorstellungen geraten in Folge einer Erbschaft völlig durcheinander. Das Leben der Familie gerät ins Straucheln, weil ihr Mann ein Haus und 250.000 Dollar von seiner Schwester erbt. Einst hatte er seine Schwester verstoßen, weil sie ein uneheliches Kind erwartete. In ihrem Testament knüpft sie an das Erbe die Bedingung, dass ein Familienmitglied wie sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt.

Sonntag, 27. Mai, 15 Uhr
"Die Rote"
BRD, I 1962, 100 Minuten, DF, 35mm, ab 18
Regie: Helmut Käutner, Drehbuch: Alfred Andersch, Helmut Käutner nach einer Vorlage von Alfred Andersch, Kamera: Otello Martelli, Darsteller: Ruth Leuwerik, Gert Fröbe, Giorgio Albertazzi u. a.
Ulrich Gregor schreibt in einem Verriss des Films: "[...] künstlerisches Debakel und völlig misslungene Umsetzung des Romans von Alfred Andersch, in dem der Film selbst eine bedeutende Rolle spielt, wo literarische Mittel an filmische angelehnt sind und Antonionis IL GRIDO (1957) einen gewichtigen Bezugspunkt darstellt." Er kritisiert die Wahl von Käutner als Regisseur und Leuwerik als Hauptdarstellerin. Wie tragfähig sind Gregors Argumente? Käutner hat Leuwerik ganz bewusst in eine virtuelle Konkurrenz zu Alida Valli und Betsy Blair gestellt, die Antonionis Film prägten. Sie spielt die junge Franziska Lukas, die aus ihrer oberflächlichen Ehe aussteigt und erotische wie kriminelle Abenteuer in Venedig erlebt. Die Schnittstelle zwischen Käutners Film und dem Roman sollte bei einer Bewertung des Films zwingend Antonioni sein, womit Gregors kritische Töne neu bewertet werden können.

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