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Kultur
Iiro Rantala gibt ein Solo-Konzert beim "Jazz im Goethe-Museum"
Am Donnerstag, 5. Oktober, gastiert der finnische Pianist Iiro Rantala mit einem Solokonzert in der Reihe "Jazz im Goethe-Museum"
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Der finnische Pianist Iiro Rantala gibt am Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr, im Schloss Jägerhof an der Jacobistraße 1, ein Gastspiel in der Reihe "Jazz im Goethe-Museum". Karten für 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, gibt es an der Museumskasse oder unter Telefon 89-92393 oder 89-96262.
Iiro Rantala
Der finnische Jazz-Pianist Iiro Rantala gilt als Alleskönner, von dem sein New Yorker Kollege Gil Goldstein sagt: "Iiro Rantala ist eine pianistische Sensation und der stärkste mir bekannte Grund, an Reinkarnation zu glauben: Weil seine Technik wie sein musikalischer Sensus aus Tiefen spricht, die unmöglich in einem Leben alleine ergründet sein können."
Lange Zeit war der Name Rantala vor allem mit dem Trio Töykeät verbunden, einem der wildesten, witzigsten und visionärsten Klaviertrios der internationalen Jazz-Szene: Da lotete der Pianist alle Möglichkeiten dieser klassischen Besetzung aus, mal als energiegeladener Tastenlöwe, mal als feinfühliger Romantiker, dann wieder als burlesker Spaßvogel. 2006 löste sich nach 18 Jahren das Trio auf, Rantala konzentrierte sich fortan auf seine Solokarriere.
Diese kam 2011 in Schwung mit dem Album "Lost Heroes", auf dem der Finne seinen musikalischen Helden mit Eigenkompositionen Tribut zollt, von Jean Sibelius über Esbjörn Svensson bis hin zu Luciano Pavarotti. Rantala vermeidet jegliche Sentimentalität zugunsten einer großen, ehrlichen Geste der Verehrung und bleibt dabei ganz er selbst: Einer der souveränsten Pianisten des skandinavischen Jazz.
Die Einspielung wurde als eine der besten Piano-Soloaufnahmen der letzten Jahre gefeiert. Schließlich wurde Iiro Rantala 2012 mit dem ECHO Jazz geehrt als bester Pianist international. Mit seinem John-Lennon-Tribute "My Working Class Hero" widmet sich Rantala nun seinem vielleicht größten Helden.
Die selbstgestellte Aufgabe: Weltberühmte, so einfache wie geniale Songs wie "Imagine", "Woman" oder "All You Need Is Love" so zu bearbeiten, dass aus ihnen etwas Neues entsteht, ohne dabei ihre Seele zu zerstören. Rantala gelingt dies auf immer wieder überraschende Weise: Mal, indem er sich sehr weit hinaus wagt und die Geschichte der Originale weitererzählt. Manchmal aber auch, indem er ganz nah an einem Thema, einer Melodie bleibt und diese nur in einem anderen harmonischen Kontext und in neuen Schattierungen leuchten lässt. Was entsteht, ist Musik mit Herz und Seele, voller Groove und Melodie, Humor und Melancholie, Geist und Tiefe und doch mit dem Schalk im Nacken.