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Gleichstellung Soziales
Integrationskonferenz 2025: "Demokratie lebt vom Nichtwegsehen"
Die Stadt Düsseldorf setzt mit der Integrationskonferenz ein klares Zeichen für Demokratie und gegen Diskriminierung
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Das Kommunale Integrationszentrum Düsseldorf und das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung richteten am 13. November die diesjährige Integrationskonferenz im Rathaus aus. Der Konferenztitel "Demokratie in Bedrängnis - was wir tun können" war dabei zugleich Warnung und Appell.
In ihren Grußworten betonten Judith Knuff (Stabsstelle Antidiskriminierung) und Anna-Maria Weihrauch (Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums): "Die starke Resonanz zeigt, wie groß das Bedürfnis ist, gemeinsam für eine wehrhafte Demokratie einzustehen. Gerade jetzt brauchen wir Räume, in denen wir offen über Herausforderungen sprechen, Diskriminierung klar benennen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.“
250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet - ein vielfältiges Publikum aus Akteurinnen und Akteuren der Integrationsarbeit, Verwaltung, Politik sowie weiteren interessierten Düsseldorferinnen und Düsseldorfern. Damit wurde die hohe Relevanz des Themas eindrucksvoll bestätigt.
Nach einem Videogrußwort von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller eröffnete Prof. Dr. Andreas Zick - Direktor des Interdisziplinären Instituts für Gewalt- und Konfliktforschung in Bielefeld sowie Leiter der jüngst erschienenen Mitte-Studie - die Konferenz mit einem einordnenden Vortrag. Er machte deutlich: "Das Misstrauen in die Demokratie war noch nie so hoch wie heute." Ein Viertel der Bevölkerung lehne die Demokratie vollständig ab, mehr als 60 Prozent misstrauten ihr zumindest. Das Thema Migration spielt dabei aktuell als Konfliktthema eine große Rolle. Ressentiments seien in Krisenzeiten zwar menschlich verständlich, aber nicht hilfreich, so Zick. Das gelte insbesondere dann, wenn sie von Politikern befeuert werden, die dann aber keine konkreten Maßnahmen anbieten, um bestehende Probleme zu lösen.
Im Anschluss diskutierte Moderatorin Zeynep Kartal vom Multikulturellen Forum mit Alexandra Conrads (Prozessbegleiterin für Rassismuskritik), Wolfgang Rolshoven (Antisemitismusbeauftragter der Stadt Düsseldorf), Dr. Esma Çakir-Ceylan (Anwältin für Strafrecht und Leiterin der Stabsstelle Compliance), Rana Bhattacharjee (Leiter des Amtes für Migration und Integration) und Prof. Dr. Andreas Zick, wie Institutionen Diskriminierung wirksam entgegenwirken können. Das Publikum war von Beginn an eingebunden und beteiligte sich so rege, dass die 90 Minuten Diskussionszeit im Flug vergingen.
Die Podiumsteilnehmenden betonten, wie wichtig Begegnung sei - vor allem aber strukturelle Veränderungen. "Wir dürfen nicht so tun, als hätten alle Menschen die gleichen Möglichkeiten, gehört zu werden", so eine Stimme aus dem Podium. Barrieren im Alltag - etwa in Behörden, im Wohnungsmarkt oder im Bildungssystem - müssten konsequent abgebaut werden. Gleichzeitig sei Wissen über Rassismus und Diskriminierung in allen Bildungsebenen noch immer unterrepräsentiert. Ein weiterer Engpass seien fehlende finanzielle Mittel, gerade in Kommunen. Antidiskriminierungsarbeit sei ein langfristiger Prozess, der Ressourcen brauche. Ebenso wichtig sei der Mut von Führungskräften, Rassismus klar als strukturelles Problem zu benennen - auch in der eigenen Institution. Für die Zukunft wünschten sich die Diskutierenden weniger Schweigen aus der gesellschaftlichen Mitte, mehr Zivilcourage und ein Bewusstsein für Diversität als Stärke.
Im Anschluss hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, den "Markt der Möglichkeiten" und die Ausstellung "Ein Leben ohne Rassismus 2.0" zu besuchen. 15 Akteurinnen und Akteure aus Demokratiebildung und Integrationsarbeit stellten ihre Angebote vor und boten Raum für Austausch und Vernetzung.
Die Integrationskonferenz der Landeshauptstadt Düsseldorf findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr wurde sie als Kooperationsveranstaltung des Kommunalen Integrationszentrum sowie des Amtes für Gleichstellung und Antidiskriminierung durchgeführt. Ziel ist es, aktuelle Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft zu thematisieren und für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Fotos von der Integrationskonferenz 2025 im Rathaus sind zu finden unter dem Link: https://duesseldorf.canto.de/b/P8PG0