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Kultur

Projekt "Artist Embassy"

Istanbuler Künstler stellen in Düsseldorf aus

Merve Şendil und Yağiz Özgen zeigen ihre Werke im Atelier am Eck/Ausstellungseröffnung am 22. November


Erstellt:
Redaktion: Frisch, Michael

Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf lädt zur Eröffnung der Ausstellung der beiden Istanbuler Künstler Merve Şendil und Yağiz Özgen am Donnerstag, 22. November, 19 Uhr, im Atelier am Eck, Himmelgeister Straße 107e, ein. Die Kuratorin Ulrike Möschel wird eine Einführung in die Ausstellung geben. Die Ausstellung ist bis zum 2. Dezember zu sehen, donnerstags und freitags von 15 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Yağiz Özgens künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit der Konstruktion von Bildwelten. Während seines Aufenhaltes in Düsseldorf im Juli 2018 hat der Künstler jeden Tag die astronomische Stellung der nächtlichen Himmelskörper gezeichnet; ähnlich einem Logbuch einer konstruierten Reise durch das All. Es sind feine und präzise Bleistiftzeichnungen in schwarz-weißen Abstufungen. Als Vorlage dienten Özgen Abbildungen aus dem Internet. Vielen ist nicht bewusst, dass diese Abbildungen nachträglich koloriert worden sind, um mit der Vorstellung vom Bild des Himmels unseren Sehgewohnheiten entgegen zu kommen. Yagiz Özgen kommt dem Betrachter nicht entgegen. Seine Arbeit ist ein Index auf etwas, was wir gar nicht sehen können und nur aus einer Bildrekonstruktion kennen. Denn die Bilder des Alls sind konstruiert durch den maschinellen Blick von Menschen gemachter Apparaturen. Doch Özgen ist ein konzeptionell arbeitender Künstler. Und so erhalten seine Blätter mit feinster Schrift von Hand gezeichnete Texte. Dies sind keine Bildbeschreibungen oder Ergänzungen. Özgen fügt eine weitere Ebene der Bildreflektion hinzu. Es entsteht eine präzise und perfekte Bildsprache, die die künstlerische Handschrift in Frage stellt.

Yagiz Özgen wurde 1987 in Istanbul geboren. Er studierte von 2005 bis 2013 Malerei an der Marmara Universität in Istanbul. Seit 2013 arbeitet er an seinem Ph.D über Konzeptkunst. Özgen stellte in zahlreichen namhaften Istanbuler Kunstinstutionen aus, wie der Galerie Sanatorium, die auch auf der Art Düsseldorf vertreten war und dem Borusan Art Center.

Als zweite Künstlerin wurde Merve Şendil eingeladen. Seit mehreren Jahren fällt die in Istanbul lebende Künstlerin durch abstrakte Bilder und raumgreifende Installationen auf, die sich zum Einen mit fiktiven Ritualen und deren Vorstellungswelten auseinandersetzen und zum Anderen mittels bestimmter Materialverwendungen eine Poetisierung von alltäglichen Situationen darstellen. Die Art und Weise, wie Şendil mit der Herausbildung und Artikulation der magische Vorstellungswelten ihrer Arbeiten umgeht und diese in verschiedene Deutungsebenen stellt, so dass sie unterschiedliche Bedeutungen erlangen, beweist ihren Sinn für eigenwillige künstlerische Sprache. Ihre experimentellen Arbeiten auf Leinwand und Papier vermitteln viele offene Eindrücke von diesen Arbeitsstrategien und Herangehensweisen.

Während ihres Aufenthalts in Düsseldorf hat die Künstlerin mit eigenen Bildfindungen ein eigenes Repertoire erarbeitet, das ihr eine, im wahrsten Sinne poetische Artikulationsmöglichkeit für die Vorstellungswelten erlaubt. Şendil hat bei den in Düsseldorf entstandenen Arbeiten beeindruckende Erzählstrukturen entwickelt, die anhand fantastischer Welten die Situation der Menschen in ihrer Istanbuler Heimat reflektieren und dem Betrachter eine Fülle von Überraschungen anbieten.

Merve Şendil wurde 1982 in Ankara geboren. Sie studierte von 1999 bis 2004 Malerei an der Dokuz Eylül Universität Izmir. Şendil wurde zu wichtigen Gruppenausstellungen, Biennalen in der Türkei und im Ausland eingeladen. Ihre Werke befinden sich im Istanbul Modern, Borusan Contemporary und diversen private Sammlungen.

Letztes Jahr haben der Kurator Necmi Sömnez und die Künstlerin Andrea Knobloch das Projekt "Artist Embassy" ins Leben gerufen, um zeitlich begrenzte Aufenthalte für türkische Künstler in Düsseldorf zu ermöglichen. Das Ziel des Projektes ist es, vielfältige Kontakte und einen nachhaltigen Austausch mit der Düsseldorfer Kunstszene anzuregen. Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat die Organisation der Gastaufenthalte übernommen in Zusammenarbeit mit dem Land NRW, in dessen Gastatelier die Künstler jeweils für einen Monat leben und arbeiten können. 2018 waren Yagiz Özgen und Merve Sendil zu Gast. Das Projekt "Artist Embassy" führen Ulrike Möschel und Necmi Sömnez weiter.

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