Pressedienst Einzelansicht

Kultur Veranstaltungen

Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr: "Zuhause – Jüdisch. Heute. Hier."

28. März bis 14. April: Kulturmarathon mit über 200 Veranstaltungen, davon 67 Darbietungen in Düsseldorf


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Unter dem Motto "Zuhause – Jüdisch. Heute. Hier" finden vom 28. März bis zum 14. April zum 5. Mal die Jüdischen Kulturtage mit mehr als 200 Veranstaltungen in 15 Städten der Region Rhein-Ruhr statt, koordiniert vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. In Düsseldorf laden 67 Veranstaltungen zum Diskurs, Kennenlernen und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Aspekten jüdischen Lebens ein. Die Düsseldorfer Kulturinstitutionen haben ein breitgefächertes Programm in den Sparten Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik und Theater auf die Beine gestellt. Hinzu kommen Begegnungsprojekte wie beispielsweise eine Kabbalat Schabbat Feier oder eine Synagogenführung. Neu ist das im Café Europa eingerichtete Festivalzentrum, in dem ebenfalls Veranstaltungen stattfinden.

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Café Europa, Marktplatz 6a, stellten Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Kulturamtsleiterin Marianne Schirge, Michael Rubinstein, Geschäftsführer Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, und Inna Goudz, Referentin für Kultur beim Landesverband und Festivalleitung, das Programm vor.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe: "Ich freue mich sehr, dass die diesjährigen Jüdischen Kulturtage unter dem Motto: 'Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier.' stehen. Dieser Titel, den der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein sehr bewusst gewählt hat, macht deutlich: Wir sind angekommen, hier ist unsere Heimat. In der Landeshauptstadt feiern wir die Jüdischen Kulturtage in diesem Jahr mit 67 Veranstaltungen aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater und Literatur. Die Darbietungen finden dabei im gesamten Stadtgebiet verteilt an 27 Orten statt."

"Mit 'zuhause' sprechen wir explizit nicht nur einen Ort an, der uns sehr am Herzen liegt, sondern ein Gefühl, mit dem sich die künstlerischen Beiträge im gesamten Programm auseinandersetzen," sagt Michael Rubinstein über das diesjährige Motto der Kulturtage.

Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019
Am 28. März 2019 startet das Kunst- und Kulturfestival "Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019". Ministerpräsident Armin Laschet wird als Schirmherr des Festivals die Kulturtage im Rahmen einer Feierlichkeit im Henkel-Saal Düsseldorf eröffnen. Die mehr als 200 Veranstaltungen in den Regionen Rheinland, Ruhrgebiet und Bergisches Land präsentieren bis zum 14. April 2019 jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen. Beteiligt sind die Kommunen: Aachen, Bonn, Duisburg, Düsseldorf, Eitorf, Essen, Kleve (Kreis), Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Neuss, Rödingen, Solingen und Wuppertal.

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein wird erstmals ein Festivalzentrum einrichten, das im Café Europa, Marktplatz 6a, in der Düsseldorfer Altstadt zum physischen Zuhause der Jüdischen Kulturtage wird. Die Veranstaltungen im Festivalzentrum bilden ein breites Spektrum jüdischen Lebens in der Rhein-Ruhr-Region ab: Zum Auftakt und Ende der Kulturtage prägen Partys mit Musikern und DJs aus aller Welt den Rahmen. Besinnlicher wird es bei den religiösen Feiern zum Schabbat und dessen Abschluss, Hawdala. Raum für Impulse bieten zahlreiche Vorträge und Gesprächsformate. Lesungen, Theater- und Filmveranstaltungen ergänzen das Programm im Festivalzentrum. Weitere Details zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es unter www.juedische-kulturtage.de

Die Jüdischen Kulturtage in Düsseldorf: 67 Veranstaltungen
Die Programmhefte zu allen Düsseldorfer Veranstaltungen sind im Kulturamt erhältlich (unter der Rufnummer 0211-8924195). Das Heft liegt zudem in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen aus.

Unter anderem können die Besucherinnen und Besucher Folgendes entdecken:

Veranstaltungen aus dem Bereich Bildende Kunst

Das Programm der Jüdischen Kulturtage in Düsseldorf zur Bildenden Kunst präsentiert im Schwerpunkt aktuelle Arbeiten aus verschiedenen Genres wie Fotografie, Film, Bildhauerei, Performance, Multimedia, aber auch Malerei, Zeichnung oder Objekt.

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Haifa wurde bereits im Februar die Ausstellung "Urbane Parallelen – Düsseldorf/Haifa" im Düsseldorfer Stadtmuseum, Berger Allee 2, eröffnet. Hierzu wird es Kuratoren-Führungen geben. Die Ausstellung "Fifty Views of Victoria Platz" des in Ein Hod lebenden israelischen Künstlers Avraham Eilat führt dem Betrachter eine über Jahre entstandene Serie über den ehemaligen Victoriaplatz (heute Ergo-Platz) vor Augen; dem Vorplatz des Gastateliers der Landeshauptstadt Düsseldorf, in dem die Gastkünstler aus Ein Hod während ihrer Residenz leben und arbeiten. Die Eröffnung der Ausstellung, die ebenfalls im Stadtmuseum stattfindet, ist am Mittwoch, 27. März, 18 Uhr.

Im BBK-Kunstforum, Birkenstraße 47, wird die Ausstellung "Living Bridges" am Samstag, 30. März, 19.30 Uhr, eröffnet. Die Kunstschau zeigt Arbeiten von israelischen Kulturschaffenden, die ihre Heimat längst in Düsseldorf gefunden haben. Rimma Arslanov, Amit Goffer, Itay Marom, Roy Mordechay und Leonid Sokhranski zeigen Malerei, Objekte, Installationen und Videos und somit einen kontrastreichen Kosmos auf.

Im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, werden erstmals die Illustrationen von Solomon Borissowitsch Judowin in der Schau "Wortwelten – Bildwelten. Lion Feuchtwanger und Solomon Judowin", aus der Sammlung von Tanya Rubinstein-Horowitz, gezeigt. Die Eröffnung ist am Sonntag, 31. März, 11 Uhr.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses dürfen zwei Ausstellungen über das "Neue Bauen" in Israel nicht im Ausstellungsprogramm fehlen: Die Künstlerin Irmel Kamp war bei ihrem ersten Besuch in Tel Aviv 1988 so nachhaltig von der Architektur des "Neuen Bauens" begeistert, dass sie ein fünf Jahre dauerndes Dokumentationsprojekt anschloss. Im Jahre 2018 unternahm sie eine erneute Fotoreise nach Tel Aviv, um die gleichen Gebäude noch mal fotografisch in den Blick zu nehmen. Die Gesamtschau "Tel Aviv – Neues Bauen mit Fotografien aus den Jahren 1988-1990" und das Abbild aus dem Jahr 2018 wird am Dienstag, 2. April, 18 Uhr, in der Architektenkammer NRW, Zollhof 1, präsentiert. Die Fotografin Stephanie Kloss dokumentierte die Haifaer Moderne mit einem außergewöhnlichen Blick für stilistische Details und Charakteristika des vom Verfall bedrohten Erbes. Eröffnet wird die Ausstellung mit dem Titel "Carmel" am Freitag, 29. März, 17 Uhr, im Düsseldorfer Rathaus, Marktplatz 2.

Die Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, präsentiert die Fotoausstellung "Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land". Der 1898 im damaligen Russland geborene Arzt Dr. Georg Goldstein war gerade einmal fünf Jahre deutscher Staatsbürger, als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Seine Einbürgerung und seine Zulassung als praktizierender Arzt in Düsseldorf wurde ihm 1934 entzogen. Als Zionist blickte er nach Palästina. 1953 kehrte er nach Düsseldorf zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1980 lebte. Seine Fotosammlung mit 11.000 Negativen schenkte seine Frau Ilse dem Steinheim-Institut in Essen. Nun werden zahlreiche dieser beeindruckenden Bilder erstmals öffentlich ausgestellt. Die Eröffnung ist am Montag, 1. April, 19 Uhr.

Am Freitag, 5. April, 19 Uhr, werden in der Galerie Bernd A. Lausberg, Hohenzollernstraße 30, Arbeiten der israelischen Künstlerinnen Shuli Nachshon (Gastkünstlerin des Landes NRW) und Shir Zilberstein gezeigt. Ergänzt werden diese künstlerischen Positionen um Werke der in Düsseldorf lebenden Künstlerinnen Carol Pilar de Pilars und Anne Wissmann. Im Mittelpunkt der Ausstellung "IchIch – Verortung/vor Ort sein" steht die Suche nach der eigenen Identität, Kultur und Nation.

Zur Nacht der Museen am Samstag, 6. April, öffnet der Landtag NRW, Platz des Landtags 1, seine Pforten und zeigt mit Arbeiten von Zipora Rafaelov, Eyal Dinar und Amit Goffer künstlerische Positionen von Kulturschaffenden aus Israel, die in Düsseldorf zuhause sind.

Veranstaltungen aus dem Bereich Literatur
Entsprechend dem thematischen Motto der Kulturtage Rhein-Ruhr "Zuhause Jüdisch. Heute. Hier." liegt der Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Form des Schreibens. Längst steht hierbei nicht mehr die jüdische Identität in der Generationenfolge nach dem Holocaust im Vordergrund, sondern sie wird vielmehr zu einem über die individuelle Geschichte entwickelten Sinnbild für die Forderung nach Toleranz, nach Akzeptanz von Andersartigkeit und der trotzigen Selbstbehauptung eines selbstreflektierten oft schonungslosen Individuums.

Im Polnischen Institut Düsseldorf, Citadellstraße 7, findet am Mittwoch, 3. April, 19 Uhr die Lesung "ORT_KAZ Neue Literatur über Identität und Spurensuche. Ein Autorengespräch und Lesung mit Dominika Słowik und Łukasz Orbitowski" statt. Was kann die Literatur des 21. Jahrhunderts über Kazimierz, den jüdischen Stadtteil Krakaus erzählen? Professorin Dr. Efrat Gal-Ed von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wird mit den Autoren das Gespräch führen.

Irene Dische präsentiert unter dem Titel "Schwarz und Weiß" eine Auseinandersetzung mit Projektionen und Heilsversprechen, mit individuellen Träumen und sozialen Realitäten am Donnerstag, 4. April, 19.30 Uhr im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14.

In der Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1 , findet am Dienstag, 9. April, 18 Uhr eine Lesung mit Tom Saller statt. Er liest aus seinem Werk "Wenn Martha tanzt", das Auskunft über die Tagebuch-Kladde der Urgroßmutter mit Zeichnungen von Oskar Schlemmer, Paul Klee, Walter Gropius, der Bauhaus-Avantgarde, gibt.

Die Düsseldorfer Jüdischen Kulturtage schließen am Sonntag, 14. April, 11 Uhr mit einem vom Heinrich-Heine-Institut organisierten Lyrikmarathon "Wort an Wort", in der Tonhalle, Ehrenhof 1.

Veranstaltungen aus dem Bereich Musik
Das musikalische Programm der Jüdischen Kulturtage bietet Einblicke in Klassik, Jazz, Pop und Klezmer. Die lebendige Pflege oder Wiederentdeckung von Traditionen steht neben zeitgenössischen Experimenten und Weiterentwicklungen.

In der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Paul-Spiegel-Platz 1, werden am Sonntag, 31. März, 16 Uhr unter dem Titel "Juwelen der Jüdischen Klassik" Werken von unter anderem Leonard Bernstein und George Gershwin präsentiert - aufgeführt von Elisaveta Blumina, Alexander Zolotarev, Vadim Tschijik. Veranstalter: Theater- und Musikverein NRW e.V.

Das Trio "Liora" sinniert unter dem Titel "Klezmer: einfach zuhause?!" mit humorigem Augenzwinkern über das Thema "zuhause" mit Gesang, Geige und Gitarre, am Sonntag, 31. März, 17 Uhr, im Prinzensaal von Schloss Eller, Heidelberger Straße 42. Veranstalter ist der Arbeitskreis Kultur im Stadtbezirk 8 der Stadt Düsseldorf e.V.

Das Duo "Doyna" präsentiert modernen Klezmer mit schnellen Tänzen aus der traditionellen Hochzeitsmusik, sephardischen Klängen und Eigenkompositionen am Sonntag, 31. März, 20.30 Uhr, in der Jazz-Schmiede, Himmelgeister Straße 107g. Veranstalter: KIT Water Music gUG.

Klarinette, Jazz, Elektro Pop, Ost- und Westeuropa verbinden sich mit elektronischen und aktuellen Einflüssen beim Konzert von "Yom & the Wonder Rabbis" am Montag, 1. April, 20.30 Uhr, im Kulturzentrum zakk, Fichtenstraße 40 .

Veranstaltungen aus dem Bereich Theater
Das Theater-Programm der Jüdischen Kulturtage präsentiert Unterhaltsames, Ernstes, Fröhliches und Berührendes und lädt zu Dialog und Publikumsgesprächen ein.

Das Jüdische Puppentheater "bubales" führt "Isaak und der Elefant Abul Abbas" am Freitag, 29. März, 14.30 Uhr, in der Kinder- und Jugendbibliothek in der Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1 , auf. Das Puppentheater besteht aus einem Team von syrischen und jüdischen Künstlern.

Nathan (to go) wird mit der mobilen Inszenierung des Düsseldorfer Schauspielhauses mit dem Stück von Gotthold Ephraim Lessing zu Gast in der Freizeitstätte Garath am Dienstag, 2. April, 19.30 Uhr sein.

Die Regisseurin Britta Shulamit Jakobi inszeniert mit "Zwischenfall in Vichy" das von Arthur Miller im Jahre 1964 geschriebene Stück, das den Auschwitz-Prozess in Frankfurt behandelt. Die Aufführung in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Paul-Spiegel-Platz 1, ist am Montag, 8. April, 19.30 Uhr.

Begegnungsprojekte
Die Begegnungsprojekte ermöglichen einen Einblick in wichtige Ereignisse im Kalender der jüdischen Gemeinden. Es geht darum zusammenzukommen, sich kennenzulernen, sich in Gesprächen auszutauschen, Neuigkeiten zu hören und mit einander einige Stunden zu verbringen.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V. lädt am Freitag, 29. März, 18.30 Uhr zu "Kabbalat Schabbat – Besuch des Schabbathg’ottesdienstes" mit anschließendem Abendessen in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Paul-Spiegel-Platz 1.

Der Kunstpalast veranstaltet in Kooperation mit den Jüdischen Kulturtagen einen Projektvormittag für Jugendliche, inklusive einer Führung durch die Ausstellung "Das Junge Rheinland" und einem zweistündigen Workshop zum Thema "Zuhause" am Dienstag, 9. April, 10 Uhr.

Hintergrund zur Förderung
Das Festival wird öffentlich gefördert von der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, von der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie vom Landschaftsverband Rheinland und dem NRW KULTURsekretariat Wuppertal. Des Weiteren werden die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr unterstützt von den teilnehmenden Städten sowie von Medienpartnern und Sponsoren.

PDF TXT Bilder