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Stadtgrün Umwelt

Keine Angst vor Hornissen


Erstellt:
Redaktion: Bieker, Manuel

Die Hornisse (Vespa crabro) ist unsere größte Wespenart. Die Königin, das Oberhaupt des Hornissenstaates, kann bis zu 4 Zentimeter lang werden. Doch trotz ihrer Größe und ihres schlechten Rufes, ist die Hornisse für den Menschen eher ein harmloses Insekt. Nicht jedoch für kleinere Wespenarten, Fliegen und andere Insekten, deren Auftreten für uns allemal lästiger ist. Mit ihnen ernähren die Hornissen ihre Brut.

Die Königin gründet den Hornissenstaat im Frühjahr bevorzugt in alten, hohlen Bäumen an Waldrändern. In unserer Kulturlandschaft werden die ursprünglichen Lebensräume der Hornissen jedoch immer seltener, so dass sie auch schon mal auf Dachstühle oder Vogelhäuschen ausweichen müssen. Dort fertigen sie dann ihre kunstvollen Papiernester an, indem sie morsches Holz zerkauen und mit Speichel zu einer modellierbaren Masse vermengen. Große Nester beherbergen im Spätsommer viele hundert Tiere, aber schon im Oktober sterben sämtliche Mitglieder der Gemeinschaft ab, und lediglich einige befruchtete Weibchen überwintern und gründen im Folgejahr einen neuen Staat. Das tun sie übrigens so gut wie nie an der alten Stelle. Wer also einmal ein Hornissennest am Haus hatte, braucht nicht zu befürchten, dass diese Gäste wiederkommen.

Im Gegensatz zu den kleineren Wespenarten, der Deutschen und der Gemeinen Wespe, gehört die Hornisse nicht zu den ungebetenen Besuchern am Kaffeetisch oder auf der Grillparty, da sie sich nicht für Marmelade, Wurst oder Limonade interessieren. Die oftmals übertriebene Angst vor diesen friedfertigen Großinsekten ist also unbegründet. Natürlich ist ihr Stich schmerzhaft, aber er ist nicht gefährlicher als der von anderen Wespen oder Bienen auch, und kann auch genauso behandelt werden. Anders sieht es selbstverständlich für Allergiker aus. Bei ihnen ist besondere Vorsicht geboten. Übergriffe von Hornissen sind jedenfalls äußerst selten, lediglich wenn sie ihr Nest bedroht wähnen, verteidigen sie sich. In den meisten Fällen kann man gut mit den Hornissen leben.

Durch die rigorose Verfolgung und die Zerstörung ihrer Lebensräume, ist die Hornisse selten geworden. Daher wurde sie unter Naturschutz gestellt. Es ist also verboten, sie in ihrer Lebensweise zu beeinträchtigen oder gar zu töten. Dies gilt auch zurzeit, obwohl es aufgrund der für Insekten günstigen Witterung in diesem Jahr sehr viele Hornissennester gibt.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Hornissen bei der Schädlingsbekämpfung gute Dienste leisten. Wenn man sich aber dennoch von einem Hornissenstaat, der sich im Dachstuhl, Mauerwerk oder Garten eingenistet hat, bedroht fühlt, so sollte man sich an die Untere Naturschutzbehörde wenden, die für geschützte Tierarten zuständig ist. Deren Mitarbeiter können beraten und gegebenenfalls auch prüfen, ob eine Umsiedlung des Nestes in Frage kommt. In den Fällen, wo ein Zusammenleben mit den Tieren nicht möglich erscheint, muss die Untere Naturschutzbehörde in jedem Einzelfall entscheiden, ob die Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Abtöten eines Volkes vorliegen.

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