Pressedienst Einzelansicht

Kultur Veranstaltungen

Filmmuseum - "cinema.SCOPE"

Kino in Überbreite: Filmmuseum zeigt Reihe zum Scope-Format


Erstellt:
Redaktion: Robl, Julia

Das Filmmuseum zeigt in der Filmreihe "cinema.SCOPE" von Freitag, 10. Februar, bis Samstag, 25. Februar, acht Kurz- und Langfilme, die dem vielfältigen Umgang von Filmemachern mit dem Scope-Format im Laufe der Filmgeschichte nachspüren. Für das heutige Publikum ist die Überbreite der Leinwand "normal" und macht das besondere Kinoerlebnis aus. Das breite Kinobild gibt es jedoch erst seit den 1950er-Jahren, als es unter der Marke "CinemaScope" entwickelt wurde.

Gezeigt werden Filme, die den innovativen Handlungsspielraum und die neu geschaffenen Perspektiven der filmischen Welt in Überbreite verdeutlichen:
Die Filmreihe eröffnet mit dem Klassiker der Nouvelle Vague "Sie küßten und sie schlugen ihn". Regisseur François Truffaut nutzt die Einstellung des Breitbildes, um das Eingesperrtsein des 14-jährigen Protagonisten in seinem Zuhause, aber gleichzeitig auch seine Freiheit auf den Straßen von Paris aufzuzeigen. Im bekannten Kriegsfilm "Die Brücke am Kwai" kann die namensgebende Brücke optimal mithilfe des CinemaScope-Formats eingefangen und die Handlungen rund um den Bau sowie die Enge des Gefangenenlagers dargestellt werden. Im Film "Zwischen Himmel und Hölle" dient das Breitbildformat der simultanen Darstellung verschiedener paralleler Handlungsstränge auf der Leinwand. So kann die Welt der Reichen eindrucksvoll dem Leben in der Hölle ärmlicher Slums konträr gegenübergestellt werden. Weitere Filme der Reihe sind "The Crying Game" und "Falscher Bekenner".

Das Filmprogramm:

Freitag, 10. Februar, 19 Uhr sowie Sonntag, 12. Februar, 12 Uhr
"Sie küßten und sie schlugen ihn"

Regie: François Truffaut, F 1959, 99 Minuten, OmU, 35mm

Am liebsten schwänzt Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) die ihm verhasste Schule und schaut sich Filme im Kino an. Dafür kassiert er von seiner hartherzigen Mutter und seinem Stiefvater regelmäßig Schläge. Als er mit einem Freund eine Schreibmaschine stiehlt und gefasst wird, kommt er in ein Heim für Schwererziehbare.

Das sensationelle Regiedebüt von François Truffaut gewann 1959 den Regie-Preis in Cannes, und war der endgültige Durchbruch für die Filmemacher der "Nouvelle Vague".

Vorfilm:
"Jane erschießt John, weil er sie mit Ann betrügt"

Regie: Rudolf Thome, BRD 1968, 15 Minuten, DF, 35mm

Als begeisterter Leser der Cahiers du cinéma in ihren gelben Jahren ist Rudolf Thome vor allem von der Nouvelle Vague beeinflusst. Mit seinem eigenwilligen Kurzfilm von 1968 begann er, eine ganz eigene Erzählweise und Stilistik zu erfinden. Ein Kunstfilm im ScopeFormat, der ebenso bezeichnend für das Lebensgefühl einer jungen Generation in den späten 1960er-Jahren ist.

 

Freitag, 10. Februar, 21 Uhr sowie Samstag, 25. Februar, 19 Uhr
"The Crying Game"

Regie: Neil Jordan, GB 1992, 112 Minuten, OmU, 35mm

Der IRA-Terrorist Fergus freundet sich mit dem britischen Soldaten Jody an, obwohl er ihn als Geisel gefangen hält. Nach dem Tod des Soldaten beginnt Fergus mit dessen Freundin Dil eine eigenwillige Liebesaffäre. Während Fergus von Dil in den Bann geschlagen wird, holt ihn schon bald seine Vergangenheit ein.
Nichts ist so wie es scheint. Identitätskonstruktionen werden in Neil Jordans Film auf mehreren Ebenen in Frage gestellt.


Samstag, 11. Februar, 19 Uhr sowie Freitag, 24. Februar, 19 Uhr
"Falscher Bekenner"

Regie: Christoph Hochhäusler, D 2005, 94 Minuten, DF, 35mm

Armin steht einigermaßen ratlos an der Schwelle zum Erwachsenenleben, bedrängt von mütterlichem Wohlwollen, väterlichem Ehrgeiz und rätselhaften Fragen in endlos sich fortsetzenden Bewerbungsgesprächen. Aus einer Laune heraus beginnt er, wahllos anonyme Bekennerbriefe zu Unfällen und Gewalttaten zu schreiben. Bald reicht es ihm jedoch nicht mehr, nur so zu tun, als sei er schuld.

Vorfilm:
"Outer Space"

Regie: Peter Tscherkassky, A 1999, 10 Minuten, ohne Dialog, 35mm

"Outer Space" ist ein Kino der Extreme: Lärm, Dehnung, Verdichtung, Eskalation, Entfesselung. Auf der Basis von Found Footage eines früheren US-Horrorfarbfilms mit Barbara Hershey schafft Peter Tscherkassky einen neuen Film in Schwarz und Weiß. In einem Kontaktkopierverfahren verdichtet er eine Narration, die sich im Bildüberschuss der Mehrfachbelichtung selbst entlädt, sich dem Bild entzieht und den Film als Material thematisiert.


Samstag, 11. Februar, 21 Uhr sowie Freitag, 24. Februar 21 Uhr
"Zwischen Himmel und Hölle"

Regie: Akira Kurosawa, J 1963, 143 Minuten, OmU, 35mm

Akira Kurosawas Thriller: Als Verbrecher das Kind eines reichen Managers entführen wollen, es aber mit dem Sohn des Chauffeurs verwechseln, zahlt der Manager dennoch. Dadurch verliert er sein Hab und Gut und gerät in schwere Bedrängnis, während der Entführer noch auf freiem Fuß ist.

Vorfilm:
"16 MM MYSTERY"

Regie: The Brothers Strause, Christian Jankowski, D 2004, 5 Minuten, ohne Dialog, 35mm

In "16 MM MYSTERY" streift der Künstler Christian Jankowski mit einem Projektorkoffer durch die Straßen von Los Angeles. Auf dem Dach eines Parkhauses projiziert er einen 16mm-Film auf eine Leinwand, von der nur die Rückseite im Filmbild zu sehen ist. Im Hintergrund stürzt ein Hochhaus ein. Nicht die Bilder entstehen durch die Katastrophe, die Macht der Bilder selbst löst sie aus.

Einführung am 11.2.: Anna Alexandra Pfau (Julia Stoschek Collection)/Leihgabe der Julia Stoschek Collection.


Sonntag, 12. Februar, 14.30 Uhr sowie Samstag, 25. Februar, 21 Uhr
"Die Brücke am Kwai"

Regie: David Lean, GB 1957, 161 Minuten, DF, 35mm

In Burma zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ist Colonel Saito in einem japanischen Gefangenenlager beauftragt, mithilfe der britischen Gefangenen eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke zu bauen. Colonel Nicholson ist sein charismatischer Gegenspieler, der über jede Leistung bis ins Unerbittliche verhandelt. Während des Baus der Brücke formieren sich Widerstände.

PDF TXT Bilder