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Kultur

Kulturentwicklungsplanung: Zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Die Kulturverwaltung der Landeshauptstadt Düsseldorf zieht nach zwei Jahren eine positive Bilanz zur Kulturentwicklungsplanung (KEP): Denn es konnten bereits viele Maßnahmen des KEP-Abschlussberichts erfolgreich auf den Weg gebracht werden, vom eintrittsfreien Sonntag bis zum "Kulturamt der Zukunft". In seiner Sitzung am Donnerstag, 4. Juni, wurde dem Kulturausschuss nun ein umfassender Bericht zum aktuellen Stand der Umsetzung vorgelegt.

"Die Kulturentwicklungsplanung fungiert als Zukunftslabor. Sie ist das Fundament zahlreicher erfolgreicher Entwicklungen der Düsseldorfer Kultur in den letzten zwei Jahren und hat positive Veränderungen hervorgebracht, die seitdem unser Selbstverständnis und Handeln prägen“, sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Im Herbst 2017 wurde der Abschlussbericht zur Kulturentwicklungsplanung vom Rat der Stadt beschlossen und die Kulturverwaltung beauftragt, zunächst drei Maßnahmen vorrangig umzusetzen:

Der Aufbau und die Begleitung des "Rats der Künste"
Bereits im April 2018 gründete sich der "Rat der Künste" - als Gremium, das erstmals die Anliegen der verschiedenen Kulturszenen in Düsseldorf bündelt und ihre Interessen gegenüber der Politik sowie der Verwaltung vertritt. Er versteht sich somit als unabhängige Plattform und Lobby für die Kulturschaffenden und tritt für die Stärkung der Kultur in Düsseldorf ein. Dem "Rat der Künste" kommt zudem eine besondere Rolle in der Begleitung der Umsetzung der Kulturentwicklungsplanung zu. 2019 fanden zahlreiche durch den Rat der Künste organisierte Austausch- und Dialogformate, wie zum Beispiel die "Konferenz Freie Szene" statt, die einen wichtigen Beitrag zur Intensivierung des kulturpolitischen Dialogs in Düsseldorf geleistet haben.    
 
Die Entwicklung des "Kulturamts der Zukunft"
Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf wird sich in näherer Zukunft personell und organisatorisch neu ausrichten. Herzstück wird unter anderem die neue spartenübergreifend agierende und interdisziplinär besetzte Abteilung "Kulturelle Entwicklung" sein, die ihren Auftrag bereits im Namen trägt. Sie wird die Kunst- und Künstlerförderung sowie die Bereiche Kulturelle Bildung/Kulturelle Teilhabe, Kulturentwicklungsplanung und Marketing inhaltlich und strategisch eng verknüpfen.   
    
Die Entwicklung von zeitgemäßen Förderrichtlinien
In einem partizipativen Prozess mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Kulturschaffenden wird die derzeitige Kulturförderung der Landeshauptstadt diskutiert und weiterentwickelt. In einem ersten Schritt wurden gemeinschaftlich bereits Leitziele, Leitkriterien und Indikatoren erarbeitet. Der Prozess wird nach Beschlussfassung im Kulturausschuss im Herbst 2020 mit einer Analyse und Anpassung der bisherigen Vergabeverfahren und Förderinstrumente fortgeführt.

Mit dem Abschlussbericht zur Kulturentwicklungsplanung wurde der Grundstein für einen längerfristigen Veränderungsprozess der Kultur in Düsseldorf gelegt. "Der Prozess ist als 'rollende Planung' zu verstehen. Das heißt, dass die gemeinsam erarbeiteten Ziele und Maßnahmenempfehlungen regelmäßig und im Austausch mit der Politik und den Kulturakteurinnen und Kulturakteuren reflektiert, konkretisiert und weiterentwickelt werden", sagt Dinah Schwarz-Bielicky, KEP-Projektkoordinatorin im Kulturamt. "Die Kulturentwicklungsplanung hat mit ihrer methodischen Ausrichtung neue Maßstäbe gesetzt und diente deswegen bereits zahlreichen anderen deutschen Städten als Blaupause", konstatiert Dr. Patrick S. Föhl, der den KEP-Prozess als externer Projektleiter verantwortet hat. So haben sich beispielsweise Wiesbaden, Nürnberg, Kassel und Braunschweig bei ihren Kulturentwicklungsprozessen am "Düsseldorfer Modell" orientiert.

Ergänzend zum oben genannten Ratsauftrag wurden weitere Handlungsempfehlungen des Abschlussberichtes bzw. unmittelbar mit der Kulturentwicklungsplanung im Zusammenhang stehende Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen.

Hierzu gehören unter anderem:
• die Ermöglichung von freiem bzw. ermäßigtem Eintritt in die städtischen Kultureinrichtungen, unter anderem durch Einführung des eintrittsfreien Sonntags und die Kooperation der städtischen Kulturinstitute mit der Kulturliste.

• die Sichtbarmachung, Vernetzung und Koordinierung der Museums- und Ausstellungslandschaft sowie die Entwicklung einer Strategie zur gebündelten Kommunikation über Kultur in Düsseldorf. Dies unter anderem durch die geplante "Microsite Kultur" in Kooperation mit der Düsseldorf Marketing GmbH und die "#0211kulturdigital-Webseite" des Kulturamtes zur Bündelung der digitalen Kulturangebote in Zeiten von Corona (www.duesseldorf.de/kulturamt/0211kulturdigital)

• die Initiierung einer Arbeitsgruppe zur interkulturellen Öffnung der Düsseldorfer Kulturinstitute im Rahmen des gesamtstädtischen Integrationskonzeptes.     

• spartenspezifische Entwicklungsprozesse im Bereich der Förderung der Freien Szene, unter anderem die Erstellung eines zeitgemäßen Proberaumkonzeptes für die freie Tanz- und Theaterszene Düsseldorf sowie die Weiterentwicklung der Musikfestivalförderung zur Profilierung Düsseldorfs als Festivalstadt.    

• eine stärkere Einbindung der Kultur bei Stadtentwicklungsprozessen (z.B. Blaugrüner Ring, Raumwerk D, Mobilitätsplan D, ZUKUNFT QUARTIER.DÜSSELDORF).    

• die Intensivierung der Kooperation zwischen der Kulturverwaltung und der Düsseldorf Marketing/Düsseldorf Tourismus GmbH im Bereich der Sichtbarmachung der Kultur und der Profilierung Düsseldorfs als Kulturstadt.

Hintergrund: Kulturentwicklungsplanung    
Übergeordnetes Ziel der 2016 bis 2017 durchgeführten Kulturentwicklungsplanung war, Düsseldorf als Kunst- und Kulturstadt zu stärken. In einem partizipativen und für Düsseldorf erstmaligen, umfassenden Prozess mit rund 200 Akteuren aus Kunst/Kultur, Politik, Verwaltung und Querschnittsbereichen (Bildung, Tourismus, Wirtschaft) wurden kulturpolitische Leitlinien, Ziele und Handlungsempfehlungen (Maßnahmen) für die ganzheitliche Weiterentwicklung der Kultur in Düsseldorf erarbeitet. Der Fokus liegt dabei auf übergeordneten Querschnittsthemen (wie kulturelle Teilhabe und Kommunikation), die für alle Kultureinrichtungen, Kulturakteurinnen und -akteure relevant sind. Die Kulturentwicklungsplanung versteht sich als kulturpolitische Planung, die sich an den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und den damit zusammenhängenden neuen Anforderungen an die Kultur orientiert.

Der Abschlussbericht zur Kulturentwicklungsplanung wurde vom Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf am 10. Oktober 2017 beschlossen. Der Planungsprozess wurde mit Unterstützung einer externen Agentur, dem Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., durchgeführt. Projektleiter war Dr. Patrick S. Föhl vom Netzwerk Kulturberatung. KEP-Projektkoordinatorin im Kulturamt ist Dinah Schwarz-Bielicky.
 
Weitere Informationen

Alle Berichte, Protokolle und Analysen aus dem KEP-Prozess sowie weitere umfassende Informationen können unter www.kep-duesseldorf.de/dokumente/ abgerufen werden.

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