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Kultur

Erinnerung an Zweiten Weltkrieg

Landeshauptstadt Düsseldorf gedenkt der Opfer des Warschauer Aufstands vor 75 Jahren

Gemeinsame Initiative von OB Thomas Geisel und Polens Generalkonsul Jakub Wawrzyniak


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Oberbürgermeister Thomas Geisel erinnert am morgigen Donnerstag, 1. August, an den 75. Jahrestag des Beginns des Warschauer Aufstandes am 1. August 1944. Dieser Gedenktag, der in Polen seit vielen Jahren begangen wird, wird durch die Landeshauptstadt Düsseldorf durch eine eintägige Trauerbeflaggung gewürdigt. Im engen Austausch mit dem Generalkonsul der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, beteiligt sich so auch Düsseldorf an dem diesjährigen Gedenken.

"Das historische Datum lässt uns an die Opfer des Warschauer Aufstands, aber auch an alle anderen Opfer der deutschen Besatzung Polens zwischen 1939 und 1944/45 denken. Das besetzte Polen war ein besonders grausamer Schauplatz der Okkupation und auch des Holocaust. Die meisten Shoa-Opfer waren polnische Juden, und die meisten Opfer des Holocaust wurden in Vernichtungsstätten ermordet, die sich auf dem Gebiet des besetzten Polens befanden", so Oberbürgermeister Thomas Geisel. "Dass wir seit 30 Jahren eine enge und aktive Städtefreundschaft mit Warschau haben, macht uns auch vor dem Hintergrund der Geschichte sehr froh und dankbar. Unsere Partnerstadt und unser Partnerland sind für uns wichtige Nachbarn und Freunde. Die schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges lehren uns, wie wichtig diese Freundschaft in einem friedlichen und vereinten Europa ist."

Generalkonsul Jakub Wawrzyniak: "Der Warschauer Aufstand nimmt einen besonderen Platz im Herzen aller Polen ein. Ich bin stolz und gerührt, dass die besondere Tapferkeit und Aufopferung gerade in der deutschen Partnerstadt Warschaus auf diese symbolische Art und Weise geehrt und gewürdigt wird. Die Tradition des Freiheitskampfes überlebte und war in der polnischen Gesellschaft stets präsent und führte schließlich zum Sieg, als Polen 1989 wieder ein freies Land wurde. Noch im selben Jahr wurde die Städtepartnerschaft Warschau und Düsseldorf gegründet."

Die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Stadt Warschau feiern in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Ein spezielles Jubiläumswochenende wird vom 7. bis 11. November stattfinden und sich der deutsch-polnische Städtepartnerschaft widmen.

Zum historischen Hintergrund:
Die polnische Exilregierung, die seit der Besatzung Polens durch die Deutsche Wehrmacht 1939 zunächst von Paris, dann von London aus arbeitete, initiierte den Aufstand gegen die Besatzungsmacht. Die Erhebung begann am 1. August 1944 und dauerte bis zur brutalen Niederschlagung Anfang Oktober 1944. Die "Polnische Heimatarmee", die sich im Großraum Warschau aus über 40.000 Soldaten zusammensetzte, konnte zunächst einige Viertel in der Innenstadt unter ihre Kontrolle bringen. Es folgten über Wochen anhaltende Kämpfe mit der Besatzungsmacht. Waffen-SS und Wehrmacht reagierten auf den Aufstand mit unfassbarer Härte und Brutalität: Zehntausende Zivilisten wurden ermordet, in die Zwangsarbeit verschleppt oder in Konzentrationslager deportiert. Wenige Wochen nach der Niederschlagung endete die deutsche Besatzung durch den Einmarsch der Roten Armee. Im heutigen Polen wird die Erinnerung an den Aufstand von 1944 und auch an den jüdischen Ghettoaufstand von 1943 lebendig gehalten.

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