Pressedienst Einzelansicht

Kultur

Hetjens-Museum

Leiko Ikemura – Märchenwald

Großformatige Keramikarbeiten werden in einer dunklen Fantasiewelt inszeniert/Ausstellung vom 4. November bis 25. Februar 2018


Erstellt:
Redaktion: Frisch, Michael

Märchen und Sagen haben großen Einfluss auf das künstlerische Schaffen von Leiko Ikemura. Die in Japan geborene Künstlerin präsentiert ihre großformatigen Keramikarbeiten unter dem Titel "Märchenwald" vom 4. November 2017 bis zum 25. Februar 2018 im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, der Öffentlichkeit. Erstmals werden diese Werke Ikemuras in einer eigens für sie geschaffenen dunklen Fantasiewelt inszeniert. Kombiniert mit einer Video- und Toninstallation entfaltet sich ihre mythische Wirkung vollends.

Geheimnisvolle Szenen entspinnen sich dabei in einer dunklen Märchenlandschaft. Der Besucher trifft im abgedunkelten Ausstellungsraum auf sieben großformatige Keramikarbeiten mädchenhafter Figuren. Schemenhafte Gesichter, rätselhafter Kontext - wie aus einer Skizze der Künstlerin entwickeln sie sich vor dem Betrachter, locken ihn in die Finsternis.

Entgegen der klar definierten Rollenverteilung deutscher Märchen sind das "Gute" und das "Böse" in japanischen Sagen und Märchen selten eindeutig differenziert. In japanischen Märchen zeigen Figuren mit ihrem Handeln ambivalente - positive wie negative - Charakterzüge. Beides fließt in Ikemuras Arbeiten ein und verschmilzt subtil, ihre Internationalität lässt keinen Kulturrahmen in den Vordergrund rücken. Ihr künstlerischer Blick löst sich ebenso von kulturellen Schranken, wie sie sich selbst in der Welt bewegt. Leiko Ikemura war 1972 zunächst nach Spanien und in den frühen 1980er Jahren weiter in die Schweiz ausgewandert. In Köln und Berlin ließ sich die in Japan geborene Künstlerin schließlich zum Leben und Arbeiten nieder.

Mädchenhafte Figuren und Frauengestalten sind eines der wiederkehrenden Themen in Leiko Ikemuras Arbeiten: Sie schweben durch zarte Pastellarbeiten, stehen still in dunklen Landschaftsbildern, konfrontieren den Betrachter als unverrückbar wirkende keramische Skulpturen. Ihre Leichtigkeit verbindet sich oftmals mit dezenter Bedrohung, so wie auch Zartheit massiver Wirkung entgegenstehen kann - Ikemura balanciert auch hier zwischen den Welten.

PDF TXT Bilder