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Kultur

Los Angeles plays itself - Die Traumfabrik im Film

Filmreihe im Filmmuseum Düsseldorf vom 1. bis 26. November


Erstellt:
Redaktion: Robl, Julia

Los Angeles ist Traumfabrik und Sehnsuchtsort. Magisch fühlen sich bis heute Filmschaffende, Musiker und Künstler von diesem einzigartigen Ort angezogen. Zahlreiche Filme entstehen vor der Kulisse der Stadt oder machen sie selbst zur Protagonistin. Das Filmmuseum spürt mit 12 ausgewählten Filmen diesem Phänomen nach.

Zur Eröffnung der Filmreihe findet am Samstag, 4. November, 18.30 Uhr ein Sektempfang im Foyer des Museums, Schulstraße 4, statt. Im Anschluss wird Museumsleiter Bernd Desinger eine Einführung in das Phänomen Los Angeles geben und es werden zwei Filme vorgeführt: "L.A. without a Map" (1998) und "Mulholland Dr." (2001).

Die Filme der Reihe werden zu einem Großteil von Einführungen begleitet, die die Hintergründe und Besonderheiten der jeweiligen Filme beleuchten. Neben 11 Spielfilmen wird auch die Dokumentation "Los Angeles plays itself" (2003) gezeigt, die zahlreiche bekannte und unbekannte Hollywood-Produktionen vereint.

Von der Komödie bis zum Krimifilm entstehen seit über 100 Jahren zahlreiche Filme vor Ort - nicht nur aus praktischen Gründen, sondern auch, um Los Angeles Tribut zu zollen. Als Weltstadt der Filmindustrie sind der "Walk of Fame" und das Hollywood-Zeichen nicht mehr aus dem allgemeinen Gedächtnis wegzudenken.

Glanz und Glamour stehen der harschen Realität der Außenseiter und Gescheiterten gegenüber. Das Filmmuseum zeigt die neu restaurierte Fassung "The Exiles" (1961), die sich mit der Situation der indigenen Bevölkerung auseinandersetzt. Mit "Killer of Sheep" (1977) wird das harte Leben der Afroamerikaner in den Fokus gerückt. Wegen seines herausragenden und teuren Soundtracks hat der Film keine Kinoauswertung erfahren.

"La La Land" (2016) ist eins der neuesten Beispiele der kreativen Höchstleistungen Hollywoods. Diese Vorführung in Kooperation mit der Reihe Psychoanalyse und Film rundet das Programm ab.

Das Filmprogramm
Samstag, 4. November, 18.30 Uhr
Eröffnung der Filmreihe. Wegen des Feiertages Allerheiligen am Mittwoch, 1. November, wurde sie auf Samstag, 4. November, verschoben.

Mittwoch, 1. November, 17.30 Uhr
"The big Sleep"/"Tote schlafen fest"
USA 1946, 118 Minuten, OF, 35mm, FSK 16, Regie: Howard Hawks, Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman nach einer Vorlage von Raymond Chandler, Kamera: Sid Hickox, Darsteller: Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgely u. a.
Philip Marlowe arbeitet als Privatdetektiv und wird eines Tages von General Sternwood engagiert, da dieser erpresst wird. Im Anwesen seines neuen Klienten begegnet er der mysteriösen Schönheit, und ältesten Tochter des Generals, Vivian. Der Auftrag zieht Marlowe in immer dunklere Kreise.

Mittwoch, 1. November, 20 Uhr
"Chinatown"
USA 1974, 130 Minuten, DF, 35mm, FSK 16, Regie: Roman Polanski, Drehbuch: Robert Towne, Kamera: John A. Alonzo, Darsteller: Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston u. a.
Polanskis letzter in den Vereinigten Staaten gedrehter Film ist eine klassische Detektivgeschichte, düster und dramatisch.

Samstag, 4. November, 19 Uhr und Eröffnung der Reihe ab 18.30 Uhr
"L.A. without a Map"
F, GB, FIN 1998, 103 Minuten, OmU, 35mm, FSK 6, Regie: Mika Kaurismäki, Drehbuch: Mika Kaurismäki, Richard Rayner nach einer Vorlage von Richard Rayner, Kamera: Michel Amathieu, Darsteller: David Tennant, Vinessa Shaw, Julie Deply, Vincent Gallo u. a.
Die charmante Komödie schaut mit europäischem Blick auf Hollywood und besticht durch seine Cameo-Auftritte von Stars und Sternchen. Zugleich wird das Hoffen auf Glück und Scheitern des Traums einer Filmkarriere anhand der skurrilen Figuren und ihrer Erlebnisse eindrucksvoll auf die Leinwand gebracht.

Samstag, 4. November, 21 Uhr
"Mulholland Dr."/"Mulholland Drive - Straße der Finsternis"
USA 2001, 147 Minuten, OmU, 35mm, FSK 16, Regie: David Lynch, Drehbuch: David Lynch, Kamera: Peter Deming, Darsteller: Naomi Watts, Laura Harring, Ann Miller u. a.
Kino-Virtuose David Lynch bleibt seinem Stil treu und inszeniert mit "Mulholland Dr." ein surrealistisches Spiel zwischen Wirklichkeit und Illusion, das sich (alb-)traumhafter Elemente und des unzuverlässigen Erzählens bedient. Die Handlung selbst - die sich vorrangig um eine Frau ohne Gedächtnis dreht - entzieht sich jeder linearen Nacherzählung und nimmt nebenbei den Mythos Hollywood mit seinen archetypischen Figuren gekonnt auseinander.

Sonntag, 5. November, 15 Uhr
"The Exiles"
USA 1961, 72 Minuten, OF, digitalDCP, ab 18, Regie: Kent Mackenzie, Drehbuch: Kent Mackenzie, Kamera: Erik Daarstad, Robert Kaufman, John Morrill, Darsteller: Yvonne Williams, Homer Nish, Tom Reynolds u. a.
Kent Mackenzie erschuf mit "The Exiles" den ersten Film, der sich mit der Situation der American Indians innerhalb der sogenannten modernen Zivilisation auseinandersetzt. Ohne jemals eine offizielle Kinoauswertung erhalten zu haben, war der Film lange ein Geheimtipp - bis ihn Thom Andersen in seinem Werk "Los Angeles plays itself" prominent in Szene setzte.

Sonntag, 5. November, 17.30 Uhr
"Los Angeles plays itself"
USA 2003, 170 Minuten, OF, digitalDCP, ab 18, Regie/Drehbuch: Thom Andersen, Kamera: Deborah Stratman, Darsteller: Encke King u. a.
Thom Andersen stellt in seiner Dokumentation die Stadt Los Angeles in den Mittelpunkt: Als Kulisse und zentraler Charakter findet die "Stadt der Engel" im Laufe von Jahrzenten immer wieder Eingang in den Film. Mehr als zweihundert Filmproduktionen werden im Rahmen dieses Projekts thematisiert und zeugen von der Vielfalt dieser Stadt und der bereits reichlich vorhandenen Geschichte einer noch jungen Kunstform. Dabei kann der Zuschauer bekannte Klassiker und auch rare Perlen (neu) entdecken.

Samstag, 11. November, 18.30 Uhr
"L.A. Confidential"
USA 1997, 138 Minuten, OmU, digital1080p, FSK 16, Regie: Curtis Hanson, Drehbuch: Brian Helgeland, Curtis Hanson nach einer Vorlage von James Ellroy, Kamera: Dante Spinoti, Darsteller: Russel Crowe, Guy Pearce, Kevin Spacey, Kim Basinger u. a.
Mit einem Staraufgebot par excellence inszeniert Regisseur Curtis Hanson in Anlehnung an den Film noir ein Krimidrama rund um die tiefsten Abgründe von Los Angeles. Russel Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey - alle keine US-Amerikaner wie das Studio bemängelte - verkörpern drei unterschiedlichste Typen von LAPD-Cops, die sich verbünden müssen, um den Mord an einem Kollegen aufzuklären. Kim Basinger erspielte sich in der Rolle des ruchlosen Call Girls ihren bis heute einzigen Oscar.

Sonntag, 12. November, 15 Uhr
"Sunset Blvd."/"Boulevard der Dämmerung"
USA 1950, 110 Minuten, OmU, digital1080p, FSK 12, Regie: Billy Wilder, Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, D. M. Marshmann jr., Kamera: John F. Seitz, Darsteller: Gloria Swanson, William Holden, Erich von Stroheim u. a.
Bereits der Beginn des Films - im Laufe der Jahre vielfach zitiert - nimmt das Ende vorweg: Die Hauptperson, gleichzeitiger Erzähler der Handlung, liegt tot im Swimmingpool einer einst gefeierten Stummfilmdiva. Billy Wilder drehte mit "Sunset Blvd." eine pessimistische Abrechnung mit Hollywood, das frühere Stars vergisst und aufstrebende Künstler zu skrupellosen Figuren werden lässt. Für die Oscarverleihung 1951 war er elfmal nominiert und gewann unter anderem den Preis für das beste Originaldrehbuch. David Lynch zählt ihn zu seinen Lieblingsfilmen und bezieht sich in "Mulholland Dr." auf ihn.

Sonntag, 12. November, 17.30 Uhr
"Killer of Sheep"/"Schafe töten"
USA 1977, 80 Minuten, OmU, 35mm, ab 18, Regie: Charles Burnett, Drehbuch: Charles Burnett, Kamera: Charles Burnett, Darsteller: Henry G. Sanders, Kaycee Moore, Charles Bracy u. a.
Wie schon "The Exiles", so rückt auch "Killer of Sheep" eine soziale Randgruppe in den Fokus: Lose zusammenhängende Episoden rund um den Alltag von Familienvater Stan, seiner Frau und seiner Kinder, zeigen das harte Leben der Afroamerikaner im District Watts - auch heute noch ein Gebiet voller Armut und Kriminalität.

Samstag, 18. November, 19 Uhr
"To Live and Die in L.A."/"Leben und Sterben in L.A."
USA 1985, 116 Minuten, DF, 35mm, FSK 16, Regie: William Friedkin, Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich nach einer Vorlage von Gerald Petievich, Kamera: Robby Muller, Darsteller: William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow u. a.
Ein typischer Vertreter seiner Zeit ist "To Live and Die in L.A.": Entstanden Mitte der 1980er Jahre, ist er voller Spannung und zeigt den von Gewalt und Tod geprägten Arbeitsalltag junger Cops, begleitet wird dabei von einem packenden Soundtrack.

Samstag, 18. November, 21 Uhr
"Collateral"
USA 2004, 120 Minuten, OmU, digital1080p, FSK 16, Regie: Michael Mann, Drebuch: Stuart Beattie, Kamera: Dion Beebe, Paul Cameron, Darsteller: Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith u. a.
Mit "Collateral" erfüllt sich Tom Cruise endlich den Wunsch, einen Schurken zu spielen. Er verkörpert den Auftragskiller Vincent, der den Taxifahrer Max dazu zwingt, ihn die Nacht hindurch zu seinen verschiedenen Morden zu fahren. Dieser sucht unablässig nach Möglichkeiten, die Opfer vor ihrem Schicksal zu bewahren, gerät aber schließlich selbst ins Visier der Polizei. Da auch die Staatsanwältin Annie Farrel, für die Max deutliche Sympathien hegt, auf Vincents Todesliste steht, drängt die Zeit.

Sonntag, 26. November, 15 Uhr
"Bowfinger"/"Bowfingers große Nummer"
USA 1999, 97 Minuten, OF, digital1080p, FSK 6, Regie: Frank Oz, Drehbuch: Steve Martin, Kamera: Ueli Steiger, Darsteller: Steve Martin, Eddie Murphy, Heather Graham u. a.
Urkomisch und voller Anspielungen auf die verdeckten Mechanismen Hollywoods. Steve Martin schrieb Eddie Murphy und sich selbst hierfür die Rollen auf den Leib.
Bobby Bowfinger ist Produzent wenig überzeugender Low-Budget-Movies. Sein großer Traum ist es jedoch, endlich einen erfolgreichen Spielfilm zu drehen, wofür er bereits lange gespart hat. Alles steht bereit, so sind zum Beispiel illegale Mexikaner für die Filmcrew engagiert. Ihm fehlt nur die Zusage eines Studios, die er bekommen soll, wenn er den angesagten Schauspieler Kit Ramsey (Murphy in einer Doppelrolle) als Star gewinnen kann. Als dieser absagt, dreht ihn Bowfinger einfach heimlich und das Chaos nimmt seinen Lauf.

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