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Kultur Verwaltung

Marodes Schumann-Haus soll saniert werden

Kulturausschuss fasst den Bedarfsbeschluss für den Erhalt des historischen Gedäudes an der Bilker Straße 15


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Der Kulturausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 19. Januar, den Bedarfsbeschluss für die Planung der Sanierung des Schumann-Hauses gefasst. Für die Erhaltung der Gebäudesubstanz des historischen Gebäudes an der Bilker Straße 15 ist eine zeitnahe Sanierung unumgänglich. Das haben die Untersuchungen eines Gutachters ergeben. Demnach sind grundlegende Maßnahmen an allen Geschossdecken im gesamten Bauwerk sowie eine Ertüchtigung aller geschädigten Holzbalken in Decken und Fachwerkwand erforderlich, um die dauerhafte Standfestigkeit des Schumann-Hauses wiederherzustellen. Auf Grundlage von Kostenkennwerten von Vergleichsobjekten wurde ein erster grober Kostenrahmen zur Sanierung in Höhe von rund drei Millionen Euro ermittelt. Der Bedarfsbeschluss wird in den kommenden Wochen zudem in den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses, der Bezirksvertretung 1 sowie in der Sitzung des Stadtrates auf der Tagesordnung stehen.

Das Schumann-Haus - derzeitiger Zustand
Das Haus an der Bilker Straße wird derzeit unterschiedlich genutzt. Im Erdgeschoss des Vorderhauses befinden sich Räume der Robert-Schumann-Gesellschaft und ein Atelier. Die Obergeschosse wurden beziehungsweise werden als Wohnungen genutzt. Nach dem Auszug des Mieters im ersten Obergeschoss und eines von zwei Mietern im zweiten Obergeschoss sind bei Renovierungsarbeiten Schäden am Holztragwerk durch Pilzbefall sichtbar geworden. Weitere Untersuchungen folgten. Das Ergebnis: Notabstützungen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss wurden erforderlich und installiert. Um das Gebäude langfristig zu erhalten, muss das von Pilzbefall zerstörte Holztragwerk an zahlreichen Deckenbalken, Auflagern und Fachwerkinnenwänden saniert beziehungsweise erneuert werden. Zudem besteht in allen weiteren baulichen Bereichen Handlungsbedarf, wie Rückfassade (Putzrisse), Fenster und Balkon, elektrische Anlangen, Heizungs- und Sanitäranlagen, Wasser- und Entwässerungsleitungen sowie Heizungsverrohrung. Um die Sanierungsarbeiten ausführen zu können, ist es nach derzeitigem Kenntnisstand erforderlich, dass der noch verbleibende Mieter seine Wohnung verlässt. Das Atelier einer Keramikkünstlerin im Erdgeschoss muss für die Phase der Sanierung ebenfalls freigezogen werden. Mit dem Bedarfsbeschluss soll nunmehr - unabhängig von der Frage der zukünftigen Nutzung - die Planung für die Sanierung des Hauses aufgenommen werden.

Historische Bedeutung des Hauses
Die Familie Schumann lebte ab Herbst 1852 an der Bilker Straße 15. Es war die letzte gemeinsame Wohnung von Robert und Clara Schumann und ist zugleich das einzige, in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Wohnhaus der Familie. Um das marode Gebäude im Sinne der interessierten Öffentlichkeit zu retten und in Stand zu setzen, hat sich ein Verein zur Sanierung des Hauses gegründet. Die Erinnerung an den bedeutenden Komponisten der Romantik und zeitweiligen Düsseldorfer Musikdirektor (1850-1854) ist immer wieder in der Stadt präsent - von der Robert Schumann Hochschule bis zum Schumann-Fest. Robert Schumanns Zeit als Musikdirektor in Düsseldorf wird durch intensive und musikgeschichtlich bedeutsame Jahre, auch mit seiner Frau Clara, geprägt. In dieser Zeit entstand ein wesentlicher Teil seines Gesamtwerkes, darunter große Orchesterwerke wie die "Rheinische" Symphonie und bedeutende kammermusikalische Stücke. Ziel für das Schumann-Haus wäre zukünftig eine kulturelle Nutzung, die der Bedeutung von Robert und Clara Schumann und dem Ort gerecht wird.

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