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Gesundheit Jugend

Neue Fachstelle zur Stärkung der psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen

Die Kinder- und Jugendpsychiatrische Fachstelle nimmt zum 1. Dezember 2020 ihre Arbeit auf/Anlaufstelle und Entwicklung präventiver Angebote


Erstellt:
Redaktion: Mester, Annika

In der neuen Initiative "Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen stärken" haben sich das Gesundheitsamt und das Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Unterstützung durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) zusammengeschlossen, um pädagogische Fachkräfte zu schulen und betroffenen Kindern und Eltern niedrigschwellig psychologisch-psychiatrische Hilfen anzubieten. Eine Förderung des LVR ermöglicht es, im Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes eine Anlaufstelle für die Belange psychisch kranker Kinder und Jugendlicher einzurichten und gemeinsam mit dem Jugendamt präventive Angebote zu entwickeln.

"Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes wird immer häufiger für Kinder und Jugendliche bei psychischen Krisen und Erkrankungen angefragt, denn oft finden betroffene Kinder und deren Eltern oder Angehörige nicht eigenständig den Weg in therapeutische und psychiatrische Hilfen", sagt die Beigeordnete Helga Stulgies. "Daher freut es mich sehr, dass wir vom Landschaftsverband Rheinland im Rahmen eines Förderprogrammes unterstützt werden."

Neben den bestehenden umfangreichen Angeboten der Jugendhilfe in Düsseldorf fehlt in der Landeshauptstadt bisher ein niedrigschwelliger Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst.

"Eine stabile psychische Gesundheit ist die elementare Basis für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Zwei Drittel der von einer psychischen Krankheit betroffenen oder stark auffälligen Kinder und Jugendlichen findet nicht den Weg in das Hilfesystem. Mit der neuen Initiative schaffen wir mit vielen städtischen Akteuren gemeinsam ein fachübergreifendes Programm, um Hilfen früher anbieten zu können", sagt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Ein erstes Schulprojekt wurde bereits von der Abteilung Sozialpsychiatrie des Gesundheitsamtes mit dem Zentrum für Schulpsychologie vereinbart. Im Programm "MindMatters" werden Schülerinnen und Schüler über psychische Erkrankungen informiert und durch ehemals Betroffene über Verlauf und Symptome aufgeklärt. Gemeinsam erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, wie bei besonderen psychischen Belastungen Erkrankungen entstehen und was sie tun können, um psychisch gesund zu bleiben. Aktuell erfolgt auch eine Bedarfsabfrage aller Abteilungen im Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeplanung. Ziel ist die Entwicklung und Implementierung eines sektorübergreifenden, auf Handlungsfelder der Jugendhilfe abgestimmten Schulungskonzeptes zum Thema psychische Gesundheit.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder stark auffälligem Verhalten steigt stetig, und immer häufiger fallen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bereits in Kindertagesstätten, Schulen oder Ausbildungsstätten auf. Studien schätzen den Anteil betroffener Kinder und Jugendlicher auf bis zu 10 Prozent, jedoch nur rund ein Drittel befindet sich in fachärztlicher Behandlung. Die Herausforderungen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen im sozialen Leben haben teilweise gravierende Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen und erhöhen nachweislich das Risiko für psychische Auffälligkeiten.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrische Fachstelle ist im Gesundheitsamt in der Abteilung Sozialpsychiatrie angesiedelt und wird in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt zum 1. Dezember 2020 ihre Arbeit aufnehmen.

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