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Statistik

Neue Veröffentlichung zur internationalen Zuwanderung


Erstellt:
Redaktion: Braun, Anne

Das Amt für Statistik und Wahlen hat eine statistische Analyse der internationalen Migration nach Düsseldorf veröffentlicht. Die Untersuchung behandelt die Entwicklung der Zuwanderung ausländischer Bevölkerungsgruppen ab dem Jahr 2000 und deren demografische Zusammensetzung. Darüber hinaus wird die Struktur der von der Stadt Düsseldorf untergebrachten Flüchtlinge in Unterkünften untersucht und in Bezug zur Bestandsbevölkerung gesetzt.

"Düsseldorf hat in den zurückliegenden Jahren eine starke Internationalisierung erfahren, wobei hierbei deutliche Unterschiede hinsichtlich der Migrationsmotivation zu erkennen sind", so Stadtdirektor Burkhard Hintzsche zu den Untersuchungsergebnissen.

Im Jahr 2016 sind 28.601 Personen ausländischer Nationalität nach Düsseldorf zugezogen. Das waren 1.486 Personen weniger als im bislang zuwanderungsstärksten Jahr 2015. Der Wanderungssaldo (Zuzugsüberschuss) von ausländischen Personen lag 2016 bei 7.821.

Von den 28.601 Zuzügen kamen 56,2 Prozent (16.079) direkt aus dem Ausland. Mehr als ein Viertel (27,1 Prozent, beziehungsweise 7.738) zogen aus Nordrhein-Westfalen (ohne Umland) zu. 11,2 Prozent (3.194) kamen aus dem übrigen Bundesgebiet und 3,7 Prozent (1.061) aus den Umlandkreisen Neuss und Mettmann. Bei 529 ausländischen zuziehenden Personen war die Herkunft unbekannt.

Hinsichtlich der Zuwanderungsnationalitäten fiel im Jahr 2016 der höchste positive Saldo auf Personen syrischer Herkunft (+2.259), gefolgt von Personen mit irakischer (+1.006) und afghanischer Nationalität (+515). Der Saldo von Personen aus den Maghreb-Staaten sank gegenüber dem Vorjahr geringfügig ab auf +204 Personen. Stark rückläufig verhielt sich der Wanderungssaldo von Personen aus den Westbalkan-Staaten Albanien, Kosovo, Mazedonien und Serbien. Er sank von +754 im Jahr 2016 in den negativen Bereich (-447).

"Eine zahlenmäßig zunehmend wichtige Rolle spielt die Zuwanderung aus Japan, China und Indien. Dies spricht für die zunehmende Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf im asiatischen Raum", freut sich Burkhard Hintzsche darüber, dass diese drei Länder im Jahr 2016 ihren bislang höchsten positiven Saldo von +753 Personen erreichten.

Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass im Jahr 2016 der größte Teil der ausländischen Zuziehenden (11.534 bzw. 40,3 Prozent) als Staatsangehörige eines europäischen Staates nach Düsseldorf kamen. In Unterscheidung der Salden von unterschiedlichen europäischen Zuwanderungsgruppen zeigt sich, dass der Saldo von Personen aus Südeuropa (Griechenland, Italien, Spanien, Portugal) seit 2014 rückläufig ist und im Jahr 2016 bei +387 lag. Der Saldo von Personen mit einer rumänischen oder bulgarischen Staatsangehörigkeit (EU-Beitritt 2007) verlor ebenfalls gegenüber dem Vorjahr und lag 2016 bei +276.

Die Untersuchung der Altersstruktur der ausländischen Zu- und Fortziehenden hat zu dem Ergebnis geführt, dass die höchsten Wanderungsgewinne in der Altersklasse zwischen 20 und 30 Jahren erreicht werden. Sowohl bei den Zuzügen als auch bei den Fortzügen überwiegt die Zahl der Männer, jeweils im Verhältnis von zirka 58 Prozent Männern zu 42 Prozent Frauen. Mit Blick auf die Personen mit Staatsangehörigkeit eines der Haupt-Fluchtländer (Syrien, Irak, Afghanistan) zeigt sich, dass ein Wanderungsüberschuss in allen Altersjahren beider Geschlechter besteht. Insgesamt überwiegt, sowohl bei den Zuzügen als auch bei den Fortzügen, der Anteil an männlichen Personen deutlich mit einem Verhältnis bei 62 Prozent zu 38 Prozent (Zuzüge), beziehungsweise von 65 Prozent zu 35 Prozent (Fortzüge). Am ausgeprägtesten ist das Wanderungsverhalten bei den jungen Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

"Die Entwicklung der Zahl der Flüchtlinge, die an den städtischen Unterkunftsadressen seit dem Jahr 2010 registriert sind, erreichte im Dezember 2016 mit 7.878 Personen den bislang höchsten Wert und zeigt, dass Düsseldorf seiner Verantwortung gegenüber Menschen, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, gerecht wird", konstatiert Burkhard Hintzsche anhand der Daten.

Die Gruppe der Flüchtlinge unterscheidet sich hinsichtlich der Altersstruktur deutlich von der in Düsseldorf lebenden Wohnbevölkerung. Über ein Drittel (34 Prozent) der Personen in den Unterkünften sind im Alter bis unter 18 Jahren, gegenüber einem Anteil von nur 15,3 Prozent außerhalb von Unterkünften. Im Alter zwischen 18 und 30 Jahren sind 32,6 Prozent der in Unterkünften gemeldeten Personen. In der Gesamtbevölkerung außerhalb von Unterkünften liegt der Anteil dieser Altersklasse bei nur 15,1 Prozent. In den höheren Altersklassen ab 50 Jahre setzen sich die Unterschiede fort. So sind unter den an Flüchtlingsadressen gemeldeten Personen nur 6,6 Prozent im Alter von 50 Jahren und älter. Innerhalb der Düsseldorfer Wohnbevölkerung sind 39 Prozent in dieser Altersklasse.

Hinsichtlich der Nationalitäten der an den Unterkünften gemeldeten Personen zeigt sich, dass zum Jahresende 2016 Personen aus insgesamt 78 verschiedenen Nationalitäten an den Unterkunftsadressen gemeldet waren. Den weitaus größten Anteil machten Personen syrischer Nationalität aus (1.967 Personen, 27 Prozent). Die zweitgrößte Nationalität bildeten Personen aus dem Irak (1.318, 18,1 Prozent), aus Afghanistan (758, 10,4 Prozent) und dem Iran (305, 4,2 Prozent). Zudem waren zum Stichtag 330 Personen (4,5 Prozent) mit unbekannter/ungeklärter Nationalität registriert.

Der gesamte Bericht kann unter www.duesseldorf.de/statistik-und-wahlen/aktuelle-mitteilungen.html abgerufen werden.

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