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Kultur
Heinrich-Heine-Institut
"Nussknacker und Mausekönig - illustriert von Sabine Friedrichson"
Vom 26. November bis zum 18. Februar 2018 präsentiert das Heinrich-Heine-Institut Arbeiten von Sabine Friederichson und wertvolle Bücher aus der Berliner Staatsbibliothek
Erstellt:
200 Jahre nach dem Erscheinen des Kunstmärchens "Nussknacker und Mausekönig" von E.T.A. Hoffmann zeigt das Heinrich-Heine-Institut in einer Ausstellung von Sonntag, 26. November, bis Sonntag, 18. Februar 2018, Arbeiten von Sabine Friedrichson. Präsentiert werden kostbare Originale, Skizzen und Vorarbeiten sowie Objekte aus der Hoffmann-Zeit, die Friedrichson als Vorlagen nutzte. Wertvolle historische Bücher aus der Staatsbibliothek Berlin lassen 200 Jahre Illustrationsgeschichte lebendig werden. Die Sonderausstellung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin und der Kuratorin Inge Sauer. Ein Begleitprogramm für Kinder, Familien und Fachleute lädt zu stimmungsvollen winterlichen Treffen ein.
Der Nussknacker: Ein "moderner" Klassiker
"Der Nussknacker" ist einer der berühmtesten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Die Zutaten faszinieren auch moderne, Fantasy- und Manga-affine junge Leser: die 7-jährige, phantasiebegabte Protagonistin Marie, deren Hoffmann-ähnlicher Pate über magische Fähigkeiten verfügt; ein siebenköpfiges Mausemonster, das mit seinen unzähligen Mäuse-Untertanen gegen die Zinnsoldatenarmee kämpft; der geliebte und geheimnisvolle Nussknacker, dem die tapfere Marie mit dem gezielten Wurf ihres Schuhs zur Hilfe kommt, bevor seine Zinnsoldatenarmee geschlagen wird; von Mäusen angenagte Zuckerpüppchen und die verzauberte Prinzessin Pirlipat - sie alle könnten modernen japanischen Animes oder Zeichentrickfilmen entsprungen sein.
Nicht nur die weltberühmte Vertonung durch den russischen Komponisten Peter Tschaikowsky, sondern auch die Illustrationen bedeutender Zeichner halten diese Geschichte seit 1816 lebendig. So hat sich die vielfach preisgekrönte Illustratorin Sabine Friedrichson, deren "Andersen" und "Pinocchio" längst zu den Klassikern der Kinder- und Jugendbücher gehören, ebenfalls der vielschichtigen Erzählung angenommen. Durch Sibyl Gräfin Schönfeldts behutsame Bearbeitung des für heutige Kinder nicht leicht verständlichen Hoffmann’schen Textes und Sabine Friedrichsons in allen Details sorgfältig recherchierte, stimmungsvolle Bilder gehört dieses Buch zu den interessantesten Neuerscheinungen von Kinderbüchern in diesem Jahr. Gleichzeitig präsentiert der Verlag Jacoby und Stuart eine bibliophile Ausgabe.
Querschnitt durch 200 Jahren Illustrationsgeschichte
Die wertvollen Bücher aus der Staatsbibliothek Berlin zeigen Illustrationsgeschichte von der Erstausgabe bis heute. Anhand der Illustrationen kann die Rezeptionsgeschichte nachvollzogen werden: Den hohen Anspruch der literarischen Vorlage lösen viele "kindgemäße", verharmlosende Illustrationen kaum ein - das Buch wird im 19. Jahrhundert als "allerliebstes Kindermärchen" angekündigt. In Frankreich wurde der komplexe, vielschichtige Text von Dumas-Père bearbeitet und taucht danach auch in amerikanischen Übersetzungen ganz ohne die Erwähnung Hoffmanns auf. Aber bei allen bedeutenden Illustratoren finden sich Elemente des Unheimlichen, die für Hoffmann charakteristisch sind, auch in den Bildern wieder.
Der Betrachter kann die Geschichte des gedruckten Buchs nachvollziehen: von den teuren und wertvollen Ausgaben der Hoffmann-Zeit mit Holz- oder Stahlstichen, die nur wenigen wohlhabenden Kindern vorbehalten waren, über die deutlich günstigeren Lithografien des späteren 19. Jahrhunderts bis zum modernen, für jedermann erschwinglichen Bilderbuch.
Während die historischen Bücher in der Ausstellung nur in Vitrinen zu sehen sind, liegen die schönen Bücher unserer Zeit zum Blättern und Lesen aus. Geplant ist ein vorweihnachtliches Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene mit einem Papiertheater-Bastel-Nachmittag, Familienführungen und Vorträgen. Ein Papiertheater aus dem 19. Jahrhundert und Spielsachen der Hoffmann-Zeit aus der Sammlung des Stadtmuseums ergänzen die Ausstellung. Im Vorfeld der Ausstellung greifen Schulklassen das Thema auf: Zu sehen sind einige Illustrationen der Schüler.


