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Öffentlicher Gebetsruf muslimischer Moscheegemeinden in Düsseldorf als Zeichen der Einigkeit und Solidarität


Erstellt:
Redaktion: Herriger, Marc

Ab Freitag, 1. Mai, werden verschiedene muslimische Moscheegemeinden in Düsseldorf als Zeichen der Einigkeit und Solidarität in Zeiten von Corona einen öffentlichen Gebetsruf aussenden.

Die Gemeinden haben den insbesondere im Ramadan so wichtigen Freitagsgebetsruf „Adhan“ allerdings der Situation angepasst.
Der leicht abgeänderte übliche Ruf zum Gebet enthält die Anweisung, dass die Gläubigen in Zeiten der Bedrängnis und Not ihre Gebete in ihren Häusern und Wohnungen verrichten sollen.

Die Gemeindemitglieder werden durch den Adhan-Ruf angehalten, die notwendige Distanz zu wahren und damit die öffentliche Ordnung in Corona-Zeiten zu unterstützen.

Die Moscheegemeinden haben ihrerseits Helfer rekrutiert, die dafür sorgen, dass Menschenansammlungen vor den Gebetshäusern vermieden werden. Vor jedem Gebetsruf wird noch mal eindringlich darauf hingewiesen, dass sich die Menschen nicht vor den Moscheen treffen sollen.

Die Gebetsrufe werden den Wert von 70 Dezibel Lautstärke nicht überschreiten. Sie dauern üblicherweise zwischen zwei und drei Minuten.
„In diesen schwierigen Zeiten brauchen die Menschen Zuspruch, Solidarität und Trost. Jüdische, christliche und muslimische Gemeinden fühlen sich verpflichtet, hierzu einen Beitrag zu leisten“, sagt Redouan Aoulad-Ali, Vorstandsmitglied des Kreises der Düsseldorfer Muslime (KDDM).
Die Gebetsrufe werden von der mazedonisch-islamische Gemeinde „Roma“ an der Kölner Landstraße, der Marokkanisch-Islamischen Moscheegemeinde Masjid Omar an der Adersstraße, der Islamischen Moscheegemeinde Masjid-Taubah an der Westfalenstraße und dem Gemeindezentrum Masjid Assalam an der Nürnberger Straße abwechselnd ausgesendet.

"Das Coronavirus hat auch für die Gläubigen in dieser Stadt erhebliche Einschränkungen mit sich gebracht. Die Religionsausübung ist für Christen, Muslime, Juden und alle anderen Religionsgemeinschaften derzeit schwierig", pflichtet Oberbürgermeister Thomas Geisel zu. "Umso mehr kann so ein öffentlicher Gebetsruf den Gläubigen neue Kraft in diesen schweren Zeiten geben. Wie groß das Bedürfnis nach gemeinsamer Spiritualität ist, haben wir schon bei den Ostergottesdiensten im Autokino der christlichen Kirchen gesehen. Ich wünsche allen Düsseldorfern muslimischen Glaubens einen gesegneten Ramadan. Aber bitte denken Sie weiter daran, die notwendigen Abstands- und Hygieneregelungen in diesen Zeiten ernst zu nehmen."

Die Düsseldorfer Muslime folgen mit dem Gebetsruf dem Vorbild anderer Moscheegemeinden Deutschlands. Den öffentlichen Gebetsruf gibt es zum Beispiel auch in Neuss, Duisburg, Solingen und Wuppertal.

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