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Kultur
Pierre Jarawan zu Gast in der Zentralbibliothek
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"Ein Lied für die Vermissten" heißt der zweite Roman von Pierre Jarawan, den der junge, erfolgreiche Autor am Mittwoch, 9. September, 20 Uhr in der Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1, vorstellt.
15 Jahre Bürgerkrieg im Libanon mit 17.000 Vermissten – dieses Trauma und Tabu hat den im Libanon geborenen Pierre Jarawan so bewegt, dass er dieses zu einem eigenen Roman verarbeitet hat. Er erzählt von Amin während des "Arabischen Frühlings" und davon, wie er als Jugendlicher im Jahr 1994 mit seiner Großmutter in den Libanon zurückkehrte. Seine Eltern hat er zwölf Jahre zuvor verloren. Amin erscheint die libanesische Gesellschaft verschlossen und rätselhaft. Seine Fähigkeit zu erzählen erlernt der Junge von einem traditionellen Geschichtenerzähler, wie sie im Nahen Osten in Cafés und auf öffentlichen Plätzen auftreten. "Schon ein Sandkorn genügt, um ein große Geschichte daraus zu machen", sagt dem jungen Amin der ehemalige Leiter der im Bürgerkrieg total zerstörten Nationalbibliothek in Beirut. Amin erfährt dort von der Kraft der Geschichten, in deren Welt er wie auf einem "Zeitstrahl durch die Jahrhunderte wandeln" kann.
Kunstvoll verwebt der Schriftsteller Pierre Jarawan 20 Jahre Geschichte der einstmals so prächtigen und liberalen Stadt Beirut mit den Verbrechen des Bürgerkriegs, der 15 Jahre lang den Libanon ins Chaos stürzte, mit den Vermissten und der Familiengeschichte seines Ich-Erzählers.
Pierre Jarawan, 1985 geboren, wurde 2012 Internationaler deutschsprachiger Meister im Poetry Slam und lebt in München. Sein Romandebüt "Am Ende bleiben die Zedern" war ein Sensationserfolg, wurde mehrfach übersetzt und ist heute ein internationaler Bestseller.
Der Eintritt zu der Lesung ist frei. Aufgrund des begrenzten Kartenkontingents ist der Besuch nur nach Voranmeldung unter zblive@duesseldorf.de möglich. Die Besucherinnen und Besucher müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und werden gebeten, die aktuellen Hygiene- und Abstandregeln zu beachten.