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Kultur

Provenienz der "Füchse" von Franz Marc aufgeklärt


Erstellt:
Redaktion: Meissner, Valentina

Die Provenienz des Gemäldes "Die Füchse" von Franz Marc aus dem Museum Kunstpalast konnte nach intensiver Forschung und einem kürzlichen Aktenfund im Museum of Modern Art vollständig aufgeklärt werden.

Grundlage für die Recherche war ein Restitutionsgesuch der Erbengemeinschaft nach Kurt und Else Grawi. Das Bild gehörte dem jüdischen Bankier Kurt Grawi, der von den Nationalsozialisten verfolgt und im KZ Sachsenhausen inhaftiert wurde und im Jahr 1939 aus Deutschland floh, um zur Familie seiner Frau nach Santiago de Chile zu emigrieren. Es gelang ihm, das Bild mit Hilfe des jüdischen Arztes und Bankiers Dr. Paul Weill im Frühjahr 1939 an den gemeinsamen Freund Ernst Simon nach New York zu verschiffen.

Der Frankfurter Geschäftsmann Ernst Simon war jüdischer Abstammung und bereits Anfang der 1930er Jahre in die USA emigriert. In New York bot er das Bild im Auftrag von Grawi zunächst dem Museum of Modern Art zum Kauf an. Dessen Angebot nahm jedoch Kurt Grawi nicht an, sondern veräußerte es zwischen Februar und Oktober 1940 mithilfe von Ernst Simon über den 1936 von Berlin aus politischen Gründen in die USA emigrierten, ehemals Berliner Kunsthändler Karl Nierendorf an den deutsch-amerikanischen Regisseur William Dieterle. Dieterle zeichnete sich dadurch aus, dass er vielen bedeutenden Künstlern und verfolgten Menschen die Auswanderung und Gründung einer Existenz in den Vereinigten Staaten ermöglichte. Dafür erhielt er im Jahr 1956 von der Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz. Der Verkauf des Gemäldes "Die Füchse" im Jahr 1940 zeigt auf besondere Weise die außerordentliche Unterstützung unter den Beteiligten in dieser schweren Zeit. Die Familie Grawi hat in der Nachkriegszeit nie einen Anspruch für dieses Bild erhoben. Die Stadt Düsseldorf hat das Gemälde 1961 als Schenkung erhalten.

Nach den einschlägigen Regelungen begründet der Verkauf des Gemäldes "Die Füchse" keinen Restitutionsfall, da das Bild im Ausland zu einem für damalige Verhältnisse marktgerechten Preis veräußert wurde und der Voreigentümer über den Erlös frei verfügen konnte. Die Stadt Düsseldorf hat dennoch ihr Angebot wiederholt, den Fall durch die Beratende Kommission überprüfen zu lassen. Die Erbengemeinschaft hat bislang die Anrufung der Beratenden Kommission durch ihren anwaltlichen Vertreter ausgeschlagen.

Außerdem wird das Museum Kunstpalast in angemessener Form das Schicksal des Voreigentümers, Kurt Grawis, sowie die Provenienz des Bildes transparent machen.

Der neue Forschungsstand wird in der kommenden Sitzung des Kulturausschusses am 6. September 2018 dargelegt.

Die Recherchen sind Bestandteil der systematischen Überprüfung der Herkunft aller Kunst- und Kulturobjekte in den Sammlungen der Stadt Düsseldorf. Zur Verstetigung dieses Anliegens ist im Oktober 2016 eine Planstelle für Provenienzforschung eingerichtet worden.

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