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Ordnung

Runder Tisch für den vorbeugenden Brandschutz in Düsseldorf

Dialog mit Fachplanern für die schnelle Realisierung von Bauprojekten in Düsseldorf


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

Neu- und Umbauten in Düsseldorf boomen schon seit vielen Jahren. Bei vielen dieser Projekte unterstützen die Fachleute des vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutzes der Feuerwehr Düsseldorf hinsichtlich der Beurteilung der Bauvorhaben oder Umbauten mit der feuerwehrtechnischen Fachexpertise und werden durch das Bauaufsichtsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf im Rahmen von Stellungnahmen bei den Projekten beteiligt. Bereits für das Frühjahr war ein Runder Tisch geplant, an dem Fachplaner sowie Experten der städtischen Bauaufsicht und der Feuerwehr teilnehmen sollten - dieser musste aber aufgrund der Einschränkungen im Rahmen der Coronakrise verschoben werden. Ein knappes halbes Jahr später konnte die Premiere nachgeholt werden: Rund 20 Fachplaner nahmen im September an einer Videokonferenz mit der Leiterin der städtischen Bauaufsicht, Ulrike Lappeßen, Arvid Graeger, Leiter des vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutzes der Feuerwehr Düsseldorf, und weiteren Spezialisten der beiden Ämter teil.

Brandschutz gilt für jedes Bauprojekt
Schon weit vor dem ersten Spatenstich steht der Brandschutz: So muss bei jedem Bauprojekt eine ausreichende Löschwasserversorgung nachgewiesen, die Rettungswege für die Menschen im Gebäude sichergestellt und geeignete Feuerlösch- und Brandmeldeeinrichtungen geplant werden - und das gilt nicht nur bei Großprojekten wie beispielsweise Hochhäusern, Tiefgaragen oder Büro- und Geschäftshäusern. Schon der Umbau einer Wohnbebauung in einem Hinterhof bietet dabei die ein oder andere bautechnische Herausforderung für die Sicherheit der Bewohner. In einem Fachvortrag von Dr. Adrian Ridder von der Feuerwehr Düsseldorf konnten die am häufigsten nachgefragten Themen umfassend dargestellt werden. Dabei ging es unter anderem um Anforderungen an die Löschwasserversorgung bei Gebäuden sowie mögliche Ersatzlösungen für einen zweiten Rettungsweg. Besonders in dichtbebauten Gebieten oder Gebäuden in Hinterhöfen ist häufig sehr wenig Platz, um für die Drehleiter oder tragbare Leitern der Feuerwehr eine ausreichende Aufstellfläche zu finden. Dr. Ridder stellte in seinem Vortrag viele bauliche Möglichkeiten für eine sichere und zielführende Rettung vor. Es wurden aber auch Lösungen präsentiert, die nicht geeignet und zugelassen sind. Ein für Düsseldorf ebenfalls interessantes Thema sind mögliche Kompensationsmaßnahmen in Großraumbüros, wenn dort die von der Bauordnung Nordrhein-Westfalen vorgegebenen Flächen überschritten werden. Auch in dem Fall hatten die Fachleute des Bauaufsichtsamtes und der Feuerwehr viele praktische Lösungen parat.

Gebäudefunkanlagen sind im Brandeinsatz überlebenswichtig
Bei dem Thema der technischen Ausstattung von Gebäuden ging es unter anderem um die Anforderungen von Gebäudefunkanlagen für die Feuerwehr. Durch die massive Bauweise sowie die großen Entfernungen, die in modernen Gebäudekomplexen zurückgelegt werden müssen, können die Feuerwehrleute bei Einsätzen mit ihren Funksprüchen meist nicht bis nach draußen gelangen. Die Funkwellen werden häufig schon nach wenigen Metern durch den verbauten Stahl und Beton abgeschwächt oder komplett abgeschirmt. Eine ständige Funkverbindung ist aber bei einem Brandeinsatz für die Feuerwehrleute überlebenswichtig, um beispielsweise zur Rettung von Menschen weitere Hilfe zur richtigen Stelle zu lotsen oder bei einer Gefahr alle anderen zu warnen. Das im Gebäude durch Antennen oder Kabel installierte Funksystem für die Feuerwehr wird über eine Brandmeldeanlage gestartet oder kann auch jederzeit durch die Brandbekämpfer in Betrieb genommen werden.

Rege Diskussion bei virtueller Konferenz
Wie bei einem richtigen Fachvortrag vor Publikum, hatten auch während dieser Veranstaltung alle Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zum Thema zu stellen. Über einen Moderator wurden diese direkt an das Fachgremium weitergeben, das dann Rede und Antwort stand. Somit konnten sich in der ersten Auflage dieser modernen und zeitgerechten Form einer fachspezifischen Diskussion die Planer informieren, die Bauprojekte in der Landeshauptstadt Düsseldorf planen oder schon durchführen.

Zusätzlich zum geplanten Vortrag konnten weitere von den Fachplanern eingebrachte Themen in einem direkten Dialog in der gesamten Gruppe erklärt und vertieft werden. "Wir freuen uns sehr, wenn wir mit dem Runden Tisch nicht nur unsere Arbeit zielgerichteter einsetzten können, sondern vor allem durch den Dialog mit allen Beteiligten eine Transparenz in die Genehmigungsverfahren bringen. Dies wirkt sich vor allem später bei der Realisierung von Bauprojekten positiv für alle Beteiligten aus und bringt in vielen Teilen eine deutliche Zeitersparnis mit sich", lobt Arvid Graeger, Leiter des vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz der Feuerwehr Düsseldorf, die Premiere dieser Veranstaltung.

Nach rund 90 Minuten konnte in vielen Fachgesprächen ein breiter Konsens unter allen Fachplanern, der Feuerwehr und des Bauaufsichtsamtes Düsseldorf gefunden werden. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dies nicht die letzte Veranstaltung in diesem Rahmen war. Denn in Zukunft soll der Runde Tisch zweimal jährlich virtuell stattfinden. Dazu sind alle Fachplaner herzlich eingeladen, die Projekte in Düsseldorf realisieren. Anmeldungen und weitergehende Informationen zur nächsten Veranstaltung gibt es unter: Vb-feuerwehr@duesseldorf.de

Weitere Informationen zum Thema vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz unter vb.feuerwehr-duesseldorf.de

Dort finden Interessierte auch relevante Richtlinien beispielsweise für Flächen der Feuerwehr, Feuerlöscheinrichtungen, Straßensperrungen, Brandmeldeanlagen und Feuerwehraufzüge zum Download.

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