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Ordnung Wirtschaft

Schneller gründen: Landeshauptstadt Düsseldorf wird Pilotstandort für digitalen Kombiantrag

Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung werden gebündelt/ Pilotprojekt soll Gründungen einfacher, schneller und digitaler machen


Erstellt:
Redaktion: Mester, Annika

Der Weg in die Selbstständigkeit soll künftig einfacher, schneller und digitaler werden. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist als Pilotstandort Teil des bundesweiten Projekts "Schneller Gründen". Gemeinsam mit dem Bund, den beteiligten Landesbehörden sowie den zuständigen Stellen vor Ort erprobt die Stadt einen neuen digitalen Kombiantrag, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung in einem gemeinsamen Prozess zusammenführt.

"Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist ein idealer Pilotstandort für das Projekt 'Schneller Gründen'", sagt Christian Zaum, Ordnungs- und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf. "Als NRW-Gründungshotspot sind wir stolz, dass wir den hier ansässigen Gründungsinteressierten künftig eine zentrale digitale Anlaufstelle für die gebündelte Erfassung aller notwendigen Informationen bieten können. Zudem sehen wir in der Teilnahme am Projekt die Chance, Verwaltungsleistungen gemeinsam mit Bund und Ländern praxisnah weiterzuentwickeln."

Zentraler Bestandteil des Projekts ist das Portal www.gruenden.gov.de. Dort können Gründerinnen und Gründer ihre Angaben künftig in einem einheitlichen Prozess erfassen. Mehrfacheingaben sollen vermieden, Daten direkt an die zuständigen Behörden übermittelt und die Bearbeitung dadurch beschleunigt werden.

Im Mittelpunkt der Pilotierung stehen zunächst Einzelunternehmen; sie machen die Mehrheit der Unternehmensneugründungen aus. Für sie bietet die Zusammenführung der bislang getrennten Verfahren besonderes Potenzial, indem sie den bürokratischen Aufwand reduziert, die Datenqualität verbessert und Rückfragen sowie manuelle Nacharbeiten in der Verwaltung verringern kann. Der digitale Antrag führt strukturiert durch die notwendigen Schritte. Ziel des Gesamtprojekts ist es, den formalen Gründungsprozess so weit zu vereinfachen und zu beschleunigen, dass Unternehmensgründerinnen und -gründer möglichst schnell rechtssicher handlungsfähig sind.

Auch für die Verwaltung bietet das Projekt konkrete Vorteile. Durch die standardisierte digitale Übermittlung und die bessere Vernetzung der beteiligten Stellen sollen Daten effizienter verarbeitet und Medienbrüche reduziert werden. Langfristig soll das Once-Only-Prinzip stärker umgesetzt werden: Informationen sollen möglichst nur einmal angegeben und anschließend – soweit rechtlich zulässig – für weitere Verwaltungsvorgänge genutzt werden können.

Die Erfahrungen aus den beteiligten Kommunen des Pilotprojekts sollen genutzt werden, um die digitalen Verfahren weiterzuentwickeln und perspektivisch auf weitere Unternehmensformen und Gründungsprozesse auszuweiten.

Auch aus wirtschaftlicher Perspektive bietet die Vereinfachung der Verwaltungsleistungen für den Standort große Potenziale: Düsseldorf gehört bei den Neugründungen im ersten Halbjahr 2026 erneut zu den Top-Ten-Start-up-Standorten in Deutschland und zählt zu den stärksten Aufsteigern im Städteranking des Bundesverbands Deutsche Startups e. V. Mit 21,3 Neugründungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner erreicht Düsseldorf Platz 2, gleichauf mit Berlin, und verbessert sich damit deutlich gegenüber den Vorjahren (Platz 3 in 2025 und Platz 8 in 2024).

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