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Kultur
Schumann-Haus wird zum Museum
Finanzierung der Ausstellungsausstattung ist am 4. Juli Thema im Rat/ Förderverein "Schumann-Haus Düsseldorf e.V." unterstützt großzügig
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Das Schumann-Haus soll zum Museum werden: Das ursprünglich als bürgerliches Wohnhaus gebaute Gebäude war von 1852 an Wohnsitz des Musikerehepaars Robert und Clara Schumann und ihrer Kinder. Es ist das einzige in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Wohnhaus der Familie. Das Gebäude soll aufgrund seiner besonderen historischen Bedeutung zum Schumann-Museum umgebaut werden. Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung im September 2018 die Sanierung des Schumann-Hauses sowie den Umbau zum Schumann-Museum in einer ersten Ausbaustufe bereits einstimmig beschlossen.
Nun wird den politischen Gremien der Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss der Ausstellungsausstattung mit Gesamtkosten von 728.000 Euro vorgelegt. Der Stadtrat wird darüber am 4. Juli entscheiden.
Finanzielle Unterstützung durch den Förderverein
"Erneut setzen sich in Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger für die Kultur in unserer Stadt ein. Der eigens gegründete Förderverein 'Schumann-Haus Düsseldorf e.V.' übernimmt mit 700.000 Euro fast alle Kosten für die museale Ausstattung des Schumann-Hauses. Der städtische Eigenanteil beträgt demnach lediglich 28.000 Euro. Für diese großzügige Unterstützung des Fördervereins bin ich mehr als dankbar", erklärt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Die Unterstützung durch den Förderverein erfolgt unter der Maßgabe, dass die Flächen des Schumann-Hauses, die derzeit noch an Dritte vermietet sind, nach Freiwerden zukünftig verpflichtend für Zwecke des Schumann-Museums zur Verfügung gestellt werden. So sollen in einer späteren Ausbaustufe insbesondere Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Sonderausstellungen, kulturelle Bildung, Forschung und ein Café hergerichtet werden.
Das Museum soll unter der Leitung des Heinrich-Heine-Institutes geführt werden. Das Institut beherbergt über 1.000 Objekte und Konvolute, die im Zusammenhang mit Clara und Robert Schumann stehen.
Eine Workshopreihe und ein wissenschaftlicher Fachbeirat haben die Erarbeitung der neuen Dauerausstellung begleitet. An den Workshops beteiligten sich unter anderem Fachvertreter des Bachhauses Eisenach, des Schumann-Hauses Zwickau, des Schumann-Hauses Leipzig oder des Schumann-Netzwerks. Im wissenschaftlichen Fachbeirat haben unter anderem Vertreter der Schumann-Gesellschaft e.V. und der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf mitgewirkt.
Das Museum soll Leben und Werk von Clara und Robert Schumann beleuchten, aber auch die interdisziplinären Aspekte ihrer Arbeit betonen. Zudem soll dauerhaft das Düsseldorfer Musikleben des 19. Jahrhunderts insgesamt dokumentiert und Bezüge zur aktuellen Lebenswelt präsentiert werden.
Wohnräume des Musikerehepaars Kern des Museums
Konzeptionell spiegeln die acht Räume im 1. Obergeschoss, deren Kern die
ehemalige Wohnung der Schumanns einbezieht, die Zeit-, Stadt- und Sozialgeschichte wider und führen darüber zu den einzelnen Persönlichkeiten der Schumann-Familie. Die Besucher werden in die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts eintauchen und können sich mit der wohnlichen und zwischenmenschlichen Situation der Familie Schumann vertraut machen. Einzelne Räume sind jeweils Robert, Clara und den Kindern gewidmet. Im "Zeitgenossenraum" finden sich freundschaftliche Beziehungen – wie sie die Schumanns zu Künstlerpersönlichkeiten wie Johannes Brahms und Bettina von Arnim pflegten. Die "Schatzkammer" verwahrt unter museal optimalen Bedingungen besonders wertvolle Exponate, wie zum Beispiel Schumanns Klavierkonzert a-Moll. Darüber hinaus werden aber natürlich im gesamten Museumsbereich Schätze zu entdecken sein, so auch Schumanns 3. Symphonie – genannt die "Rheinische".
Neben der Präsentation vieler Originale werden zeitgemäße und aktivierende Elemente eingesetzt, die Klangerlebnisse oder Möglichkeiten zur Vertiefung bieten. Ganz nach dem Leitsatz "keine geschriebene Note ohne gehörte Vertonung" soll das Museum neben mehrsprachigen Audioguides Beispiele aus der internationalen Aufführungspraxis bieten und ein Hörgenuss für interessierte Laien und Experten sein.
Das Medienkonzept wurde auf Grundlage von Erfahrungswerten aus nationalen und internationalen Musikermuseen mit dem Ziel erarbeitet, das Museum zeitgemäß, zukunftsfähig und für ein breites Publikum auszustatten. Texte, Bilder und Exponate werden durch Touchscreens, interaktive Angebote sowie Video- und Hörstationen ergänzt. Hinzu kommen Vertiefungsebenen, mit deren Hilfe Besucherinnen und Besucher thematische Schwerpunkte erschließen können. So werden neben Vitrinen großformatige Grafiken und Informationsstelen eingerichtet und mit einer den konservatorischen Anforderungen gerechten Beleuchtung in Szene gesetzt. Medienstationen geben Gelegenheit, auf Schumanns Spuren digital durch das historische und das aktuelle Düsseldorf zu wandern und simulieren auch in virtuellen Realitäten die Geschichte des Hauses auf der "Straße der Romantik und Revolution". Großformatige Bildschirme werden künstlerisch die Bedeutung Schumanns bis heute dokumentieren.
In Düsseldorf lebten und dirigierten im 19. Jahrhundert unter anderem Schumann, Mendelssohn-Bartholdy und Brahms und prägten Düsseldorfs Ruf als Musikstadt. "Mit dem Schumann-Haus wird endlich ein angemessener Ort geschaffen, um die Bedeutung der Stadt Düsseldorf in der Musikgeschichte zu präsentieren. Das Museum soll ein Ort der Düsseldorfer Schumann-Würdigung werden, auch vor dem Hintergrund, dass circa ein Drittel des Gesamtwerkes von Robert Schumann in Düsseldorf entstanden ist. So kann dem regionalen, überregionalen und letztlich internationalen Interesse an Schumanns Leben und Werk in Düsseldorf entsprochen werden. Das Schumann-Museum soll die kulturelle Bildungs- und Erlebnislandschaft Düsseldorfs ergänzen und bereichern", sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.
Das Museum ist in das übergreifende Konzept der Bilker Straße als "Straße der Romantik und Revolution" eingebunden, das seine Strahlkraft aus dem Dreiklang von Schumann-Museum, Heinrich-Heine-Institut und dem Palais-Wittgenstein entfalten wird.
Weitere Informationen zu den baulichen Maßnahmen: www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/schumann-haus-wird-saniert.html