Pressedienst Einzelansicht
Kultur
Heinrich-Heine-Institut
Sonderausstellung "Musik vereint"
Mit der Schau vom 3. Juni bis zum 26. August will das Institut an der Bilker Straße die bürgerliche Musikkultur und deren Historie in Düsseldorf würdigen
Erstellt:
Das Heinrich-Heine Institut, Bilker Straße 12-14, präsentiert vom 3. Juni bis zum 26. August die Sonderausstellung "Musik vereint" und würdigt damit die bürgerliche Musikkultur und deren Historie in Düsseldorf. Diese wurde maßgeblich durch den Städtischen Musikverein zu Düsseldorf geprägt, der 2018 sein 200-jähriges Bestehen als Konzertchor feiert.
Die Sonderschau beleuchtet wichtige Ereignisse und Protagonisten des öffentlichen Musiklebens der Stadt Düsseldorf: von den Anfängen im Kontext der Niederrheinischen Musikfeste über die romantische Blütephase mit so bedeutenden Musikdirektoren wie Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy bis in die heutige Zeit.
Ein Ausstellungsraum ist der dichten künstlerischen Atmosphäre im 19. Jahrhundert gewidmet, als sich Musiker, Maler und Schriftsteller wechselseitig unterstützen, Feste feierten, Theaterstücke probten und in Chören sangen. Felix Mendelssohn Bartholdy gibt witzig und beredt Auskunft über diese Zeit, in der er intensiv zur Professionalisierung des Orchesters beigetragen hat. So berichtet er:
"Ich bin ein städtischer Musikdirector und so ein Thier hat schrecklich viel zu arbeiten. Neulich kam ich nach Hause; da standen auf dem Schreibtisch zwei Stühle, der Ofenschirm lag unter dem Clavier, im Bette lagen ein paar Stiefel u. Kamm u. Bürste (…) so sah es oder sieht es aber genau im Düsseldorfer Musikwesen aus, u. ehe die Ordnung wieder eineinkommt, kostets Hitze."
Originale Handschriften, wertvolles Notenmaterial und ein neu angekaufter Brief von Felix Mendelssohn Bartholdy sind in der Ausstellung zu sehen.
Auch der Musikdirektor Ferdinand Hiller ist mit mehreren Originalen vertreten. Heinrich Heine schrieb über seinen Zeitgenossen: "Hiller ist mehr ein denkender als ein fühlender Musiker, und man wirft ihm noch obendrein eine zu große Gelehrsamkeit vor. Geist und Wissenschaft mögen wohl manchmal in den Kompositionen dieses Doktrinärs etwas kühlend wirken, jedenfalls aber sind sie immer anmutig, reizend und schön."
Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist Clara und Robert Schumann und ihrer Zeit in Düsseldorf gewidmet. Persönliche Erinnerungsstücke des Musikerehepaars, noch nie gezeigte Briefe von Clara Schumann, Notenmaterial und ein seltenes Porträtfoto werden nicht nur in der Sonderausstellung, sondern auch im Salon-Raum der Dauerausstellung "Romantik und Revolution" präsentiert. Die Sonderschau erzählt aber nicht nur von den Musikdirektoren des 19. Jahrhunderts, sondern auch von einem Musiker, der fast diesen Posten bekleidet hätte: Johannes Brahms.
Exponate aus dem Düsseldorfer Stadtarchiv und aus dem Vereinsarchiv erzählen die Geschichte des Musikvereins im 20. und 21. Jahrhundert bis hin zu dem erfolgreichen Vermittlungsprojekt der "Singpause" an Düsseldorfer Grundschulen. Eine Medienstation für Recherchen und eine Klangdusche runden das Ausstellungskonzept ab. Ein interaktiv gestalteter Projektraum und eine Musikrallye richten sich insbesondere an junge Besucherinnen und Besucher, ganz nach dem Motto der Ausstellung "Musik vereint". Alle sind eingeladen, Instrumente auszuprobieren und eine Rhythmusmaschine zu testen.
Die Ausstellung "Musik vereint" ist eine Kooperation des Heinrich-Heine-Instituts mit dem Städtischen Musikverein zu Düsseldorf e.V., der Robert-Schumann-Gesellschaft e.V., der Robert-Schumann-Hochschule und dem Stadtarchiv Düsseldorf. Die Ausstellung findet mit Unterstützung des Kulturamtes statt.
Vernissage der Sonderausstellung
Die Vernissage der Sonderausstellung "Musik vereint" findet am Sonntag, 3. Juni, 14.30 Uhr, im Palais Wittgenstein, Bilker Straße 7-9, statt. Der Eintritt ist frei. Grußworte halten Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf, und Manfred Hill, Vorsitzender des Musikvereins Düsseldorf.
Eine Einführung in die Ausstellung wird Dr. Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-
Instituts, geben.
Die Eröffnung wird von Kindern der "Singpause" musikalisch gestaltet.




