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Gesundheit

Sozialpsychiatrischer Dienst hilft in Krisensituationen


Erstellt:
Redaktion: Bergmann, Michael

Schwer psychisch kranke Menschen geraten nicht nur in der Corona-Krise immer wieder in besonders schwierige Situationen und sind auf die besondere Aufmerksamkeit des sozialen Umfeldes angewiesen. Häufig sind sie nicht in der Lage, sich eigenständig in medizinische Hilfen zu begeben und können in akute Krisen- und Gefahrensituationen geraten. Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes nimmt Meldungen oder Hinweise auf und geht auf die betroffenen Personen kurzfristig zu.

Wie kürzlich bei einer Frau mittleren Alters, die seit vielen Jahren unter einer schweren psychischen Erkrankung leidet und obdachlos geworden ist. Sie lebt zunächst in ihrem Auto, später dann unter freiem Himmel in einer Parkanlage und ist mit der Regelung ihrer Angelegenheiten überfordert. Auf Initiative des Sozialpsychiatrischen Dienstes wurde ihr ein Betreuer zur Seite gestellt, der sie unterstützt. Der Betreuer informierte den Sozialpsychiatrischen Dienst, dass sich mittlerweile der gesundheitliche Zustand der Frau massiv verschlechtert habe, sie aber dringende Hilfen ablehne. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes suchten die hilflose Frau in der Parkanlage und konnten kurzfristig medizinische Hilfen sowie eine Aufnahme in eine Klinik veranlassen. Eine weitere Nacht im Freien hätte zu schweren gesundheitlichen Schäden geführt, oder sie wäre an Unterkühlung verstorben. So konnte die Frau noch rechtzeitig gerettet werden.

Im vergangenen Jahr konnte der Sozialpsychiatrische Dienst bei rund 400 akuten Kriseneinsätzen psychisch kranke Menschen in fachgerechte Hilfen vermitteln oder aber auch zur Annahme solcher Hilfen bewegen. Besonders in der aktuellen Situation, die psychisch kranke Menschen besonders belasten sowie Depressionen und Angstzustände verstärken kann, ist die Fürsorge und Aufmerksamkeit anderer Menschen lebensnotwendig.

Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger können sich unter der Telefonnummer 0211-8995391 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes wenden, wenn sie psychische Auffälligkeiten bei Angehörigen, Nachbarn etc. sehen und sich Sorgen machen. Alle Meldungen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Weitere Unterstützungsangebote sind im städtischen Internetangebot zu finden unter:
www.duesseldorf.de/gesundheitsamt/psychische-erkrankungen/spdi.html sowie unter
www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt53/gesundheitsamt/netzwerke_kooperationen/psag/pdf/Krisenwegweiser.pdf

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