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Verkehr

Stadtrat beschließt weitere Planung für Ersatzneubau Theodor-Heuss-Brücke 

Außerdem ist die Sanierung der Kragarme der Brücke für rund 37 Millionen Euro beschlossen worden


Erstellt:
Redaktion: Paulat, Volker

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 11. Februar, die weitere Planung eines Ersatzneubaus der Theodor-Heuss-Brücke beschlossen. Der bestehende Querschnitt mit jeweils zwei Fahrspuren pro Richtung sowie Rad- und Fußwegen bleibt Grundlage des weiteren Vorgehens. Die neue Brücke wird ohne Stadtbahntrasse geplant.

Gleichzeitig hat der Rat der Stadtverwaltung den Auftrag erteilt, den Neubau so zu planen, dass eine Stadtbahnlinie im Bereich der zu errichtenden Fahrspuren zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden kann. "Mit dem beschlossenen Ersatzneubau sind die Weichen für eine zukunftsorientierte Brücke im Herzen Düsseldorfs gesetzt. Leistungsfähig für aktuelle Verkehre und anpassungsfähig für die Mobilität der Zukunft", erklärt Stadtkämmerin Dorothée Schneider.

Um die Brücke bis zum Neubau zumindest teilweise für den Individualverkehr nutzbar halten zu können, hat der Rat darüber hinaus die Ausführung und Finanzierung der notwendigen Sicherung an der bestehenden Theodor‑Heuss‑Brücke beschlossen. Die Vorkehrungen mit einem Finanzvolumen in Höhe von rund 37 Millionen Euro ermöglichen insbesondere durch die Ertüchtigung der Kragarme – also den Bereichen der Geh- und Radwege an den Außenseiten der Brücke – diese bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus für den Individualverkehr offen halten zu können. 

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller begrüßt die Beschlüsse: "Mit diesen beiden Beschlüssen zur Theodor-Heuss-Brücke stellen wir sicher, dass Düsseldorf sowohl kurzfristig als auch langfristig gut aufgestellt ist. Wir sichern die bestehende Brücke für die kommenden Jahre und legen den Grundstein für einen leistungsfähigen Neubau, der sich in die Düsseldorfer Brückenfamilie einreihen wird."

Studie zeigt klar: Stadtbahntrasse wirtschaftlich nicht tragfähig
Eine Machbarkeitsstudie zur "Nordtangente", einer möglichen Stadtbahnverbindung über die Theodor-Heuss-Brücke, hat aufgezeigt, dass diese nicht wirtschaftlich wäre. Nach Untersuchung des Nutzen‑Kosten‑Verhältnisses war auch die beste Variante deutlich unter dem Mindestwert geblieben, der für eine mögliche Förderung durch Land und Bund erforderlich wäre. Daher wird die Planung und Errichtung einer zusätzlichen Stadtbahntrasse auf der Brücke nicht weiterverfolgt.

Mit dem Ratsbeschluss zum Brückenquerschnitt beginnt nun der konkrete Planungsprozess. Parallel dazu wird eine gestalterische Untersuchung unter Einbeziehung externer Architektur- und Ingenieurbüros vorgenommen. Der Ersatzneubau soll den verkehrlichen Anforderungen der kommenden Jahrzehnte entsprechen und sich gleichzeitig in die Düsseldorfer Brückenfamilie einfügen. Daher spielt die Berücksichtigung des historischen Erscheinungsbilds der bestehenden Brücke eine wichtige Rolle.

Hintergrund: Hohe Verkehrsbelastung und erhebliche bauliche Schäden
Die 1957 eröffnete und seit 2016 denkmalgeschützte Brücke verbindet Golzheim und Heerdt und ist Teil der Bundesstraße B7. In den letzten Jahren querten rund 78.600 Fahrzeuge die Brücke pro Tag – darunter rund 3.000 Lkw. Im Jahre 1962 fuhren rund 18.000 Fahrzeuge mit weitaus geringerem Gewicht der Laster über die Brücke. 1962 wogen Lastkraftwagen noch maximal 24 Tonnen, heute sind es bis zu 44 Tonnen. Dieser dramatische Anstieg hat zur Ermüdung des Bauwerks beigetragen. 

Die Theodor‑Heuss‑Brücke wird regelmäßig gemäß DIN 1076 "Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen – Überwachung und Prüfung" untersucht. Diese Bauwerksprüfungen sind Teil der Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Das Ergebnis dieser wiederkehrenden Untersuchungen ist eindeutig: Sie bestätigen zwingend erforderliche und priorisierte Sanierungen, die notwendig sind, um Stand‑ und Verkehrssicherheit sowie die Dauerhaftigkeit des Bauwerks bis zum Neubau zu gewährleisten. Bereits 2025 hatte der Rat den Ersatzneubau daher grundsätzlich beschlossen.

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