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Gemeinsamer Pressetext von Landgericht und Landeshauptstadt Düsseldorf
Tag des Kriminalitätsopfers: Opferschutz geht alle an
77.929 Straftaten und infolge dessen zahlreiche Opfer gab es laut Polizeistatistik 2016 in Düsseldorf
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77.929 Straftaten und infolge dessen zahlreiche Opfer gab es laut Polizeistatistik 2016 in Düsseldorf. So wurden zum Beispiel 8.041 Menschen Opfer von Taschendieben, 425 Menschen wurden Opfer eines Raubüberfalls und es gab 2.391 Wohnungseinbrüche mit zum Teil mehreren Betroffenen. Immerhin 1.181 Mal schafften es die Einbrecher aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen nicht, in die Wohnungen einzudringen. Im Rahmen des Tages des Kriminalitätsopfers in Düsseldorf am Mittwoch, 22. März, werden alle Opfer von Straftaten in den Blick genommen. Die Fachgruppe Opferschutz des Kriminalpräventiven Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf (KPR) hat ihr Konzept zur Würdigung des Tages für 2017 komplett überarbeitet. Die letzten Jahre stand der Tag des Kriminalitätsopfers stets unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr wird dies nicht so sein. Die Veranstaltung soll mit einem interessantem Programm diesmal alle Düsseldorfer ansprechen.
"Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich viele Betroffene selber gar nicht als Opfer sehen, sich schämen Opfer geworden zu sein oder die erlittene Tat so schnell wie möglich vergessen wollen. Dass sie dennoch die notwendige Hilfe erhalten können, ist ein Anliegen aller im Opferschutz Aktiven in Düsseldorf", erklärte die Vorsitzende des KPR, Helga Stulgies.
Polizeipräsident Norbert Wesseler betont, dass der Polizei beim Opferschutz seit jeher eine besondere Rolle zukommt: "Oftmals sind die Beamtinnen und Beamten der erste und leider auch in vielen Fällen der einzige Kontakt zum Opfer. Viele von Ihnen scheuen sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Daher ist es wichtig, Opferschutz und Opferhilfe als Selbstverständlichkeit zu nehmen."
Der Landgerichtspräsident, Dr. Bernd Scheiff, hat das Foyer des Amts- und Landgerichtes in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge für die Veranstaltung zum Tag des Kriminalitätsopfers zur Verfügung gestellt. "Opfern von Straftaten ihre Ängste vor dem Gericht zu nehmen, ist mir nach wie vor ein wichtiges Anliegen. Deshalb habe ich zu der Veranstaltung in unser Gerichtsgebäude eingeladen", sagte der Landgerichtspräsident.
Die Justiz bietet seit Anfang des Jahres eine psychosoziale Prozessbegleitung an. Besonders erfahrene Fachleute begleiten die Opfer einer Straftat von der Anzeige bis zur Vernehmung, erklären den Ablauf eines Strafverfahrens und helfen bei der Bewältigung von Ängsten. Diese so genannte Beiordnung ist für die Opfer schwerer Sexual- oder Gewaltstraftaten kostenfrei. Beim Landgericht und Amtsgericht wird Zeugen und Opfern immer schon im Rahmen der Zeugenbetreuung geholfen; im vergangenen Jahr haben 1.870 Menschen diese Hilfe in Anspruch genommen.
Durch eine thematisch offene Veranstaltung sollen sich alle Menschen, egal, ob sie schon einmal Opfer einer Straftat geworden sind, oder nicht, eingeladen fühlen, sich mit dem nicht immer leichten Thema auseinander zu setzen. Deswegen erwartet die Gäste am Mittwoch, 22. März, ab 18 Uhr ein spannender und informativer Abend. Einlass ist ab 17.30 Uhr. Austragungsort ist das Foyer des Land- und Amtsgerichts, Werdener Straße 1.
Das Rahmenprogramm bietet einen gelungenen Mix aus musikalischer Unterhaltung und künstlerischer Darbietung. Der Chor Chorrage der Polizei Düsseldorf sorgt für den musikalischen Part. Die Aufführung des Pantomimen Pepo alias Olaf Schaper und die Lesung der Düsseldorfer Krimi-Cops spannen den thematischen Bogen zum Thema Kriminalitätsopfer - diesmal auf etwas andere Weise.
Vor Ort stellt sich das Düsseldorfer Opferhilfenetzwerk vor. Das Netzwerk umfasst zahlreiche lokale Beratungsstellen, die sich mit dem Thema "Opferschutz" beschäftigen. Einige von ihnen werden dabei sein und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Der Eintritt ist frei. Damit der Abend eine nachhaltige Wirkung erzielt, hat sich die Fachgruppe Opferschutz dafür ausgesprochen, die Besucher zu einer Spende aufzurufen. Diese soll - thematisch passend - dem Impulz Theaterprojekte e.V. zu Gute kommen, der unter anderem Gewaltpräventionsprojekte für Schüler anbietet.
Die Besucher sollten sich bis spätesten Montag, 20. März, unter www.justiz-veranstaltungen.nrw.de/lg-duesseldorf/tag-des-kriminalitaetsopfers-2017-03-22-131/ anmelden. Zudem sollten die Gäste berücksichtigen, dass es bei Betreten des Gerichtes eine Einlasskontrolle gibt, die ein paar Minuten in Anspruch nehmen kann.
Die steigende Nachfrage an den Theaterprojekten zeigt das Bedürfnis nach dem Erlernen von altersgerechten Handlungsmöglichkeiten in bedrohlich wirkenden Situationen. Dabei geht es dem Verein aber in erster Linie darum, Kinder selbstbewusst und sicher zu machen und ihnen das Handwerk zu vermitteln, gar nicht erst in bedrohliche Situationen zu geraten und sich im Fall der Fälle kindgerecht und effektiv verteidigen zu können.
Hintergrund: Tag des Kriminalitätsopfers
Der "Tag des Kriminalitätsopfers" wurde erstmals in Schweden begangen. Ursprünglich wurde der 22. Februar als Tag der Mahnung eingeführt. Die Idee des Tages wurde vom Weißen Ring aufgegriffen. Seit 1992 wird in Deutschland am 22. März der Kriminalitätsopfer gedacht.
"An diesem Tag wird immer wieder daran erinnert, dass jeder Mensch jederzeit Opfer einer Straftat werden kann. Damit verknüpft sind auch immer umfangreiche Hinweise auf die Unterstützungsangebote der Hilfeeinrichtungen. Dies ist im Rahmen des Programms der diesjährigen Veranstaltung wieder sehr gut gelungen", betonte Ordnungsdezernentin Helga Stulgies.

